Dienstag, 6. Februar 2018

HAMBURG ist immer eine Reise wert (IV)!

Es ist schon Tradition, dass wir uns bekannte Musicals in Hamburg ansehen und im Steigenberger Hotel übernachten. 2014 waren wir zum letzten Mal in Hamburg und besuchten das atemberaubende Musical "Phantom der Oper" in der Neuen Flora. Dabei machten sehr angenehme Erfahrungen mit dem Fernbus.

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Diesmal wählten wir den Termin für den  Besuch des Musicals ALADDIN in der Neuen Flora - kurz nach meinem 73. Geburtstag - am Wochenende 25./26. November 2017. Die Vorstellung war bereits am Nachmittag um 15.00 Uhr. Die Anfahrt von Hildesheim klappte ganz gut - nur kurz vor dem Ziel in der Hafenstadt gab es zahlreiche Baustellen, die auch unser NAVI verwirrte.

Telefon im AMERON Hotel
Unser neugewähltes AMERON Hotel lag ideal in der Speicherstadt und das Parkhaus befand sich nebenan. Unser Auto ließen wir beruhigt zurück und nutzten nur noch die öffentlichen Verkehrsmittel, um z.B. zur Neuen Flora zu gelangen.

Mit der Buslinie 111, die in der Nähe unseres Hotels hielt, führen wir zum Baumwall (von dort gelangt man auch zur Elbphilharmonie. Dort stiegen wir in die Hochbahn U3 bis zur Sternschanze. Zum  Musical-Theater Neue Flora kamen wir mit der S-Bahnlinie S21/31, indem wir an der  Haltestelle "Holstenstrasse" ausstiegen. Der Rückweg war entsprechend - allerdings war es in der Zwischenzeit unangenehm kühl geworden.

Leider haben wir für die öffentlichen Verkehrsmittel zu viel bezahlt. Im Hotel erkundigten wir uns nach der Hamburg CARD, die wir als Tageskarte benutzen wollten. Jutta hatte bereits von zu Hause telefonisch entsprechend angefragt. Danach kostete die Tageskarte 10,50 €. Im Hotel mussten wir überraschenderweise 18,50 € zahlen (diese Version galt aber für einen größeren Bereich, den wir garnicht nutzen wollten). Als wir dies reklamierten, konnte uns der Differenzbetrag leider nicht erstattet werden.
Werbung für ALADDIN
Das Disney-Stück ALADDIN überraschte uns in seiner Spritzigkeit und Lebendigkeit. Fast drei Stunden lang waren wir von der bunten Vielfalt begeistert. Die Handlung war einfach und leicht nachzuvollziehen (wer kennt ALADDIN mit der Wunderlampe nicht?). Die Veranstaltung war sehr gut besucht und da wir die Nachmittagsvorstellung besuchten beindruckten uns die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die sich nicht die Mühe machten, ihre Mäntel an der Garderobe abzugeben.

Mit einem gemütlichen Abendessen wollten wir den einducksvollen  Nachmittag in Hamburg beschließen. In der Nähe unseres Hotels hatten wir ein spezielles Pizza-Restaurant mit dem schönen Namen ANDRONACO HafenContor ausgekundschaftet, wo wir unsere Eindrücke austauschen wollten. Dafür war dieses Selbstbedienungsrestaurant bestens geeignet. Allerdings hatte es auch etwas von einem Bahnhofsrestaurant. Unser Hotel AMERON lag schräg gegenüber, sodass nur ein kurzer Weg über die Strasse notwendig war. 

Die Speicherstadt
Nicht nur das Musical war ein Erlebnis. Auch die Speicherstadt, in der vor nícht allzulanger Zeit noch der Handel blühte, hat ein vollig neues Gesicht bekommen - wozu auch die neue Elbphilharmonie  gehört. Wir werden mit großer Freude demnächst wieder nach Hamburg kommen, um uns ein kulturelles Erlebnis zu gönnen.

Literatur:
HAMBURG ist immer eine Reise wert! 
HAMBURG ist always worth a visit! 
Interessante STÄDTE rund um die Welt!


Montag, 5. Februar 2018

Zwischen Mammuts und Tropenfischen im Braunschweiger Museum

ausgestorbenes Mammut
Am Sonntag, den 27. August 2017, besuchten wir das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig, das ca. 60 km entfernt von unserem Heimatort Hildesheim liegt. CARL I. VON BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG machte 1754 seine private Sammlung als Herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett dem breiten Publikum im ersten Stock des 'Großen Mosthofes', der alten Burg Dankwarderode zugänglich. 
 
Staatliches Naturhistorisches Museum

Dies war der Beginn der heutigen Ausstellung. 1937 zog das Museum in die neuerbaute 'Bernhard-Rust-Hochschule' an der Pockelsstraße. Dort befindet sie sich noch heute. Wir besuchten die Sonderausstellung "Eiszeitsafari", die vom 19. August bis zum 31. Oktober 2017 stattfand.. 
 
Wisent

Es war eine ungewöhnliche und spannende Reise in eine Zeit (zwischen 30.000 bis 15.000 v.Chr.) , als Mammut, Wollnashorn und Steppenbison durch unsere Landschaft streiften, Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Hyänen mit ihrem Gebiss selbst Wölfe beeindruckten. Aber auch die Dauerausstellungen waren eindrucksvoll! Ich fühlte mich an meine Tauchgänge vor Bonaire (Karibik) als ich die bunten Tropenfische (Fotos vom SEA-Life am Timmendorfer Strand) in den Aquarien des Untergeschosses sah. 

Ahne der heutigen Menschen
Interessant war auch die Darstellung der Entwicklung der Menschheit, deren Ursprung im Großen Afrikanischen Grabenbruch (Rift Valley in Kenia) zu finden ist. Namhafte Anthropologen haben das Rift Valley als die "Wiege der Menschheit". bezeichnet. 2009 besuchten wir Kenia und nahmen an einer mehrtägigen Safari im Tsavo East National Park teil. Dort begegneten wir erstmals den Nachfolgern der Mammuts, den eindrucksvollen Elefanten in der freien Natur.

"Roter" Elefant im Tsavo East National Park
Sechs Jahre später (2015) ergaben sich während einer Südafrika-Rundreise mehrere Gelegenheiten wilde Tiere im Kruger Nationalpark, Nashörner im Wildreservat bei Hhuluwe und Nilpferde, sowie seltene Krokodile im St.Lucia-See  zu beobachten. Den Schädel eines Nilperdes entdeckten wir im Naturhistorischen Museum wieder.


Schädel des Nilpferdes
Einen Delphin sahen wir ebenfalls als Wanddekoration im Naturhistorischen Museum in Braunschweig. Als wir 2012 Gibraltar besuchten, nahmen wir an einer Boot-Safari teil, die uns mitten in einen großen Schwarm ausgelassener Delphine führte. Dazwischen konnten wir auch einen Sardinenschwarm beobachten, die für die Delphine die Lieblingsbeute darstellen.


Delphine in der Gibraltar-Bucht
Es gibt die "saloppe" Formulierung: "Der Mensch stammt vom Affen ab!". Eigentlich könnten wir stolz darauf sein, denn was wir mit unseren cleveren Verwandten auf den Affenfelsen von Gibraltar raffiniert und beeindruckend zugleich.  Weitere Verwandte lernten wir Ende 2017 im  Zoo Hannover kennen: die imposanten Gorillas. Vielleicht erleben wir diese auch noch einmal in Ruanda in der freien Natur. 
Gorilla im Zoo Hannover

Auch von den Wisenten der Eiszeit finden sich immer noch stattliche Exemplare im Wisentgehege in Springe. Von Hildesheim aus ist dies ein Katzensprung.  Wir waren dort vor drei Jahren und hatten unseren Enkel Can dabei. Es war relativ kühl und es herrschte Sonnenschein. Wir bekamen die Kälte zu spüren und fuhren nach einer kleinen Stärkung mit vielen Eindrücken gerne wieder nach Hause.


Wisent
Im Naturhistorischen Museum begegnete ich erneut dem bekannten Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 - 1856). Er war vor mehr als 200 Jahren auf Forschungsreisen in Südamerika unterwegs und führte u.a. Höhenmessungen  auf dem Pico El Avilar bei Caracas in Venezuela durch. 1975 (also ca. 175 Jahre später) befand ich mich oberhalb von Caracas fast genau an dieser Stelle. Eine weitere Spur erlebte ich 1976 in Ecuador als ich den Chimborazo überflog. Diesen schneebedeckten Berggipfel versuchte Alexander von Humboldt 1802 mit einer mangelhaften Ausrüstung zu besteigen. Er erreichte eine unglaubliche Höhe von 5892 m (Berghöhe: 6268 m). 



Es gibt auch interessante Bücher zum Thema "Alexander von Humboldt", die ich mit Begeisterung gelesen habe: Reise durchs Baltikum nach Russland und Sibirien 1829: Aufgezeichnet von Hanno Beck Sein mühsamer mit Weg mit der Pferdekutsche durch Russland nach Sibirien deckt sich überraschenderweise mit unserer Flugroute nach Vietnam 2017, die wegen der kriegerischen Handlungen in der Ukraine so gewählt werden mußte. Und die  spannende Geschichte Die Vermessung der Welt die das Leben der Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauss beschreibt.

Mit Freude entdeckte ich auf der homepage des Museums, dass die Ausgrabungen in Schandelah von der Dr. Scheller-Stiftung finanziell unterstützt werden. Rechtsanwalt Dr. Scheller hat mich während kritischer Phasen in meinem aufreibenden Erfinderleben begleitet.Nun führe ich Gottseidank ein entspannteres Leben mit zahlreichen Reisen mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Wir berichten darüber gerne in unseren Reisebüchern.

Literatur:
Wilde Tiere in Afrika
Unterwegs mit dem AUTO

Mittwoch, 31. Januar 2018

MÜNSTER - zwischen Aasee und Dom

Der Aasee
Wir besuchten über die Jahre zahlreiche interessante Städte, wie Amsterdam (mit dem Zug), Colmar im Elsass, Erfurt (mit einem Abstecher nach Gotha), Hamburg (dort waren wir schon mehrmals, um eindrucksvolle Musicals zu besuchen) und Konstanz (mit sehr erholsamen Übernachtungen im Kloster Hegne). Das berühmte Marienbad  war ein Abstecher in die Tschechei wert. Potsdam lag als Zwischenstation auf dem Weg nach Swinemünde in Polen. Nach Weimar
kamen wir 2005. Und schließlich  reisten wir mit dem Flugzeug für ein ausgedehntes Wochenende nach Wien und waren beeindruckt. 

Diese Städtereisen (ergänzt durch Fernreisen nach Süd- und Nordamerika, Asien und Neuseeland) und längere Autoreisen zum Nordkap und über den AUTOPUT nach Griechenland habe ich in meinen beiden Büchern zusammengefasst

("Interessante Städte rund um die Welt")
("Unterwegs mit dem AUTO")

                                                                    
Münster hatten wir ausgewählt, da es in der Nähe liegt (ca. 240 km entfernt) und über die Autobahn A2 relativ leicht zu erreichen ist. Wir wollten auch die Stadt  kennenlernen, in der 1648 der Westfälische Friede verhandelt wurde, der zum Ende des 30-jährigen Krieges in Deutschland führte und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande von den Spaniern beendete. 

Wir wollten aber auch die Schauplätze des Münsteraner Tatorts und des Privatdetektivs  Wilsberg kennenlernen. Wir fanden zwar die Buchhandlung, die Wilsberg nebenher betreibt. Aber unser Stadtführer Ralf teilte uns während der Stadtführung am Samstag, den 9. September 2017 mit, dass die meisten Aufnahmen im TV-Studio in Köln stattfinden würden.


Buchladen in der TV-Serie WILSBERG
Wir wollten das 2. Wochenende (9. bis 11. September 2017) in Münster verbringen. Für die Übenachtung hatten wir das Hotel zur Prinzenbrücke in Münster-Hiltrup ausgewählt. Dies lag sehr schön direkt am Dortmund-Ems-Kanal. Dievorbeifahrenden Schiffe konnten wir von unserem Zimmerfenster im 2. OG eindrucksvoll beobachten und fotographieren.

Schiff auf dem Dortmund-Ems-Kanal
Bis zum Zentrum in Münster (Schlossplatz) betrug die Entfernung 10 km. Unser Zimmer und das Bad waren sehr sauber. Der Parkplatz war zu klein und erforderte einiges Manövrieren.  Nachdem wir gegen 14 Uhr im Hotel zur Prinzenbrücke eingecheckt hatten, führen wir von Hiltrup nach Münster in die Nähe des Schlosses. Von dort wanderten wir über den Domplatz, wo gerade der wöchentliche Markt stattfand, zur Tourist-Information im Rathaus (dort befindet sich auch der Friedenssaal, in dem der Westfälische Friede 1648 abgeschlossen wurde).

Rathaus vom Domplatz
Wir wollten an einer Stadtführung im Sonntag, den 10. September 2017, teilnehmen. Leider war das nicht möglich, da an diesem Tag der jährliche Marathon-Lauf um den Aasee stattfand und deshalb nahezu alle Strassen im Zentrum und am Aasee abgesperrt waren. Man empfahl uns die Stadtführung, die am Samstag, den 9. September 2017, in der Nähe des Rathauses um 16 Uhr startete und über eine Stunde dauerte. Der Rundgang endete an der St. Lamberti-Kirche mit den Stahlkäfigen, in der die toten Wiedertäufer ausgestellt wurden. Bilder "Stadtführung"


Stahlkäfige für tote Wiedertäufer
Am Sonntag, den 10. September 2017, war bereits gegen 10 Uhr  die Anfahrt zum Aasee, wo wir spazierengehen wollten, wegen des 16. Volksbank-MÜNSTER-Marathonlaufes ein schwieriges Unterfangen. Wir parkten bei McDonald's und gingen zu Fuß zum Aasee. Unterwegs begegneten uns die ersten Marathonläufer.


Marathonläufer in Münster
Vor mehr als 40 Jahren nahm ich ebenfalls an mehreren Marathonläufen teil und erzielte - für mein Empfinden - ganz gute Ergebisse (Bestzeit 1984: 3h 18 min 13 sec). Ich empfand aber auch, dass ich mich überforderte, was sich bei meiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmensberater und Erfinder negativ auswirkte. Was ich damit sagen will: Nicht das LAUFEN hat mir aus den Schwiergkeiten herausgeholfen, sondern ab 1996 meine spätere Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mit der ich mehrere Bücher über unsere gemeinsamen Reisen geschrieben habe.

Auf dem Tafelberg in Kapstadt (2015)
Der Aasee ist ein künstlich angelegter Stausee und liegt mitten in Münster. Er eignet sich aufgrund seiner Ausdehnung sehr schön zu einer Rundwanderung. Der in südwestlicher Richtung stadtauswärts gelegene See hat eine Fläche von 40,2 Hektar und eine Länge von etwa 2,3 km. Er ist bis zu zwei Meter tief. Der See wird von zahlreichen Grünflächen umgeben und ist damit der größte Naherholungsraum im Stadtgebiet von Münster.

Baumstamm am Aasee
Der See staut das Wasser der Münsterschen Aa, dient also dem Hochwasserschutz und sorgt für Frischluftzufuhr, weil die vorwiegend aus Südwesten einfließenden Luftmassen abgekühlt werden. Somit hat er eine bedeutende ökologische und städtebauliche Funktion für die Stadt. Dies gilt auch für die zunehmend naturnah gestaltete Umgebung des Sees, die zahlreichen Arten Brut- und Lebensraumgebiet bietet und ein beliebtes Naherholungsgebiet der Münsteraner ist. Der Wasserpegel des Sees schwankt um bis zu einen Meter.

e-Boot auf dem Aasee

Nach dem Rundgang um den Aasee (wir gingen über die Tormin-Brücke auf die andere Seite) wollten wir noch die Messe im Dom. (ab 11 Uhr 45) besuchen. Dies war wegen der zahlreichen Absperrungen nahezu unmöglich. Über Schleichwege kamen wir dann doch noch rechtzeitig in den Dom. Die Messe selbst war eine Erbauung und gab uns Trost und Freude. Leider waren nur wenig Besucher anwesend.
 
St. Paulus-Dom

Mit dem Gefühl wunderschöner Eindrücke im Herzen und mit der Überzeugung, wieder einmal die richtige Wahl für das Hotel und die Unternehmungen (Stadtbesichtigung, Wanderung um den Aasee und den Messe-Besuch  im Dom) getroffen zu haben, fuhren wir am Montagvormittag, den 11. September 2017, wieder nach Hause nach Hildesheim.

Montag, 22. Januar 2018

Eindrucksvolle KLÖSTER und schöne STRÄNDE auf ZYPERN

Kloster Ayia Napa auf Zypern

Seit unserem Besuch der Sonneninsel RHODOS im Jahre 2001 haben wir uns auch für andere griechische Inseln begeistert. Mein Bekannter, der in der Zwischenzeit verstorbene Professor Dr. Dr. Nicolaus Heutger, war Mitglied des Johanniterordens in Hannover und hatte mich im Rahmen unserer interessanten Kontakte auf die Johanniter-Festung auf der Insel RHODOS hingewiesen.

Johanniter-Festung
Ihm zu Ehren habe ich mich besonders intensiv in die geschichtsträchtige Materie der "Johanniter" eingearbeitet und ihn zu einem meiner zahlreichen Vorträge über die "Zeit der Johanniter auf der Insel RHODOS" eingeladen. Offensichtlich konnte ich seinen Maßstäben genügen.

Bereits 1986 war ich mit unserem AUDI 100 und  zwei Surfbrettern auf dem Dachgepäckträger in einer "Gewalttour" über 3.000 km von Hannover auf der AUTOPUT nach Porto Cheli auf dem Peloponnes gefahren. Generalkonsul Norbert Handwerk hatte uns sein herrliches Ferienhaus kostenlos uberlassen. Wir mussten nur für die Reinigung sorgen. Mit dem griechischen Pächter Dimitri und seiner Familie als Reiseführer besuchten wir mit unserem Wagen in drückender Hitze das antike Theater Epidaurus an der Ostküste des Peloponnes.
Das Löwentor in Mykene
Bei dieser Gelegenheit waren wir auch erstmals in Mykene. Später erfuhr ich von der frühen Verbindung der Minoer und Mykener mit KRETA.. Die Minoer und Mykener gehören zu den frühesten Hochkulturen Europas – und zu den geheimnisvollsten. Etwa ab 2600 vor Christus errichteten die Minoer auf Kreta ihre ersten Paläste. Scheinbar aus dem Nichts entstanden damals komplexe Siedlungen, die Bewohner schufen kunstvollen Schmuck, prachtvolle Fresken und nutzten eine Schrift (Linear A), die bis heute nicht entziffert werden konnte.

Der Knossos-Palast auf Kreta
Einer dieser Paläste war der Knossos-Palast, den der englische Forscher Sir Arthur John Evans um 1900 im Rahmen seiner Foschungen um die minoische Kultur entdeckt und künstlerisch ausgestaltet hat. Im Jahre 2005 war dies der Hauptgrund die griechische Insel Kreta zu besuchen.

Ähnlich rätselhaft sind bis heute die Mykener. Ihre Kultur begann etwa 1700 vor Christus auf dem Peloponnes und dominierte nach dem Niedergang der Minoer die gesamte Ägäis. Auch die Mykener bauten Paläste und schufen eine eigene Schrift – die Linear B. Aus ihr entwickelte sich später das Griechische. Unklar ist jedoch, ob die mykenische Kultur und Schrift auf der minoischen basierte.

Den Hauptsitz der Mykener auf dem Peloponnes hatte ich erstmals 1986 mit unseren griechischen Freunden kennengelernt. Zwanzig Jahre später (2006) besuchte ich diese Kulturstätte erneut im Rahmen einer Studienreise mit meiner 2. Frau, Jutta Hartmann-Metzger, die sich auch für die minoische und mykenische Kultur auf Kreta im Rahmen unseres Besuches 2005 interessierte.

Bei beiden Hochkulturen ist zudem ungeklärt, warum sie untergingen. Die Macht der Minoer begann ab 1450 vor Christus plötzlich zu schwinden, möglicherweise durch die Folgen des verheerenden Vulkanausbruchs von Santorini. Das Reich der Mykener ging um 1200 vor Christus unter. Als Ursache dafür wird ein Klimawechsel vermutet, der damals auch andere Mittelmeer-kulturen schwächte.

Es waren aber auch die Ereignisse während des 2. Weltkrieges auf Kreta, die uns interessierten. Im Rahmen einer interessanten Fotosafari entdeckten wir ein kleines privates Museum mit alten Waffen aus dem 2. Weltkrieg, die der Besitzer in dem ehemaligen Kampfgebiet zwischen Engländern und Deutschen im Gebirge gefunden hatte.

Eine wahre Husaren-Geschichte ereignete sich 1944 auf Kreta. Britische Geheimdienstoffiziere und griechische Partisanen entführten am 26. April 1944 Generalmajor Kreipe, den Kommandeur der 22. Infanterie-Division auf Kreta und brachten ihn mit einem U-Boot nach Afrika. Planer und Leiter des spektakulären Coups war Patrick Leigh Fermor – Engländer, Geheimdienstagent und später weltberühmter Reiseschriftsteller. Als Freund eines weiteren, bekannten englischen Reiseschriftstellers, Lawrence Durrell, begegnete mir Fermor in dem sehr interessanten Zypern-Buch "Bittere Limonen" von Lawrence Durrell, das mir als ausgezeichnete Informationsquelle für unseren Zypern-Urlaub im Oktober 2017 diente. Zufällig wurde ich in unserer Ameis Buchecke auf sein tolles Buch Die unterbrochene Reise, aufmerksam, das ich z-Zt. lese und in dem mir das Kapitel über seine Besuche der Klöster auf dem Berg Athos viel Freude bereitet hat (wir sind 2014 dort  mit dem "Piratenboot" vorbeigefahren).



Da ich den bekannten, englischen Reiseschriftsteller Lawrwence Durrell bereits genannt habe, möchte ich an dieser Stelle auch einige interessante  biographische Daten über ihn zitieren

Der Sohn der britischen Kolonialbewohner Louisa und Lawrence Samuel Durrell verbrachte seine ersten Lebensjahre in Indien. Mit elf Jahren wurde er zum Schulbesuch nach Canterbury (England) geschickt, wo er sich jedoch nie heimisch fühlte. Er verließ die Universität ohne Abschluss, da er den Beruf des Schriftstellers anstrebte.
Am 22. Januar 1935 heiratete Durrell Nancy Isobel Myers, seine erste Ehefrau. Im März zog er nach Aufenthalten in Paris und Athen mit Mutter, Frau und Geschwistern einschließlich Bruder Gerald nach Korfu. Zu dieser Zeit begann auch seine lebenslange Freundschaft mit dem Schriftstellerkollegen Henry Miller. Im gleichen Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman Pied Piper of Lovers.
1941 mussten die Durrells Griechenland (Korfu) wegen der näherrückenden deutschen Armee verlassen. Durrell zog nach Kairo. In der Folge lebte Durrell in Alexandria, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Rhodos, 1947/48 in Argentinien, 1949 bis 1952 in Belgrad. Er arbeitete in verschiedenen Positionen, meist als Presseattaché, für die britische Regierung.
Im Jahr 1952 zog Durrell nach Zypern, wo er zunächst Englischunterricht erteilte und später wiederum für die britische Regierung in Nikosia arbeitete. Seine Erlebnisse aus der Zeit der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen türkischen und griechischen Zyprioten verarbeitete er in dem Buch Bittere Lemonen (veröffentlicht 1957).
Noch während der Zeit auf Zypern begann Durrell mit der Arbeit am Alexandria-Quartett, das zwischen 1957 und 1960 veröffentlicht wurde. Diese vier Bücher brachten Durrell internationale Anerkennung ein.
Als Durrell Zypern 1956 verlassen musste, siedelte er sich in Südfrankreich an, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. Durrell war viermal verheiratet und hatte zwei Töchter.
 
Beim Studiem seiner Reisebücher folgte ich gewissermaßen seinen Spuren. In seinem Buch über RHODOS stellte ich nach unserer Rückkehr fest, dass er in der Nähe des Türkischen Friedhofes in Rhodos-Stadt kurz nach dem Kriege gewohnt hat. Sein Argentinien-Aufenthalt in Cordoba lag lange vor meiner Zeit (1972) als ich über ein halbes Jahr in La  Plata (südlich von Buenos Aires) in Argentinien lebte und arbeitete. Obwohl seine Obsession für die griechischen Inseln 1935 mit seiner Übersiedelung nach KORFU begann, fand unser Interesse für die Grüne Insel KORFU
erst 80 Jahre später seine Erfüllung (2016).

Nach den Inseln Korfu, Rhodos kam Lawrence Durrell 1952 nach Zypern, wo er als Lehrer und später als Pressesprecher der englischen Insel-Regierung wirkte. Er erlebte die Unabhängigkeits-bestrebungen der Griechen  hautnah mit. 1956 mußte Lawrence Durrell wegen der immer größeren Spannungen Zypern verlassen. Seine damaligen Erfahrungen und Erlebnisse auf Zypern hat er sehr eindringlich in seinem Buch "Bittere Limonen" geschildert. Interessant ist die Vorgeschichte:

Die osmanische Herrschaft dauerte von 1571 bis 1878 (de jure bis 1914). 1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien, das diesem im Gegenzug Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen im Russisch-Osmanischen Krieg (1877–1878) zusagte. Mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte wurde die Insel von den Briten annektiert. Sie gehörte bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahre 1923 formal noch zur Türkei, die sie in besagtem Vertrag rückwirkend als seit 1914 durch Großbritannien annektiert anerkannte. 1925 wurde Zypern Kronkolonie. Die Bestrebungen der griechischen Zyprer zur Vereinigung Zyperns mit Griechenland führten 1931 zu einem Aufstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wiederholt zu Unruhen. Ab 1950 übernahm Makarios III. in seiner Doppelrolle als Erzbischof von Zypern und Ethnarch (Volksfürst) eine führende Rolle im politischen Kampf der griechischen Zyprer. 1955 begann die EOKA (eine griechisch-zypriotische Untergrundarmee) mit Terrorakten und Anschlägen den Kampf gegen die britische Kolonialmacht. Am 16. August 1960 wurde Zypern aufgrund des Zürcher und Londoner Abkommens zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig.

Die „Souveränen britischen Basen“ Akrotiri und Dekelia sind Exklaven, die völkerrechtlich als Britische Überseegebiete zu Großbritannien gehören. Für das Vereinigte Königreich war die Möglichkeit einer dauerhaften Nutzung der strategisch wichtigen Insel eine Bedingung für die Entlassung Zyperns in die Unabhängigkeit im Jahre 1960. Außerdem unterhalten die Briten auf der höchsten Erhebung der Insel, dem Mount Olympos, eine leistungsfähige Radar-Anlage und nahe der Exklave Dekelia die Ayios Nikolaos Station, die beide der Funküberwachung im Nahen Osten dienen und auch von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) mitgenutzt werden. Auf der Insel herrscht, wie auf Malta, Linksverkehr, ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit, die von 1878 bis 1960 dauerte.

Nach Unruhen und Spannungen zwischen den Volksgruppen (Griechen und Türken) in der Republik Zypern wurde im Jahr 1964 eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen stationiert (United Nations Peacekeeping Force in Cyprus, UNFICYP), um eine Eskalation des Zypernkonflikts zu verhindern. Dies gelang jedoch nicht. In einem von der griechischen Junta unterstützten Putsch der Nationalgarde wurde 1974 Präsident Makarios gestürzt. Die nationalistisch orientierten Putschisten strebten die Angliederung an Griechenland an (Enosis). Als Folge von Pogromen und ethnischen Säuberungen und unter Berufung auf ihre Rolle als Garantie- und Schutzmacht der türkischen Inselbewohner intervenierte die Türkei und besetzte den Norden Zyperns. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekräftigte in seiner Resolution 353 die territoriale Integrität und Unteilbarkeit der Republik Zypern und verlangte den sofortigen Abzug der türkischen Truppen.

Am 16. August 1974 wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Die Friedenstruppe der Vereinten Nationen überwacht seitdem die Einhaltung des Waffenstillstandes, unter anderem durch regelmäßige Patrouillen an der Green Line genannten Demarkationslinie.
1983 wurde im türkisch besetzten Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern proklamiert. Der UN-Sicherheitsrat erklärte die Proklamation in seiner Resolution 541 für völkerrechtswidrig. Die Türkei ist der einzige Staat, der die Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Der südliche Teil der Insel umfasst ca. 5384 km², der nördliche ca. 3355 km², dazu kommen britische Militärbasen Akrotiri und Dekelia mit ca. 255 km² Fläche und die Pufferzone mit ca. 4 %.

2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Landesteilen erstmals wieder durchlässig, als die Öffnung der Grenzübergänge für beide Volksgruppen für Besuche im jeweils anderen Teil der Insel zum 23. April 2003 erfolgte. 2004 scheiterte jedoch der Annan-Plan zur Wiedervereinigung in einer Volksabstimmung an der Ablehnung im griechischen Teil Zyperns. Der Annan-Plan hatte für den griechischsprachigen Südteil Zyperns den Namen Griechisch-zyprischer Staat vorgesehen. Hätte der Plan auch im Südteil Akzeptanz gefunden, würde Zypern heute offiziell Vereinigte Republik Zypern heißen. Das türkischsprachige Pendant im Nordteil, auf dem heute die Türkische Republik Nordzypern errichtet ist, hätte den Namen Türkisch-zyprischer Staat erhalten. Die Türkische Republik Nordzypern hätte sich aufgelöst.

Die Republik Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU), und zwar mit ihrem völkerrechtlich anerkannten Territorium. De jure bedeutet das, dass auch der türkische Norden der Insel Unionsgebiet darstellt, auf dem die Republik Zypern ihr Recht jedoch nicht ausüben kann. Der Annan-Plan für die Neuordnung der politischen Situation auf der Insel stieß in seiner letzten Fassung bei den griechischen Zyprern in einem Referendum auf Ablehnung.




Lazarus-Kirche in Larnaka

In dieses immer noch schwierige Verhältnis zwischen Griechen und Türken auf der Insel Zypern sind wir während unserer Inselrundfahrt (mit dem Bus) am 14. Oktober 2017 hineingeraten. Wir besuchten zuerst die  Lazarus-Kirche in Larnaka (B).Die Lazarus-Kirche (auch Agios-Lazaros) wurde im späten 9. Jahrhundert errichtet. Sie liegt in der Nähe des Hafens und ist eine griechisch-orthodoxe Kirche der autonomen Kirche von Zypern, die dem Hl. Lazarus von Bethanien geweiht ist, der hier 30 Jahre als Bischof wirkte. Es ist dies eine von wenigen Mehrkuppelkirchen byzantinischen Stils in Zypern.
Grenzübergang in Nikosia
Die folgende Station der Inselrundfahrt war die Hauptstadt Nikosia (C). Der griechische Reiseleiter führte uns in die Altstadt. Dort überließ er uns unserer weiteren Initiative, in dem wir diesen Stadt teil auf eigenen Wunsch erobern konnten. Vereinbart wurde nur der Zeitpunkt, wann wir uns wieder beim Reisebus einfinden sollten. Er warnte uns aber eindringlich davor, dem  türkischen Teil einen Besuch abzustatten, denn es konnte ohne weiteres passieren, dass wir der Rückkehr in den griechischen Teil festgehalten werden würden. Und der Bus würde nicht warten...! 

Ältere Zeitungsleser in Nikosia
Obwohl wir unsere Reisepässe dabei hatten, erinnerten wir uns an die schlimmen Verhaftungen von Ausländern in der Türkei und zogen es vor kein Risiko einzugehen und nur den Grenzübergang zu fotographieren. Es fanden sich auch so interessante Fotomotive - wie die beiden griechischen Senioren, die genüßlich ihre Tageszeitung lasen und dabei ihre Tasse Kaffee tranken.

Asinou-Kapelle bei Nikitari
Ein weiteren Eindruck von der unsäglichen Trennungslinie zwischen dem griechischen und türkischen Teil der Insel bekamen wir auf der Fahrt in das Troodosgebirge, wo wir die Asinou-Kapelle besichtigen wollten. Wir fuhren über einen längeren Abschnitt entlang der Demarkationslinie ("Green Line") ohne sie zusehen, da sie hinter Hügeln versteckt war. Dies war sehr deprimierend und erinnerte mich an die DDR, die ich 1964 (kurz nach dem Bau der Mauer) bereist habe. 

Die Asinou-Kapelle (E) war äußerst interessant. Sie war reichlich mit Malereien und Ikonen ausgestattet. Die Kapelle wurde im Jahr 1099 mithilfe der Spenden des Magistro Nikephoros Ischyrios (der Titel des Magistro entsprach in byzantinischer Zeit dem eines hohen Beamten oder Richters) als Klosterkirche erbaut. Aus dem Magistro wurde später der Mönch Nikolaos. Das Kloster wurde bis Ende des 18. Jahrhunderts betrieben und dann verlassen.

Die Kirche besteht aus zwei Teilen: dem überwölbten Hauptschiff und der inneren Kirchenvorhalle (dem sog. Narthex), die erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts hinzugefügt wurde. Ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammt das steil geneigte, mit Flachziegeln gedeckte Holzdach, das der Kirche Schutz vor der Witterung bot. Von den übrigen Klostergebäuden ist heute leider nichts mehr zu sehen.

Die Wandmalereien im Inneren der Kirche stammen aus der Zeit zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert und spiegeln die Kunst Konstantinopels wieder, dem vermutlichen Geburtsort des Künstlers. Diese durften war aber nicht fotographieren, so dass wir uns mit der Fassade als Motiv begnügen mußten. 
Restaurant Forviotissa
Unser Mittagessen nahmen wir im Restaurant Forviotissa ein. Es lag ganz in der Nähe der Asinou-Kapelle, sodaß wir zu Fuß zum idyllisch gelegenen Restaurant gingen.  Am Eingang fielen mir die zahlreichen Schmetterlinge auf, die ich später fotographiert habe. Im Rahmen der Inselrundfahrt war das Essen (genannt Mezze und Wein als Getränk) im Preis enthalten. Als Mezze bezeichnet man kleine Gerichte, die zu verschiedenen Anlässen verzehrt werden. Sie waren hier als Zwischen-
mahlzeit gedacht und haben sehr gut geschmeckt. Die Anlage, in der sich das Restaurant befand, war sehr eindrucksvoll und ist auf Bustouristen eingestellt.

Schmetterlinge beim Restaurant Forviotissa
Nach diesem ausgiebigen und entspannten Mittagessen in einer ruhigen Atmosphäre setzten wir unsere Busfahrt durch das kurvenreiche Troodosgebirge fort. Wir wollten das Weindorf  Odomos (F) mit seinem berühmten Kloster Timios Stavros besuchen. Unterwegs erzählte uns der Reiseleiter von dem verlassenen Bergdorf, dem die jungen Leute anhanden gekommen sind. Unser Eindruck war dann ein ganz anderer, denn in dem einsamen Dorf wimmelte es nur so von Touristen und interessanten Geschäften. An tollen Fotomotiven mangelte es ganz sicher nicht.


Blick auf Omodos
Der ganze Stolz des Örtchens ist das einst um 327 n. Chr. gegründete Timios-Stavrós-Kloster (Kloster des heiligen Kreuzes) im Zentrum des Dorfes. Helena, die Mutter Konstantins des Großen, soll einst auf dem Rückweg aus dem Heiligen Land diesen Ort für den Klosterbau bestimmt haben, indem sie einige Holzsplitter des Kreuzes Christi, dass sie in Jerusalem gesucht und gefunden hatte, in Ómodos zurückließ. Zusammen mit Teilen des Hanfseils, mit dem Jesus einst gefesselt war, werden diese Splitter in zwei vergoldeten Silberkreuzen verwahrt. 
 
Kloster Timios Stavros

Mit diesen christlichen Reliquien zu denen sich außerdem noch der Schädel des Apostels Philippus zählen kann, hat das Kloster von Ómodos das Zeug zum echten Wallfahrtsort. Doch wird es heute von keinem Mönch mehr bewohnt, vielmehr hat man die Schätze innerhalb des Klosters in kleinen Museen und Ausstellungsräumen organisiert. Im ehemaligen Kapitelsaal im ersten Stock des Klosters, der von einer fein geschnitzten alten Holzdecke überragt wird, werden mittelalterliche Ikonentafeln präsentiert. 
Ikonengemälde
Im Erdgeschoss widmen sich die Ausstellungsräume Geschehnissen der neueren Geschichte Zyperns, im speziellen an die im Untergrund gegen die Briten kämpfende EOKA-Bewegung zwischen 1955 und 1959. Fotos und persönliche Gegenstände erinnern an die Kämpfer, die damals gegen die Briten umkamen.

Nach diesen spannenden Ausflügen zu interessanten Kirchen und Klöstern und zum Grenzübergang in der Hauptstadt Nikosia fuhren wir am späten Nachmittag über Limassol (G) und Larnaka (H) in unser Hotel (I) zurück. Die Inselrundfahrt war bei herrlichem, aber nicht zu heißem  Wetter  relativ anstrengend. Dafür wurde uns auch sehr viel geboten und wir legten über 400 km zurück.

Unser Interesse für die Klöster (und Kirchen) auf der Insel Zypern konnten wir auch mit den Linienbussen 101 und 102 befriedigen, deren Haltestellen auf gegenüberliegenden Seiten lagen.
Am Montag, den 16. Oktober 2017, fuhren wir mit der Linie 101 von Protaras ins Zentrum von Ayia Napa, um das berühmte Kloster zu besichtigen. Das Kloster Ayia Napa  lag etwas oberhalb am Berg.
 
Kloster Ayia Napa

Daneben befindet sich die jüngere Kirche der Heiligen Jungfrau, von deren Wandmalereien wir begeistert waren. An der Stelle des Klosters befand sich eine Felsenhöhle, die um 1100 ausgebaut wurde. Mit der Ankunft der Kreuzritter auf der Insel Zypern (1191) wurde ein Herrensitz neben der Höhlenkirche gegründet. Die Venezianer wandelten ab 1489 den Komplex in ein Kloster um.
























Wir bummelten anschließend noch durch das Stadtzentrum und entdeckten dabei Figuren, die als  "Originale von Ayia Napa" bezeichnet werden. Daneben fanden wir Denkmäler, die an den Befreiungskampf (1955 bis 1959) und an die türkische Besetzung erinnerten. Dies sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir mit den Befreiungskämpfen konfrontiert wurden.

"The Originals of Ayia Napa"
Am 18. Oktober 2017 fuhren wir mit der Buslinie 101 in die entgegengesetzte Richtung nach Paralimni bis zur Endstation. Schräg gebenüber befand sich die St. Georgskirche, die wir zuerst besuchten. Dann betraten wir die kleine byzantinische St. Anna-Kirche. Die ältere St. Georg-Kirche lag zwischen diesen beiden. Sehr interessant waren die bunten Glasfenster in dem 
Verwaltungsgebäude der Diözöse CONSTANTINOS. (Bilder "Drei Kirchen")
 
Bunte Glasfenster im Verwaltungsgebäude der Diözöse

Wie in Ayia Napa wurden wir auch hier auf einen Helden des Befreiungskampfes (1955 bis 1959) verwiesen: Major General Tasos Markou. Er wurde am 18. September 1938 in Paralimni geboren und kämpfte 1974 auch gegen die Türken. Seit dieser Zeit gilt er als vermisst. 

Major General Tasos Markou

Biographie des Freiheitshelden Tasos Markou

Der ideale Ausgangspunkt fur unsere Unternehmungen auf der Insel Zypern war uns Crystal Springs Beach Hotel  in Protaras, das am östlichen Ende in der Provinz Famagusta liegt. Dies ist ein ideales Feriendomiziel für die genussvolle Entspannung und Rekreation bei selbstbestimmter sportlicher Betätigung. Das Essen war vorzüglich und stellte den Höhepunkt des jeweiligen erholsamen Ferientages dar. 
Unsere Badebucht
Wir waren begeistert. Besonders eindruckvoll war die große Gartenanlage mit wunderschön blühenden Pflanzen. Trotz der verbreiteten Trockenheit war der Rasen grün und die Natur gedieh üppig. Wenn man am frühen Morgen unterwegs war, konnte man die Beregnungsanlagen erkennen, die später abgestellt wurden. Lustig war es auch, in Ruhe das Spiel der Sperlinge zu beobachten, die im Garten immer im Gruppen auftraten. 

Blüten in der Gartenanlage
Während des gesamten Urlaubes herrschte herrlicher Sonnenschein und unter den schattigen Palmen konnte man es aushalten. An einem Badetag kamen von von der See stürmische Wellen, die ein ausgezeichnetes Fotomotiv darstellten. Unsere Badebucht war relativ geschützt und das Baden in der leichten Brandung machte großen Spaß. 
 
Wellen vor der Badebucht

Eine Wanderung nach Pernera  war ein wenig anstrengend und ich gewann die Überzeugung, dass wir die schönste Badebucht  genießen konnten, die auch nicht besonders überlaufen war, da der Zugang nur durch unser Hotel ging. Alle Eindrücke - und davon gewannen wir zahlreiche während einwöchigen Urlaubes - bestätigten uns, dass wir  auf der Insel Zypern optimal entspannen und die "Seele baumeln lassen kann".

Literatur:
GRIECHENLAND - Landschaft und Kultur im Wandel 
GREECE - Landscape and Culture in Change