Montag, 22. Januar 2018

Eindrucksvolle KLÖSTER und schöne STRÄNDE auf ZYPERN

Kloster Ayia Napa auf Zypern

Seit unserem Besuch der Sonneninsel RHODOS im Jahre 2001 haben wir uns auch für andere griechische Inseln begeistert. Mein Bekannter, der in der Zwischenzeit verstorbene Professor Dr. Dr. Nicolaus Heutger, war Mitglied des Johanniterordens in Hannover und hatte mich im Rahmen unserer interessanten Kontakte auf die Johanniter-Festung auf der Insel RHODOS hingewiesen.

Johanniter-Festung
Ihm zu Ehren habe ich mich besonders intensiv in die geschichtsträchtige Materie der "Johanniter" eingearbeitet und ihn zu einem meiner zahlreichen Vorträge über die "Zeit der Johanniter auf der Insel RHODOS" eingeladen. Offensichtlich konnte ich seinen Maßstäben genügen.

Bereits 1986 war ich mit unserem AUDI 100 und  zwei Surfbrettern auf dem Dachgepäckträger in einer "Gewalttour" über 3.000 km von Hannover auf der AUTOPUT nach Porto Cheli auf dem Peloponnes gefahren. Generalkonsul Norbert Handwerk hatte uns sein herrliches Ferienhaus kostenlos uberlassen. Wir mussten nur für die Reinigung sorgen. Mit dem griechischen Pächter Dimitri und seiner Familie als Reiseführer besuchten wir mit unserem Wagen in drückender Hitze das antike Theater Epidaurus an der Ostküste des Peloponnes.
Das Löwentor in Mykene
Bei dieser Gelegenheit waren wir auch erstmals in Mykene. Später erfuhr ich von der frühen Verbindung der Minoer und Mykener mit KRETA.. Die Minoer und Mykener gehören zu den frühesten Hochkulturen Europas – und zu den geheimnisvollsten. Etwa ab 2600 vor Christus errichteten die Minoer auf Kreta ihre ersten Paläste. Scheinbar aus dem Nichts entstanden damals komplexe Siedlungen, die Bewohner schufen kunstvollen Schmuck, prachtvolle Fresken und nutzten eine Schrift (Linear A), die bis heute nicht entziffert werden konnte.

Der Knossos-Palast auf Kreta
Einer dieser Paläste war der Knossos-Palast, den der englische Forscher Sir Arthur John Evans um 1900 im Rahmen seiner Foschungen um die minoische Kultur entdeckt und künstlerisch ausgestaltet hat. Im Jahre 2005 war dies der Hauptgrund die griechische Insel Kreta zu besuchen.

Ähnlich rätselhaft sind bis heute die Mykener. Ihre Kultur begann etwa 1700 vor Christus auf dem Peloponnes und dominierte nach dem Niedergang der Minoer die gesamte Ägäis. Auch die Mykener bauten Paläste und schufen eine eigene Schrift – die Linear B. Aus ihr entwickelte sich später das Griechische. Unklar ist jedoch, ob die mykenische Kultur und Schrift auf der minoischen basierte.

Den Hauptsitz der Mykener auf dem Peloponnes hatte ich erstmals 1986 mit unseren griechischen Freunden kennengelernt. Zwanzig Jahre später (2006) besuchte ich diese Kulturstätte erneut im Rahmen einer Studienreise mit meiner 2. Frau, Jutta Hartmann-Metzger, die sich auch für die minoische und mykenische Kultur auf Kreta im Rahmen unseres Besuches 2005 interessierte.

Bei beiden Hochkulturen ist zudem ungeklärt, warum sie untergingen. Die Macht der Minoer begann ab 1450 vor Christus plötzlich zu schwinden, möglicherweise durch die Folgen des verheerenden Vulkanausbruchs von Santorini. Das Reich der Mykener ging um 1200 vor Christus unter. Als Ursache dafür wird ein Klimawechsel vermutet, der damals auch andere Mittelmeer-kulturen schwächte.

Es waren aber auch die Ereignisse während des 2. Weltkrieges auf Kreta, die uns interessierten. Im Rahmen einer interessanten Fotosafari entdeckten wir ein kleines privates Museum mit alten Waffen aus dem 2. Weltkrieg, die der Besitzer in dem ehemaligen Kampfgebiet zwischen Engländern und Deutschen im Gebirge gefunden hatte.

Eine wahre Husaren-Geschichte ereignete sich 1944 auf Kreta. Britische Geheimdienstoffiziere und griechische Partisanen entführten am 26. April 1944 Generalmajor Kreipe, den Kommandeur der 22. Infanterie-Division auf Kreta und brachten ihn mit einem U-Boot nach Afrika. Planer und Leiter des spektakulären Coups war Patrick Leigh Fermor – Engländer, Geheimdienstagent und später weltberühmter Reiseschriftsteller. Als Freund eines weiteren, bekannten englischen Reiseschriftstellers, Lawrence Durrell, begegnete mir Fermor in dem sehr interessanten Zypern-Buch "Bittere Limonen" von Lawrence Durrell, das mir als ausgezeichnete Informationsquelle für unseren Zypern-Urlaub im Oktober 2017 diente. Zufällig wurde ich in unserer Ameis Buchecke auf sein tolles Buch Die unterbrochene Reise, aufmerksam, das ich z-Zt. lese und in dem mir das Kapitel über seine Besuche der Klöster auf dem Berg Athos viel Freude bereitet hat (wir sind 2014 dort  mit dem "Piratenboot" vorbeigefahren).



Da ich den bekannten, englischen Reiseschriftsteller Lawrwence Durrell bereits genannt habe, möchte ich an dieser Stelle auch einige interessante  biographische Daten über ihn zitieren

Der Sohn der britischen Kolonialbewohner Louisa und Lawrence Samuel Durrell verbrachte seine ersten Lebensjahre in Indien. Mit elf Jahren wurde er zum Schulbesuch nach Canterbury (England) geschickt, wo er sich jedoch nie heimisch fühlte. Er verließ die Universität ohne Abschluss, da er den Beruf des Schriftstellers anstrebte.
Am 22. Januar 1935 heiratete Durrell Nancy Isobel Myers, seine erste Ehefrau. Im März zog er nach Aufenthalten in Paris und Athen mit Mutter, Frau und Geschwistern einschließlich Bruder Gerald nach Korfu. Zu dieser Zeit begann auch seine lebenslange Freundschaft mit dem Schriftstellerkollegen Henry Miller. Im gleichen Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman Pied Piper of Lovers.
1941 mussten die Durrells Griechenland (Korfu) wegen der näherrückenden deutschen Armee verlassen. Durrell zog nach Kairo. In der Folge lebte Durrell in Alexandria, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Rhodos, 1947/48 in Argentinien, 1949 bis 1952 in Belgrad. Er arbeitete in verschiedenen Positionen, meist als Presseattaché, für die britische Regierung.
Im Jahr 1952 zog Durrell nach Zypern, wo er zunächst Englischunterricht erteilte und später wiederum für die britische Regierung in Nikosia arbeitete. Seine Erlebnisse aus der Zeit der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen türkischen und griechischen Zyprioten verarbeitete er in dem Buch Bittere Lemonen (veröffentlicht 1957).
Noch während der Zeit auf Zypern begann Durrell mit der Arbeit am Alexandria-Quartett, das zwischen 1957 und 1960 veröffentlicht wurde. Diese vier Bücher brachten Durrell internationale Anerkennung ein.
Als Durrell Zypern 1956 verlassen musste, siedelte er sich in Südfrankreich an, wo er den Rest seines Lebens verbringen sollte. Durrell war viermal verheiratet und hatte zwei Töchter.
 
Beim Studiem seiner Reisebücher folgte ich gewissermaßen seinen Spuren. In seinem Buch über RHODOS stellte ich nach unserer Rückkehr fest, dass er in der Nähe des Türkischen Friedhofes in Rhodos-Stadt kurz nach dem Kriege gewohnt hat. Sein Argentinien-Aufenthalt in Cordoba lag lange vor meiner Zeit (1972) als ich über ein halbes Jahr in La  Plata (südlich von Buenos Aires) in Argentinien lebte und arbeitete. Obwohl seine Obsession für die griechischen Inseln 1935 mit seiner Übersiedelung nach KORFU begann, fand unser Interesse für die Grüne Insel KORFU
erst 80 Jahre später seine Erfüllung (2016).

Nach den Inseln Korfu, Rhodos kam Lawrence Durrell 1952 nach Zypern, wo er als Lehrer und später als Pressesprecher der englischen Insel-Regierung wirkte. Er erlebte die Unabhängigkeits-bestrebungen der Griechen  hautnah mit. 1956 mußte Lawrence Durrell wegen der immer größeren Spannungen Zypern berlassen. Seine damaligen Erfahrungen und Erlebnisse auf Zypern hat er sehr eindringlich in seinem Buch "Bittere Limonen" geschildert. Interessant ist die Vorgeschichte:

Die osmanische Herrschaft dauerte von 1571 bis 1878 (de jure bis 1914). 1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien, das diesem im Gegenzug Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen im Russisch-Osmanischen Krieg (1877–1878) zusagte. Mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte wurde die Insel von den Briten annektiert. Sie gehörte bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahre 1923 formal noch zur Türkei, die sie in besagtem Vertrag rückwirkend als seit 1914 durch Großbritannien annektiert anerkannte. 1925 wurde Zypern Kronkolonie. Die Bestrebungen der griechischen Zyprer zur Vereinigung Zyperns mit Griechenland führten 1931 zu einem Aufstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es wiederholt zu Unruhen. Ab 1950 übernahm Makarios III. in seiner Doppelrolle als Erzbischof von Zypern und Ethnarch (Volksfürst) eine führende Rolle im politischen Kampf der griechischen Zyprer. 1955 begann die EOKA (eine griechisch-zypriotische Untergrundarmee) mit Terrorakten und Anschlägen den Kampf gegen die britische Kolonialmacht. Am 16. August 1960 wurde Zypern aufgrund des Zürcher und Londoner Abkommens zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig.

Die „Souveränen britischen Basen“ Akrotiri und Dekelia sind Exklaven, die völkerrechtlich als Britische Überseegebiete zu Großbritannien gehören. Für das Vereinigte Königreich war die Möglichkeit einer dauerhaften Nutzung der strategisch wichtigen Insel eine Bedingung für die Entlassung Zyperns in die Unabhängigkeit im Jahre 1960. Außerdem unterhalten die Briten auf der höchsten Erhebung der Insel, dem Mount Olympos, eine leistungsfähige Radar-Anlage und nahe der Exklave Dekelia die Ayios Nikolaos Station, die beide der Funküberwachung im Nahen Osten dienen und auch von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) mitgenutzt werden. Auf der Insel herrscht, wie auf Malta, Linksverkehr, ein Relikt aus der britischen Kolonialzeit, die von 1878 bis 1960 dauerte.

Nach Unruhen und Spannungen zwischen den Volksgruppen (Griechen und Türken) in der Republik Zypern wurde im Jahr 1964 eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen stationiert (United Nations Peacekeeping Force in Cyprus, UNFICYP), um eine Eskalation des Zypernkonflikts zu verhindern. Dies gelang jedoch nicht. In einem von der griechischen Junta unterstützten Putsch der Nationalgarde wurde 1974 Präsident Makarios gestürzt. Die nationalistisch orientierten Putschisten strebten die Angliederung an Griechenland an (Enosis). Als Folge von Pogromen und ethnischen Säuberungen und unter Berufung auf ihre Rolle als Garantie- und Schutzmacht der türkischen Inselbewohner intervenierte die Türkei und besetzte den Norden Zyperns. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekräftigte in seiner Resolution 353 die territoriale Integrität und Unteilbarkeit der Republik Zypern und verlangte den sofortigen Abzug der türkischen Truppen.

Am 16. August 1974 wurde ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Die Friedenstruppe der Vereinten Nationen überwacht seitdem die Einhaltung des Waffenstillstandes, unter anderem durch regelmäßige Patrouillen an der Green Line genannten Demarkationslinie.
1983 wurde im türkisch besetzten Nordteil der Insel die Türkische Republik Nordzypern proklamiert. Der UN-Sicherheitsrat erklärte die Proklamation in seiner Resolution 541 für völkerrechtswidrig. Die Türkei ist der einzige Staat, der die Türkische Republik Nordzypern anerkennt. Der südliche Teil der Insel umfasst ca. 5384 km², der nördliche ca. 3355 km², dazu kommen britische Militärbasen Akrotiri und Dekelia mit ca. 255 km² Fläche und die Pufferzone mit ca. 4 %.

2003 wurde die Grenze zwischen den beiden Landesteilen erstmals wieder durchlässig, als die Öffnung der Grenzübergänge für beide Volksgruppen für Besuche im jeweils anderen Teil der Insel zum 23. April 2003 erfolgte. 2004 scheiterte jedoch der Annan-Plan zur Wiedervereinigung in einer Volksabstimmung an der Ablehnung im griechischen Teil Zyperns. Der Annan-Plan hatte für den griechischsprachigen Südteil Zyperns den Namen Griechisch-zyprischer Staat vorgesehen. Hätte der Plan auch im Südteil Akzeptanz gefunden, würde Zypern heute offiziell Vereinigte Republik Zypern heißen. Das türkischsprachige Pendant im Nordteil, auf dem heute die Türkische Republik Nordzypern errichtet ist, hätte den Namen Türkisch-zyprischer Staat erhalten. Die Türkische Republik Nordzypern hätte sich aufgelöst.

Die Republik Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU), und zwar mit ihrem völkerrechtlich anerkannten Territorium. De jure bedeutet das, dass auch der türkische Norden der Insel Unionsgebiet darstellt, auf dem die Republik Zypern ihr Recht jedoch nicht ausüben kann. Der Annan-Plan für die Neuordnung der politischen Situation auf der Insel stieß in seiner letzten Fassung bei den griechischen Zyprern in einem Referendum auf Ablehnung.

Lazarus-Kirche in Larnaka
In dieses immer noch schwierige Verhältnis zwischen Griechen und Türken auf der Insel Zypern sind wir während unserer Inselrundfahrt (mit dem Bus) am 14. Oktober 2017 hineingeraten. Wir besuchten zuerst die  Lazarus-Kirche in Larnaka..Die Lazarus-Kirche (auch Agios-Lazaros) wurde im späten 9. Jahrhundert errichtet. Sie liegt in der Nähe des Hafens und ist eine griechisch-orthodoxe Kirche der autonomen Kirche von Zypern, die dem Hl. Lazarus von Bethanien geweiht ist, der hier 30 Jahre als Bischof wirkte. Es ist dies eine von wenigen Mehrkuppelkirchen byzantinischen Stils in Zypern.
Grenzübergang in Nikosia
Die folgende Station der Inselrundfahrt war die Hauptstadt Nikosia. Der griechische Reiseleiter führte uns in die Altstadt. Dort überließ er uns unserer weiteren Initiative, in dem wir diesen Stadt teil auf eigenen Wunsch erobern konnten. Vereinbart wurde nur der Zeitpunkt, wann wir uns wieder beim Reisebus einfinden sollten. Er warnte uns aber eindringlich davor, dem türkischen Teil einen Besuch abzustatten, denn es konnte ohne weiteres passieren, dass wir der Rückkehr in den griechischen Teil festgehalten werden würden. Unf der Bus würde nicht warten...! 

Ältere Zeitungsleser in Nikosia
Obwohl wir unsere Reisepässe dabei hatten, erinnerten wir uns an die schlimmen Verhaftungen von Ausländern in der Türkei und zogen es vor kein Risiko einzugehen und nur den Grenzübergang zu fotographieren. Es fanden sich auch so interessante Fotomotive - wie die beiden griechischen Senioren, die genüßlich ihre Tageszeitung lasen und dabei ihre Tasse Kaffee tranken.

Asinou-Kapelle bei Nikitari
Ein weiteren Eindruck von der unsäglichen Trennungslinie zwischen dem griechischen und türkischen Teil der Insel bekammen wir auf der Fahrt in das Troodosgebirge, wo wir die Asinou-Kapelle besichtigen wollten. Wir fuhren über einen längeren Abschnitt entlang der Demarkationslinie ("Green Line") ohne sie zusehen, da sie hinter Hügeln versteckt war. Dies war sehr deprimierend und erinnerte mich an die DDR, die ich 1964 (kurz nach dem Bau der Mauer) bereist habe. Die Asinou-Kapelle war äußerst interessant. Sie war reichlich mit Malereien und Ikonen ausgestattet, die wir aber nicht fotographieren durften, so dass wir uns mit der Fassade als Motiv begnügen mußten. 
 




Freitag, 5. Januar 2018

SÜDKOREA - Begegnung mit der asiatischen Kultur Kindle Buch

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