Freitag, 18. Mai 2018

Taschenbuch: "ABENTEUER in Mittel- und Südamerika"

e-Buch: "ABENTEUER in Mittel- und Südamerika"

Freitag, 11. Mai 2018

Taschenbuch: "REISEN in die Neuen Bundesländer" (ehemals DDR)

Mittwoch, 9. Mai 2018

DRESDEN - ein interessantes Kulturwochende

Diesen Beitrag habe ich vor einiger Zeit bereits bei OLDIES Hannover veröffentlicht. Im Zusammenhang mit meinem geplanten Buch "REISEN in die Neuen Bundesländer" möchte ich meinen Bericht über das schöne Wochenende in DRESDEN bei meinen Reiseberichten veröffentlichen:

Stadtplan von DRESDEN
Für meinen 60. Geburtstag (am 13. November 2004) hatte sich meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, etwas ganz Besonderes ausgedacht - ein interessantes und schönes Kulturwochenende in Dresden. Wir fuhrenmit unserem Wagen OPEL Combo Tour zu unserem Wochenendziel. Etwa 100 km vor Dresden gab es auf der Autobahn einen lauten Knall und "schreckliche" Geräusche an unserem Wagen. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h war uns ein neuer Winterreifen geplatzt! In einer gemeinsamen Aktion behoben wir diesen Schaden. Dies blieb dann aber doch die einzigste unangenehme Überraschung.

Begrüssung im Hotel zum 60. Geburtstag
In unserem Dresdner  Hotel QUINTESSENZ fühlten wir uns sofort willkommen und die Arragements des Personals für meinen 60. Geburtstag waren sehr beeindruckend. Das Hotel war relativ klein und entsprach so vollkommen unseren Wünschen. Es lag außerhalb Dresden in Weixdorf. Von dort konnte man aber sehr bequem mit der Straßenbahn (Linie 7) ins Zentrum gelangen.

Verkehrsverbindungen zum ZENTRUM
Der Samstagvormittag begann mit einer Stadtrundfahrt, die uns bis nach Loschwitz mit dem "Blauen Wunder" (einer Elb-Brücke in Stahlkonstruktion) und der dortigen Standseilbahn führte.
Die Bahn brachte uns zum "Balkon von Dresden" -  der vornehmen Wohngegend  um den "Weißen Hirsch". Mit einem Raddampfer der Weißen Flotte - mit dem bezeichnenden Namen AUGUST der STARKE - ging es zurück nach Dresden, wo wir unterhalb der Brühlschen Terressen ankamen.

Unterwegs auf der Elbe
Nun hatten wir Gelegenheit, uns in der Altstadt die wiederaufgebauten Sehenswürdigkeiten anzusehen (in der Nacht vom 13. bis 14. Februar 1945 wurde im Rahmen mehrerer Bombenangriffe nahezu alles zerstört und viele Menschen kamen ums Leben). Am beeindruckendsten ist die neuerstandene Frauenkirche. Spendenmittel nach der Wende machten dies erst möglich.

Die neuaufgebaute Frauenkirche
Das Schloss mit der eindrucksvollen Hofkirche wurde bereits zu DDR-Zeiten wiederaufgebaut. Nun gibt es fast wieder das alte "Elbflorenz", das AUGUST der STARKE (1670 bis 1733) sich erträumt hatte und sich erschaffen ließ.

Collage "DRESDEN"
Als besonderes Highlight stand an diesem Tage noch die Besichtigung der Semper-Oper auf dem Programm. Eine längere Warteschlange wies auf das große Interesse hin. Unter der Anleitung von Gottfried Semper (dem Vater, der als ehemaliger "48-er Revolutionär" nicht nach Dresden zurück durfte) baute der Sohn die abgebrannte Oper wieder auf. Nach dem Kriege war der erneute Wiederaufbau eine besondere Leistung der DDR-Bürger. Im Rahmen der über einstündigen Führung durch die Semper-Oper konnten wir dieses Meisterwerk der Restaurier-Kunst bewundern.

Führung durch die Semper-Oper

Am Sonntag (dem Tag der Heimreise) gönnten wir uns noch einmal einen "architektonische Leckerbissen" -  den Dresdner Zwinger. Die Erwanderung des Innenbereiches zeigte uns die Dimension dieses Bauwerkes und uns einige interessante fotografische Perspektiven. Für die bekannten Museen in den Innenräumen des Dresdner Zwingers wollen wir uns bei unserem nächsten Besuch in Dresden etwas Zeit reservieren.

Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

Voller Begeisterung über die herrlichen Eindrücke und die Gastfreundlichkeit der Dresdner fuhren wir wieder nach Hause. Das Novemberwetter hat uns angenehm überrascht und es gelangen uns einige eindrucksvolle Aufnahmen. Wir wollen auf jeden Fall - möglichst im Frühling - wiederkommen.



REISEN in die DDR und die Neuen Bundesländer

Lange bevor die Mauer 1989 fiel, besuchte ich 1964 meine Verwandten in Stralsund
(also ziemlich genau 3 Jahre, nachdem diese unsere Mitbürger im Osten von uns isolierte). Mein damaliger Eindruck von dem Leben in der DDR war sehr positiv und ich konnte mit meinen Verwandten interessante Sehenswürdigkeiten auf Rügen und der Insel Hiddensee besuchen.

Auf der Fahrt nach Hiddensee 1964
Fast 13 Jahre später (1977) kam ich wieder zu Besuch nach Stralsund. Diesmal allerdings nicht mit dem Zug über Hamburg, sondern von Kopenhagen (wo ich seit Januar 1977 mit meiner Familie lebte und arbeitete) mit der Fähre von Gedser nach Warnemünde. Die Einreiseformalitäten waren sehr viel einfacher und ich konnte mit meinen Verwandten von Dänemark aus normal telefonieren.

Familientreffen in Stralsund im August 1977
Genaugenommen waren wir damals zweimal in Stralsund: Einmal zu Pfingsten 1977 und das zweite Mal im August als meine Eltern uns in Dänemark besuchten und sie die Gelegenheit benutzten, die Verwandten in Stralsund zu sehen. Das war ein einzigartiges Zusammentreffen der älteren Generation, von denen niemand mehr lebt (mit Ausnahme des Autors in der Mitte).

Dass es noch über 12 Jahre dauern würde, bis die Mauer fiel, ahnte damals von den Anwesenden niemand und war auch eine große Überraschung. Meine Kontakte mit den Verwandten in der DDR reduzierte sich durch meine Versetzung als Technical Manager 1980 nach Holland (Wohnsitz in GOUDA) und mein Schritt in die Selbständigkeit als Beratender Ingenieur.

Während dieser Zeit unternahm ich mehrmals eine Reise zu Geschäftskontakten über die Zonen-Autobahn nach Berlin.Ich fuhr immer sehr vorsichtig und kassierte trotzdem einmal ein Bußgeld über 100,- DM, da ich angeblich schneller als 100 km/h gefahren sei. Derartige Ereignisse machten eine Fahrt nach West-Berlin immer zu einem spannenden Erlebnis.

Nach dem Fall der Mauer dauerte es fast drei Jahre (1992) bis ich wieder - ohne große Kontrollen - nach Berlin reiste. Mein Sohn Jochen (damals 21 Jahre alt) lebte in der Brunnenstrasse in Ost-Berlin. Dort waren die Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten und die Mieten günstig. Als wir im November  Jochen besuchten, war es relativ kühl und meine damalige Freundin Iris, Jochen und ich unternahmen nur einen Ausflug zum Brandenburger Tor. Dort befanden sich - zu meiner Überraschung - sehr viele Verkaufsstände, an denen auch russische Militaria angeboten wurde.

Bereits im Mai 1993 war ich (begleitet von Torsten - Jochens Freund in Hildesheim) bei sehr viel schönerem Wetter wieder in Berlin und wir besuchten das Schloss Sanssouci in Potsdam. Damals hatte ich für die historische Dimension dieses Lustschlosses und für seinen Erbauer, Friedrich dem Großen, wenig im Sinn. Dieses Interessse entwickelte ich erst seit 1996 mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Mit ihr besuchte ich 2010 das Schloss Sanssouci erneut.

Schloss Sanssouci Mai 1993





Im Oktober 1993 waren wir wieder in Berlin - diesmal mit meiner Freundin Iris und Jochen stellte uns seine neue Freundin Sabine und spätere Frau vor. Diesmal besuchten wir das Kloster Chorin und das Schiffshebewerk Niederfinow. Beides lag in nordöstlicher Richtung - ca. 100 km von Berlin entfernt.

Sabine, Jochen und Iris im Kloster Chorin 1993


Das Besondere an meinem heutigen Interesse für die "Neuen Bundesländer" (ehemals DDR) vermittelte mir meine zweite Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mit der ich seit 1998 glücklich verheiratet bin. Vom Anfang unserer Bekanntschaft 1996 an waren wir kulturell sehr aktiv und besuchten alle Schlösser der näheren Umgebung von Hildesheim. Danach wagten wir uns in den Harz und besuchten auch Wernigerode und Quedlinburg, wobei wir uns insbesondere für den Dom und dessen Geschichte im Dritten Reich interessierten. Nun begannen wir nicht nur Tagesauflüge in die "Neuen Bundesländer" zu unternehmen. Sehr spannend war natürlich der Urlaub auf RÜGEN (2002), denn dort wandelte ich auf "alten Spuren".(1964).

Montag, 7. Mai 2018

Natur und Technik am RENNSTEIG im Thüringer Wald

Die Werraquelle
Seit längerer Zeit hatten wir geplant, einmal auf dem Rennsteig im Thüringer Wald zu wandern und die freie Natur zu genießen. Am Donnerstag, den 26. April 2018, fuhren wir bei strömendem Regen in Sarstedt los und mußten uns auf der Autobahn A7 bis zur Ausfahrt Bockenem (südlich von Hildesheim) durch sehr beschränkte Sichtverhältnisse kämpfen.

Danach lies der Regen nach und wir fuhren gemütlich über die B 243 nach Seesen und dann weiter bis kurz vor Nordhausen. Diese Strecke kannten wir bereits von unserem Ausflug im August 2016  nach Erfurt. In der Nähe von Erfurt gelangten wir auf die Autobahn A4, der wir bis zur Anschlußstelle A71 in Richtung Süden folgten. In Ilmenau gab es Probleme, denn die empfohlene Ausfahrt Ost war gesperrt, so dass wir die Autobahn vorher verlassen mussten. Aber - fast wie während der gesamten Fahrt - wies uns unser Navi den richtigen Weg bis zu unserem Zielort Masserberg. In 4 Stunden hatten wie die Strecke von ca. 270 km zurückgelegt.

Auf der Rückreise, am 29. April 2018, hat uns unser Navi einen alternativen Weg vorgeschlagen, den wir als angenehmer empfanden. Bis Ilmenau ging der Weg wieder über die Landstrassen. Und wieder gab es Probleme mit der Auffahrt bzw. mit den entsprechenden Umleitungsschildern. Auf der Autobahn A71 kamen wir bis nach Erfurt und an Gotha vorbei auf der A4 bis hinter Eisenach, wo wir  über die Ausfahrt Eschwege nach Norden in Richtung Göttingen fuhren, um dort auf der A7 nach Hause in Hildesheim zu kommen. Auch hier benötigen ca. 4 Stunden.

Masserberg liegt im Westteil des Thüringer Schiefergebirges, das zum Thüringer Wald gehört. Unmittelbar südlich von Masserberg verläuft der Rennsteig, der über den 845 m hohen Eselsberg mit der Rennsteigwarte führt. Die anderen Ortsteile befinden sich alle südlich des Rennsteigs und folgen bis auf Schnett dem Verlauf der Biber, deren Quelle am Sattel zwischen dem Eselsberg und dessen Nebengipfel Fehrenberg liegt.

Rennsteigwarte auf dem Eselsberg
An den Luftkuhrort Masserberg, der auf einer Höhe von 775 m Höhe liegt, konnten wir uns sehr schnell gewöhnen. Mit dem Kurhotel Auerhahn dagegen hatten wir unsere  Schwierigkeiten. Deshalb unternahmen wir nach unserer Ankunft erst einmal einen schönen Spaziergang durch Masserberg. Sehr schnell fanden wir auch den kleinen Supermarkt KOCH (der uns bereits aus dem Internet bekannt war), wo wir uns während der Urlaubstage mit Proviant versorgten.

Masserberg
Leider erst an unserem letzten Tag vor der Abreise entdeckten wir das sehr gemütliche Café Kaiser an der Hauptstrasse bei der Masserberger Klinik. Nach unseren Wanderungen gönnten wir uns ein schönes Stück Kuchen mit einem ausgezeichneten Kaffee. Nach der ersten Wanderung auf dem RENNSTEIG wollten wir deshalb in dem Restaurant "Schöne Aussicht" einkehren. Leider konnte der freundliche Wirt unsere Wünsche nicht erfüllen. So fanden wir den Rasthof "Zum Breitenborn", der ganz in der Nähe lag. Am daruffolgenden Tag, einem Samstag, war der Gasthof leider geschlossen und so fanden wir das empfehlenswerte Café Kaiser.

Die Umgebung der Werraquelle
Für unsere Wanderung auf dem RENNSTEIG, am Freitag, den 27. April 2018, herrschten ideale Wetterbedingungen und so konnten wir ohne Einschränkungen wieder einmal eine  größere Tour unternehmen. In Erinnerung hatten wir immer noch unsere anstrengende  Besteigung der Burg Falkenstein vor mehr als 6  Jahren. Diese liegt ca. 200 km in nördlicher Richtung bei Wernigerode.
Unser Ziel war die Werraquelle. Die Landschaft war sehr beeindruckend und die eingefasste Quelle konnten wir leicht finden, denn der Wanderweg war sehr gut ausgeschildert. Auf dem Rückweg benutzten wir einen Parallelweg zum RENNSTEIG..

Der RENNSTEIG ist ein etwa 170 km langer Weg auf dem Höhenkamm und führte als historischer Grenzweg durch den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald. Außerdem ist er der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meistbegangene Weitwanderweg Deutschlands. Er beginnt im Eisenacher Ortsteil Hörschel am Ufer der Werra und endet in Blankenstein an der Selbitzbrücke. 
 
Goldisthal

Den zweiten Tag in Masserberg widmeten wir der Besichtigung eines der modernsten und größten Pumpspeicherkraftwerke am Ortsrand von Goldisthal. Dies ist ein sehr schönes Beispiel für das harmonische Nebeneinander von Natur und Technik. Bereits 1970 begann man zur Zeit der DDR mit den ersten Arbeiten. Die Inbetriebnahme erfolgte aber erst 2003 unter der Regie des Konzerns Vattenfall Europe Generation AG. Allein die Wassermenge des Oberbeckens von 12 Mio. m³ reicht für acht Stunden Turbinen-Volllastbetrieb. Damit kann der Freistaat Thüringen für einen Tag mit Strom versorgt werden. Das faszinierende Volumen (18,9 Mio. m³) und die Ausbreitung  des Unterbeckens lassen sich im malerischen Thüringer Wald auf einem  12 km langen Rundweg bewundern.

Das Unterbecken
Mit dem Auto fuhren wir in das 11 km entfernte  Goldisthal, wo wir sehr schnell einen Parkplatz fanden. Dann wanderten wir auf dem spannenden Rundweg bis zum ersten Aussichtspunkt oberhalb des Unterbeckens. Der weitere Wanderweg wurde uns dann zu schmal und wir begaben uns wieder auf den Rückweg. Unterwegs entdeckten wir eine befahrene Schotterstrasse, die uns ebenfalls zu verschiedenen Aussichtspunkten oberhalb des Unterbeckens führte. Hier gelangen uns eindrucksvolle Aufnahmen.
Das Oberbecken
Als wir nach Goldisthal zurückkamen war das Haus der Natur geöffnet und man gab uns dort bereitwillig Informationen, um zum Oberbecken zu gelangen. Mit unserem Wagen fuhren wir zu einem größeren Parkplatz, der auf der Höhe unterhalb des nicht sichtbaren Oberbeckens lag. Wir wanderten an der Staumauer entlang und wurden zu einer Aussichtsplattform geleitet. Von dort hatte man einen herrlichen Überblick über das Oberbecken. Wir konnten im Hintergrund auch sehr schön Masserberg und die Rennsteigbaude auf dem Eselsberg erkennen.

Bei beiden Wanderungen, die wieder unser Interesse für ausgiebige Touren mit der entsprechenden Ausrüstung weckten, fühlten wir uns nahezu alleine und vermißten die vielen Wanderer, die auf dem RENNSTEIG unterwegs sein sollten, nicht. Dagegen gab uns auch die Möglichkeit, Zeit für unsere innere Empfindungen und Eindrücke zu haben und diese auch zu Formulieren. Ein einzigartiger Gewinn in unserer hektischen Zeit!






Montag, 23. April 2018

Frühlingsspaziergang bei Schloss Derneburg

THALE und der Hexentanzplatz

Lustige Hexe
Mehrmals wollten wir dieses Jahr einen Tagesausflug nach Thale  zu den Hexen unternehmen. Leider war das Wetter nicht entsprechend. Erst am Samstag, den 7. April 2018, herrschten ideale Bedingungen, denn die Temperatur lag über 20 grd. C und der Himmel war ganztägig strahlend. blau.

Allerdings erfuhren wir am Abend im Fernsehen von dem schlimmen Ereignis in Münster, bei dem durch einen amokfahrenden Lebensmüden zwei Menschen beim "Kiepenkerl" getötet und zahlreiche Menschen verletzt wurden. Wir waren in der Zeit vom 9. bis 11. September 2017 in Münster und haben uns im Rahmen einer Stadtbesichtigung an derselben Stelle aufgehalten.

Wir haben es uns bei unseren zahlreichen Fern- und Autoreisen abgewöhnt, uns Sorgen über mögliche Terroranschläge zu machen. Deshalb freuten wir uns auch, dass wir ohne Schwierigkeiten nach 1,5 Stunden das 125 km entfernte Thale erreichten und auch sehr schnell einen großen Parkplatz bei den Seilbahnen fanden. Einen Großteil des Weges über die B 6 kannten wir bereits von unserer Fahrt zum Parkhotel Schloss Meisdorf und zur Burg Falkenstein vor 6 Jahren.

Kletterwald Thale
Es war schon beeindruckend, die zahlreichen  "Spaßmaschinen" im Funpark, dem Minigolf-Platz (der aus der Gondel sehr gut beobachtet werden konnte) und dem Kletterwald für die begeisterten Jugendlichen zu sehen. In jüngeren Jahren hätten wir uns sicherlich auch gerne im Kletterwald verirrt.

Nun wollten wir zuerst einmal den berühmten Hexentanzplatz auf dem Bergplateau in 454 m Höhe besichtigen. Deshalb benutzten wir die geschlossene Kabinenbahn (Berg- und Talfahrt 7,- Euro p.P. - 750 m lang) um dorthin zu gelangen. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit mit dem Auto bis zu einem Parkplatz in der Nähe des Hexentanzplatzes zu fahren.

Gondelbahn zu Hexentanzplatz
Der Hexentanzplatz soll angeblich ein altsächsischer Kultort sein, an dem in der Nacht zum 1. Mai (Walpugisnacht) zur Verehrung der sogenannten Hagedisen (Wald- und Berggöttinnen) Feste abgehalten wurden. Der Ort wurde erst nach dem Verbot des Kultes durch die zugewanderten christlichen Franken zum Hexentanzplatz. Der Überlieferung nach wurde der Platz, zur Kontrolle des Verbots, von fränkischen Soldaten bewacht, die von als Hexen verkleideten und auf Besen anreitenden Sachsen verjagt wurden. Ein weiterer alter Kultplatz der Sachsen befindet sich auf dem Brocken.

Berghotel Hexentanzplatz
Seit Langem sollen sich auf dem Hexentanzplatz in der Walpurgisnacht interessante Dinge abspielen. Hexen treffen sich hier zu einem Ausflug zum Brocken (Höhe: 1.142 m), den wir sehr gut sehen konnten. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es am Hexentanzplatz das gleichnamige Berghotel. Zur Zeit der DDR war jegliches Treiben zur Walpurgisnacht verboten, da die Bürger ausgeruht an den bedeutenden Feierlichkeiten zum 1. Mai teilnehmen sollten. Erstmals 1990 fanden wieder Hexenveranstaltungen statt.

Das mystische Bodetal
Bei guter Wetterlage (und das traf für unseren Ausflug hervorragend zu) erlebt man auf dem Bergplateau wunderbare Ausblicke in das oft mystisch wirkende Bodetal. Besonders aufregend ist in den hellgrünen Kabinenbahnen der Blick nach unten. Man kann durch den Glasboden in die Tiefe des Bodetals sehen.
Ausblick auf Thale
Nach einer kletterreichen Wanderung um den Hexentanzplatz genossen wir bei einer Tasse Kaffee (2,90 Euro) im Freien noch einmal den herrliche Aussicht nach Thale. Dann spazierten wir in Richtung Bergtheater, kamen am Harzeum vorbei (wo wir am Eingang ein interessantes Schild "Lebensgefährtin" fotographierten):

keine Abgabemöglichkeit
Die Walpurgishalle, die in der Nähe zu finden war, fand unser Interesse und wir besichtigten sie. Im Museum in der Walpurgishalle, welche auf Anregung des Malers Hermann Hendrich erbaut wurde, werden die Sagenwelt des Harzes und Szenen aus Goethes Faust lebendig. Darin ist auch ein Opferstein ausgestellt, der an alte Fruchtbarkeitsriten erinnert.Wir fanden das Ganze nicht besonders beeindruckend - zumal die großen Gemälde wegen der Lichtverhältnisse nicht sehr gut zu erkennen waren.
Die Rosstrappe
Die Rosstrappe ist ein 403 Meter hoher Granitfels oberhalb des linken Bodeufers, der als eine der großartigsten Felspartien nördlich der Alpen gilt. Wir konnten die Rosstrappe sehr gut von der Gondelbahn  aus sehen. Auf dem Felsen befindet sich eine Vertiefung, die einem riesigen Hufabdruck ähnelt. Wohl auch deshalb ranken sich seit Jahrhunderten zahlreiche Sagen und Mythen um das Granitmassiv. Die bekannteste Sage erzählt von der Entstehung des legendären Hufabdrucks, die dem Felsen seinen Namen gab. Zur Rosstrappe gelangt von Thale aus mit dem Sessellift.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz wunderten wir uns über die verfallenen Industriegebäude und den großen Parkplatz. Zu DDR-Zeiten war hier das Werk VEB Eisen- und Hüttenwerke Thale. Zum 300jährigen Jubiläum des Hüttenwerkes wurde 1986 das Hüttenmuseum Thale gegründet, das ein Besuch wert ist.

Hüttenmuseum Thale
Der jahrelange Investitionsstau führte nach der Wende beinahe zum Aus für das traditionsreiche Unternehmen (der größte Arbeitgeber vor Ort) und es gingen über 8.000 (!) Arbeitsplätze verloren. Es wurde schließlich 1993 durch den Verkauf an den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht und den Kaufmann Hans Henry Lamotte privatisiert.

Zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung kam es aber in dieser Zeit nicht. Erst mit der Übernahme durch die Schunk Group aus Gießen (1997) wurde wieder in die unterschiedlichen Unternehmens-bereiche, vor allem die Emailleverarbeitung investiert. Am 1. Oktober 2007 wurde die EHW Thale EMAIL GmbH durch drei Privatinvestoren übernommen. Unter der Bezeichnung THALETEC produziert das Unternehmen heute mit rund 200 Mitarbeitern technisch emaillierte Apparate und Produkte für die chemische und pharmazeutische Industrie.

Obwohl die Wende nun schon fast 30 Jahre zurückliegt, sind die strukturellen Probleme in Thale noch sehr gut zu erkennen. Aus dieser Sicht ist aber auch verständlich, warum hier soviel für die Touristen (insbesondere für die Jugendlichen) investiert wird. Denn nur so kann ein Teil der verlorengegangenen Wirtschaftskraft zurückgewonnen werden. 


Mittwoch, 21. März 2018

OMAN - Weihrauchdüfte und großer Luxus


Weihrauch-Verkäuferin in Salalah/OMAN

Als meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mir als nächstes Reiseziel den OMAN (14.02. bis 22.02.18) nannte, erinnerte ich mich sofort an die große Bedeutung, die WEIHRAUCH über Jahrhunderte für dieses arabische Land bedeutete. Dabei mußten sehr große Entfernungen zurückgelegt werden, um  dieses Produkt an die Interessenten im Mittelmeerraum zu verkaufen.

Die Weihrauchstraße von Südarabien zum Mittelmeer ist eine der ältesten Handelsrouten (siehe Karte: rote Farbe) der Welt. Über sie wurde der Weihrauch aus seinem Ursprungsland Dhofar (im Süd-Westen des heutigen Oman mit der Hauptstadt Salalah), über den Jemen, Asir (eine gebirgige Provinz im Südwesten Saudi-Arabiens) und den Hedschas in Saudi-Arabien zum Mittelmeerhafen von Gaza und nach Damaskus transportiert. Wichtige Handelsstationen an der Weihrauchstraße, die als  Karawanenroute betrieben wurde, waren Schabwa (heutige Ruinenstadt im Jemen), Sanaa (Hauptstadt des Jermen) , Medina (Saudi-Arbien) und Petra (heutige Ruinenstätte in Jordanien).. 
Handelswege von 200 v. Chr. bis 850 n. Chr.

Das getrocknete Harz des Weihrauchbaums  entwickelt beim Verglühen (Räuchern) einen aromatisch duftenden Rauch. Der Weihrauch wird von alters her als desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel in der Medizin genutzt. Als Heilmittel ist es in der außereuropäischen Medizin und Naturheilkunde bis heute sehr begehrt.Darüber hinaus wurde und wird Weihrauch für religiöse Kulthandlungen verwendet, etwa in der katholischen und in der orthodoxen Kirche. In den Tempeln fast aller Religionen der antiken Welt galt er als besonders wertvolle Opfergabe.

Jutta vor der Hinweistafel "Weihrauchbaum" im HAWANA Resort/OMAN
Ich habe noch sehr angenehme Erinnerungen an die starken Weihrauchdüfte während der heiligen Messe in der katholischen Kirche meiner Heimatgemeinde in Brühl. In Kombination mit der eindrucksvollen Orgelmusik kam bei mir etwas ins Schwingen und ich sang voller Inbrunst die bekannten Kirchenlieder. Leider ging das Interesse für diese erhebenden Momente mit meinem Wegzug aus Brühl (1967) verloren. Erst ca. 30 Jahre später fand ich in meiner zweiten. Frau, Jutta Hartmann-Metzger, eine Partnerin, die beim Besuch einer katholischen Kirche ähnliche Empfindungen hat.

Die Erschließung der Weihrauchstraße wurde erst durch die Domestizierung des Dromedars (mit einem Höcker) in der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr.möglich. Mit der Nutzung der Dromedare als Lasttiere konnten der Karawanen  größere Entfernungen bis zur nächsten Wasserstelle in der Wüste zurücklegen. Außer dem Weihrauch transportierten die Karawanen auch Gewürze und Edelsteine aus Indien und Südostasien nach Palästina und Syrien.

Bei Petra, nördlich des Golfs von Akaba, teilte sich die Weihrauchstraße in einen nördlichen Zweig mit dem Endpunkt Gaza und in einen östlichen, der nach Damaskus führte. Nach Berichten antiker Autoren benötigten Kamelkarawanen 100 Tagesmärsche für die 3.400 km lange Strecke zwischen Dhofar und Gaza.

Die Weihrauchstraße wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert v. Chr. erstmals genutzt. Zu einem Aufschwung des Handels kam es jedoch erst nach der Entstehung der südarabischen Königreiche Saba, Qataban, Hadramaut und Ma'in im 8. Jahrhundert v. Chr. Der hohe Bedarf an Weihrauch bei kultischen Handlungen im Mittelmeerraum führte seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. zu einer Blüte der Route sowie der Städte und Reiche, die sie verband. Um die Zeitenwende soll allein das Römische Reich 1.500 Tonnen der geschätzten Jahresproduktion von 2.500 bis 3.000 Tonnen Weihrauch konsumiert haben.

Kurz zuvor begann allerdings bereits der langsame Niedergang der Weihrauchstraße. Die ptolemäischen Herrscher Ägyptens hatten im 1. Jahrhundert v. Chr. den Seeweg durch das Rote Meer erschließen lassen. Dadurch konnten sie in den Weihrauchhandel einsteigen und die hohen Zölle und Abgaben umgehen, die auf der Landroute erhoben wurden. Damit verlor nicht nur der alte Karawanenweg seine Bedeutung. Auch den antiken arabischen Königreichen wurde allmählich die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Dies führte im 3. Jahrhundert zum Aufstieg der Himyaren im Jemen. Sie stützen sich nun verstärkt auf die Landwirtschaft im klimatisch günstigeren Bergland und auf die Kontrolle des Seehandels.

Der Siegeszug des Islam seit dem 7. Jahrhundert bedeutete einen weiteren schweren Rückschlag für den Handelsweg. Zwar fand Weihrauch auch in der islamischen Medizin weiterhin Verwendung, nicht jedoch in der religiösen Sphäre der Moscheen.

Weihrauch-Verkauf in Salalah/OMAN
Wir fanden immer noch einen regen Handel mit Weihrauch in Salalah. Dort besuchten wir einen speziellen Weihrauch-Markt (D) mit den unverwechselbaren Gerüchen in allen Himmelsrichtungen. Der Weihrauch wächst an den kargen Berghängen rings um Salalah unter perfekten Bedingungen Bis heute ist er eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte des Oman. Das Land, das nicht so reich mit Öl gesegnet ist wie seine Nachbarn, kann darauf nicht verzichten.Zusätzlich soll auch die Förderung des Tourismus zusätzliche Einnahmen bringen.

Die Weihrauchernte selbst ist aber für die Menschen weiterhin eine mühsame und langwierige Angelegenheit. Mit scharfen Messern ritzen die Weihrauchbauern in der Erntezeit zwischen Dezember und Mai Stamm und Äste an.. Die ersten Tropfen des Harzes sind unbrauchbar, doch wenn einen Monat später zum zweiten Mal geritzt wird, kommt die Qualität, die auf den Basaren landet. Rund vier Wochen muss das austretende Wachs am Baum aushärten, ehe die Bauern erneut von Baum zu Baum ziehen und das Harz abschlagen. Doch nicht nur in Dhofar findet man Weihrauchbäume, auch am Horn von Afrika, im Jemen und in Indien. Aber keine andere Region kann auf solch hohe Qualitäten verweisen, wie Dhofar. Topprodukte erzielen Spitzenpreise von über 50 Dollar je Kilogramm.

Das Goldland PUNT im Altertum
Eine interessante Querverbindung stellt das Goldland PUNT dar.dessen Name auch durch altägyptische Inschriften belegt ist. Es gibt nur Vermutungen, welcher Ort gemeint war.Nach der beigefügten Karte könnten der  Jemen und Dhofar im heutigen OMAN zum Goldland PUNT gehört haben, denn von dort stammte mit Sicherhet der Weihrauch.

Die Ägypter importierten aus PUNT vermutlich seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Weihrauch, Ebenholz, Elfenbein, Gold, Augenschminke, Silber, Speisesalz, Affen, Hunde, Pantherfelle sowie Straußenfedern und -eier. Aus Darstellungen und ägyptischen Inschriften geht hervor, dass Punt östlich Ägyptens am Meer lag und dass die Einwohner, die sich nach Kleidung und Haartracht in drei Gruppen gliedern lassen, in Pfahlbauten lebten und Rinder hielten.

Eine besonders kurze Überlandverbindung vom Nil zum Roten Meer bestand bei Koptos (Gebtu), welches daher schon lange ein wichtiger Handelsort der Ägypter war. Eine Karawane konnte diese Strecke in fünf Tagen bewältigen. Hier brachen auch viele Expeditionen nach PUNT auf. Die älteste bekannte Expedition nach PUNT führte König (Pharao) Sahure (5. Dynastie - ca. 2.500 v. Chr.) durch. Ebenfalls in der 5. Dynastie führte während der Regierungszeit von Djedkare der Beamte Bawerdjed eine Expedition nach Punt. Unter der Regentschaft von Mentuhotep III. reiste ein Beamter namens Henenu nach Punt.

Die wohl berühmteste Expedition unternahm die Königin Hatschepsut unter Führung Nehesis zum Erwerb unter anderem von Myrrhe und Zedern Ein Bericht dieser Reise ist als Relief im Totentempel Hatschepsuts an der Wand einer Pfeilerhalle („Punthalle“) in Deir el-Bahari erhalten geblieben. Vor dem Hatschepsut-Tempel fanden wir während unseres Besuches in Ägypten im Jahre 2003 eine Tafel, die über die PUNT-Eypedition unter Königin Harschepsut (1479 bis 1458 v. Chr)  informierte.

Hinweis auf PUNT-Expediition unter Hatschepsut

                                               
Das Ausmass unserer Ferienanlage konnten wir beim Eintreffen vom Flughafen Salalah nur unvollständig erkennen., denn unser Juweira Boutique Hotel (A) gehört zum HAWANA Salalah Resort mit über 900 Hotel Zimmern. Neben dem gemütlichen Juweira Boutigue Hotel gehören das größere Salalah Rotana Resort und das umfangreiche Fanar Hotel & Residences dazu. Die genaue Ausdehnung lernten wir später im Rahmen einer schönen Radtour genauer kennen (die Fahrräder haben wir kostenlos im Hotel ausgeliehen) Wir stellten dabei auch fest, dass dieser gesamte Komplex von Wüste umgeben ist.  Und bis zur nächstgrößeren Stadt Salalah beträgt die Entfernung 30 km.

HAWANA Salalah Resort/OMAN
Juweira Boutique Hotel

Salalah Rotana Resort

Fanar Hotel & Residences
 Es ist für uns Tradition, während unseres Urlaubes auch Land und Leute kennenzulernen. Es war interessant, dass die einheimischen Familien gerne die Anlage besuchten, dort flanierten und auch Bootstouren in der künstlichen Marina vor unserem Hotel unternahmen. Insbesondere am 1. Freitag (16.02.18) unseres Aufenthaltes fiel uns das auf, denn es war der Sonntag im OMAN.

Sonntagsausflug in das HAWANA Salalah Resort
Unseren ersten Sonntag, den 18. Februar 2018, hatten wir für die Stadtrundfahrt in Salalah reserviert. Die Busfahrt vom HAWANA Resort zur Sultan Qaboos Moschee (B)  in Salalah dauerte ca. eine halbe Stunde. Von unserer Oase mit üppigem Wuchs fuhren wir durch die trockene Wüste nach Salalah, wo uns die zahlreichen Palmen und Bananenplantagen auffielen. Bemerkenswert war das großzügig ausgebaute Fernstrassen-System, das Sultan Qaboos seit seiner Machtübernahme 1970 vorangetrieben hat. Unterwegs fuhren wir an den beliebten Dromedaren vorbei, deren Vorgänger an den Weihrauchtransporten bis zum Mittelmeer teilnahmen.


Dromedare vor Salalah
Neben der Großen Moschee in Muskat ist diese Moschee, die einzige im OMAN, die von Ausländern betreten werden darf. Deshalb erfolgt auch die Besichtigung der Moschee nach sehr strengen Regularien. Der Anhänger mit dem Kreuz mußte verdeckt werden, kurze Hosen waren nicht erlaubt. Die Damen mußten lange Hosen tragen (wie die Männer), die Schultern bedeckt und das Kopftuch war obligatorisch. Schuhe mußten ausgezogen werden - aber Socken waren möglich. Die Gebetszeiten waren auf einer farbigen Tafeln angezeigt. Während dieser Zeit war kein Besuch für Ausländer möglich.


Der Gebetsraum für Männer
Wir fuhren weiter zum Al Hosn Palast. (C) Dort wurde der heutige Sultan Qaboos geboren und besuchte hier die gegenüberliegende Schule. Die Besichtigung des Sultanspalastes war leider nicht möglich. Die besondere Ausdehnung konnte ich erkennen als ich nach dem Besuch des Weihrauch-Marktes noch ein wenig in der Gegend herumstöberte. Freundliche Handwerker liessen mich durch den Seiteneingang auf das Palastgelände. Weiterhin entdeckte ich auch den nicht zugänglichen Teil des  Palastes zum Strand.

Das Wappen des Sultans
Wir haben im OMAN einen sehr großen Luxus kennengelernt, der insbesondere in unserem Hotel und in seiner Umgebung zu erkennen war. Die Öffnung seines Landes für den Tourismus ist einer der Verdienste des jetzigen Sultans Qaboos (Qabus ibn Said), Im  Museum, das wir anschließend besucht haben, spricht man in einer speziellen  Ausstellung über die Verdienste des Sultans von einer "Renaissance" für das Land seit er 1970 an die Regierung kam. 


Sultan Qaboos
Da er für die englischen Armee über ein Jahr in Deutschland gedient hat, ist er sehr deutschfreundlich, hat einen deutschen Arzt und besucht die Universitätsklinik in Heidelberg. Er besitzt eine Villa in Garmisch-Partenkirchen. Im Gegensatz zu den Menschen in Marokko  begegneten uns die Einheimischen sehr freundlich und entspannt. Offensichtlich ist dies auch eine Konsequenz der segensreichen Politik des Sultans.
 
Einheimische Frauen mit Kind

Es gab überhaupt keine Probleme mit den verhüllten Frauen, da beide Seiten den gegenseitigen Respekt verspürten. In der Schweiz scheint dies momentan ein Problem zu sein (siehe Film "Verschleierung" auf 3sat am 16.3.18  20 Uhr 15 bis 21 Uhr 05). Dort gibt es den Versuch konservativer Politiker, die Verschleierung zu verbieten. Zahlreiche weibliche Touristen aus Saudi-Arabien, die man interviewt hat,  würden dann nicht mehr kommen, da ihre Traditionen verletzt werden würden.

Freundliche Begegnung auf dem Weihrauchmarkt
Fast gegenüber dem Seiteneingang des Palastes lag der Weihrauch-Markt, den ich bereits am Anfang in Verbindung mit der "Weihrauchstrasse" beschrieben habe. Auf diesem Souk gewinnt man einen sehr schönen Eindruck vom Weihrauch, der früher von sehr großer Bedeutung war und mit Gold aufgewogen wurde. Auf dem Markt trifft man die Einheimischen beim Plaudern und beim Geschäftemachen versammelt. Frauen tragen  ihre traditionelle, schwarzen Kleidungmit der sie sich verschleiern. Die Weihrauchdüfte finden sich überall.
 
Die Kokosnuss wird geöffnet

Nach dem Besuch des Weihrauch-Souks fuhren wir zu einem Verkaufsstand in der Nähe, wo alle Teilnehmer frische Kokosmilch bekamen. Man konnte sehen, wie die Kokosnüsse mit der Machete geöffnet wurden. Nachdem wir den Saft getrunken hatten, öffnete man die Nuss, um uns das Fleisch zu geben.
 
Das Weihrauchland Museum
Letzte Station auf unserer Stadtrundfahrt war das interessante  Weihrauch-Museum. (E) Daneben besteht es auch aus einer Abteilung mit Schiffsmodellen, Ausgrabungen und einer Darstellung der Verdienste des Sultans Qaboos, der seit 1970 das Land regiert ("Renaissance"). Dies war das erste Mal, dass mir die strenge Bewachung durch den Sicherheitsdienst aufgefallen ist. Fotographieren war verboten und Getränke durften auch nicht mitgenommen werden (wie auf dem Flughafen).

 
Nach ca. 4 Stunden war die Stadtrundfahrt in Salalah beendet.  Wir konnten so unsere positiven Eindrücke von diesem arabischen Urlaubsland vervollständigen. Vor allen Dingen wuchs unser Respekt vor der Friedfertigkeit und der Gelassenheit der Menschen im OMAN. Nirgendwo begegnete uns die Aggressivität, wo wir sie teilweise in anderen Urlaubsländern kennengelernt haben. Und ein Leben ohne Alkohol und Schweinefleisch ist für viele ein Gewinn. Zum Abschied von unserem wunderschönen Urlaub im OMAN drehte Jutta einen kleinen youtube-Film
Unterwegs im Salalah Airport/OMAN

siehe auch das Taschenbuch:
(Erfahrungen mit arabischen Ländern)