Mittwoch, 21. März 2018

OMAN - Weihrauchdüfte und großer Luxus


Weihrauch-Verkäuferin in Salalah/OMAN

Als meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mir als nächstes Reiseziel den OMAN (14.02. bis 22.02.18) nannte, erinnerte ich mich sofort an die große Bedeutung, die WEIHRAUCH über Jahrhunderte für dieses arabische Land bedeutete. Dabei mußten sehr große Entfernungen zurückgelegt werden, um  dieses Produkt an die Interessenten im Mittelmeerraum zu verkaufen.

Die Weihrauchstraße von Südarabien zum Mittelmeer ist eine der ältesten Handelsrouten (siehe Karte: rote Farbe) der Welt. Über sie wurde der Weihrauch aus seinem Ursprungsland Dhofar (im Süd-Westen des heutigen Oman mit der Hauptstadt Salalah), über den Jemen, Asir (eine gebirgige Provinz im Südwesten Saudi-Arabiens) und den Hedschas in Saudi-Arabien zum Mittelmeerhafen von Gaza und nach Damaskus transportiert. Wichtige Handelsstationen an der Weihrauchstraße, die als  Karawanenroute betrieben wurde, waren Schabwa (heutige Ruinenstadt im Jemen), Sanaa (Hauptstadt des Jermen) , Medina (Saudi-Arbien) und Petra (heutige Ruinenstätte in Jordanien).. 
Handelswege von 200 v. Chr. bis 850 n. Chr.

Das getrocknete Harz des Weihrauchbaums  entwickelt beim Verglühen (Räuchern) einen aromatisch duftenden Rauch. Der Weihrauch wird von alters her als desinfizierendes und entzündungshemmendes Räuchermittel in der Medizin genutzt. Als Heilmittel ist es in der außereuropäischen Medizin und Naturheilkunde bis heute sehr begehrt.Darüber hinaus wurde und wird Weihrauch für religiöse Kulthandlungen verwendet, etwa in der katholischen und in der orthodoxen Kirche. In den Tempeln fast aller Religionen der antiken Welt galt er als besonders wertvolle Opfergabe.

Jutta vor der Hinweistafel "Weihrauchbaum" im HAWANA Resort/OMAN
Ich habe noch sehr angenehme Erinnerungen an die starken Weihrauchdüfte während der heiligen Messe in der katholischen Kirche meiner Heimatgemeinde in Brühl. In Kombination mit der eindrucksvollen Orgelmusik kam bei mir etwas ins Schwingen und ich sang voller Inbrunst die bekannten Kirchenlieder. Leider ging das Interesse für diese erhebenden Momente mit meinem Wegzug aus Brühl (1967) verloren. Erst ca. 30 Jahre später fand ich in meiner zweiten. Frau, Jutta Hartmann-Metzger, eine Partnerin, die beim Besuch einer katholischen Kirche ähnliche Empfindungen hat.

Die Erschließung der Weihrauchstraße wurde erst durch die Domestizierung des Dromedars (mit einem Höcker) in der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr.möglich. Mit der Nutzung der Dromedare als Lasttiere konnten der Karawanen  größere Entfernungen bis zur nächsten Wasserstelle in der Wüste zurücklegen. Außer dem Weihrauch transportierten die Karawanen auch Gewürze und Edelsteine aus Indien und Südostasien nach Palästina und Syrien.

Bei Petra, nördlich des Golfs von Akaba, teilte sich die Weihrauchstraße in einen nördlichen Zweig mit dem Endpunkt Gaza und in einen östlichen, der nach Damaskus führte. Nach Berichten antiker Autoren benötigten Kamelkarawanen 100 Tagesmärsche für die 3.400 km lange Strecke zwischen Dhofar und Gaza.

Die Weihrauchstraße wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert v. Chr. erstmals genutzt. Zu einem Aufschwung des Handels kam es jedoch erst nach der Entstehung der südarabischen Königreiche Saba, Qataban, Hadramaut und Ma'in im 8. Jahrhundert v. Chr. Der hohe Bedarf an Weihrauch bei kultischen Handlungen im Mittelmeerraum führte seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. zu einer Blüte der Route sowie der Städte und Reiche, die sie verband. Um die Zeitenwende soll allein das Römische Reich 1.500 Tonnen der geschätzten Jahresproduktion von 2.500 bis 3.000 Tonnen Weihrauch konsumiert haben.

Kurz zuvor begann allerdings bereits der langsame Niedergang der Weihrauchstraße. Die ptolemäischen Herrscher Ägyptens hatten im 1. Jahrhundert v. Chr. den Seeweg durch das Rote Meer erschließen lassen. Dadurch konnten sie in den Weihrauchhandel einsteigen und die hohen Zölle und Abgaben umgehen, die auf der Landroute erhoben wurden. Damit verlor nicht nur der alte Karawanenweg seine Bedeutung. Auch den antiken arabischen Königreichen wurde allmählich die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Dies führte im 3. Jahrhundert zum Aufstieg der Himyaren im Jemen. Sie stützen sich nun verstärkt auf die Landwirtschaft im klimatisch günstigeren Bergland und auf die Kontrolle des Seehandels.

Der Siegeszug des Islam seit dem 7. Jahrhundert bedeutete einen weiteren schweren Rückschlag für den Handelsweg. Zwar fand Weihrauch auch in der islamischen Medizin weiterhin Verwendung, nicht jedoch in der religiösen Sphäre der Moscheen.

Weihrauch-Verkauf in Salalah/OMAN
Wir fanden immer noch einen regen Handel mit Weihrauch in Salalah. Dort besuchten wir einen speziellen Weihrauch-Markt (D) mit den unverwechselbaren Gerüchen in allen Himmelsrichtungen. Der Weihrauch wächst an den kargen Berghängen rings um Salalah unter perfekten Bedingungen Bis heute ist er eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte des Oman. Das Land, das nicht so reich mit Öl gesegnet ist wie seine Nachbarn, kann darauf nicht verzichten.Zusätzlich soll auch die Förderung des Tourismus zusätzliche Einnahmen bringen.

Die Weihrauchernte selbst ist aber für die Menschen weiterhin eine mühsame und langwierige Angelegenheit. Mit scharfen Messern ritzen die Weihrauchbauern in der Erntezeit zwischen Dezember und Mai Stamm und Äste an.. Die ersten Tropfen des Harzes sind unbrauchbar, doch wenn einen Monat später zum zweiten Mal geritzt wird, kommt die Qualität, die auf den Basaren landet. Rund vier Wochen muss das austretende Wachs am Baum aushärten, ehe die Bauern erneut von Baum zu Baum ziehen und das Harz abschlagen. Doch nicht nur in Dhofar findet man Weihrauchbäume, auch am Horn von Afrika, im Jemen und in Indien. Aber keine andere Region kann auf solch hohe Qualitäten verweisen, wie Dhofar. Topprodukte erzielen Spitzenpreise von über 50 Dollar je Kilogramm.

Das Goldland PUNT im Altertum
Eine interessante Querverbindung stellt das Goldland PUNT dar.dessen Name auch durch altägyptische Inschriften belegt ist. Es gibt nur Vermutungen, welcher Ort gemeint war.Nach der beigefügten Karte könnten der  Jemen und Dhofar im heutigen OMAN zum Goldland PUNT gehört haben, denn von dort stammte mit Sicherhet der Weihrauch.

Die Ägypter importierten aus PUNT vermutlich seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Weihrauch, Ebenholz, Elfenbein, Gold, Augenschminke, Silber, Speisesalz, Affen, Hunde, Pantherfelle sowie Straußenfedern und -eier. Aus Darstellungen und ägyptischen Inschriften geht hervor, dass Punt östlich Ägyptens am Meer lag und dass die Einwohner, die sich nach Kleidung und Haartracht in drei Gruppen gliedern lassen, in Pfahlbauten lebten und Rinder hielten.

Eine besonders kurze Überlandverbindung vom Nil zum Roten Meer bestand bei Koptos (Gebtu), welches daher schon lange ein wichtiger Handelsort der Ägypter war. Eine Karawane konnte diese Strecke in fünf Tagen bewältigen. Hier brachen auch viele Expeditionen nach PUNT auf. Die älteste bekannte Expedition nach PUNT führte König (Pharao) Sahure (5. Dynastie - ca. 2.500 v. Chr.) durch. Ebenfalls in der 5. Dynastie führte während der Regierungszeit von Djedkare der Beamte Bawerdjed eine Expedition nach Punt. Unter der Regentschaft von Mentuhotep III. reiste ein Beamter namens Henenu nach Punt.

Die wohl berühmteste Expedition unternahm die Königin Hatschepsut unter Führung Nehesis zum Erwerb unter anderem von Myrrhe und Zedern Ein Bericht dieser Reise ist als Relief im Totentempel Hatschepsuts an der Wand einer Pfeilerhalle („Punthalle“) in Deir el-Bahari erhalten geblieben. Vor dem Hatschepsut-Tempel fanden wir während unseres Besuches in Ägypten im Jahre 2003 eine Tafel, die über die PUNT-Eypedition unter Königin Harschepsut (1479 bis 1458 v. Chr)  informierte.

Hinweis auf PUNT-Expediition unter Hatschepsut

                                               
Das Ausmass unserer Ferienanlage konnten wir beim Eintreffen vom Flughafen Salalah nur unvollständig erkennen., denn unser Juweira Boutique Hotel (A) gehört zum HAWANA Salalah Resort mit über 900 Hotel Zimmern. Neben dem gemütlichen Juweira Boutigue Hotel gehören das größere Salalah Rotana Resort und das umfangreiche Fanar Hotel & Residences dazu. Die genaue Ausdehnung lernten wir später im Rahmen einer schönen Radtour genauer kennen (die Fahrräder haben wir kostenlos im Hotel ausgeliehen) Wir stellten dabei auch fest, dass dieser gesamte Komplex von Wüste umgeben ist.  Und bis zur nächstgrößeren Stadt Salalah beträgt die Entfernung 30 km.

HAWANA Salalah Resort/OMAN
Juweira Boutique Hotel

Salalah Rotana Resort

Fanar Hotel & Residences
 Es ist für uns Tradition, während unseres Urlaubes auch Land und Leute kennenzulernen. Es war interessant, dass die einheimischen Familien gerne die Anlage besuchten, dort flanierten und auch Bootstouren in der künstlichen Marina vor unserem Hotel unternahmen. Insbesondere am 1. Freitag (16.02.18) unseres Aufenthaltes fiel uns das auf, denn es war der Sonntag im OMAN.

Sonntagsausflug in das HAWANA Salalah Resort
Unseren ersten Sonntag, den 18. Februar 2018, hatten wir für die Stadtrundfahrt in Salalah reserviert. Die Busfahrt vom HAWANA Resort zur Sultan Qaboos Moschee (B)  in Salalah dauerte ca. eine halbe Stunde. Von unserer Oase mit üppigem Wuchs fuhren wir durch die trockene Wüste nach Salalah, wo uns die zahlreichen Palmen und Bananenplantagen auffielen. Bemerkenswert war das großzügig ausgebaute Fernstrassen-System, das Sultan Qaboos seit seiner Machtübernahme 1970 vorangetrieben hat. Unterwegs fuhren wir an den beliebten Dromedaren vorbei, deren Vorgänger an den Weihrauchtransporten bis zum Mittelmeer teilnahmen.


Dromedare vor Salalah
Neben der Großen Moschee in Muskat ist diese Moschee, die einzige im OMAN, die von Ausländern betreten werden darf. Deshalb erfolgt auch die Besichtigung der Moschee nach sehr strengen Regularien. Der Anhänger mit dem Kreuz mußte verdeckt werden, kurze Hosen waren nicht erlaubt. Die Damen mußten lange Hosen tragen (wie die Männer), die Schultern bedeckt und das Kopftuch war obligatorisch. Schuhe mußten ausgezogen werden - aber Socken waren möglich. Die Gebetszeiten waren auf einer farbigen Tafeln angezeigt. Während dieser Zeit war kein Besuch für Ausländer möglich.


Der Gebetsraum für Männer
Wir fuhren weiter zum Al Hosn Palast. (C) Dort wurde der heutige Sultan Qaboos geboren und besuchte hier die gegenüberliegende Schule. Die Besichtigung des Sultanspalastes war leider nicht möglich. Die besondere Ausdehnung konnte ich erkennen als ich nach dem Besuch des Weihrauch-Marktes noch ein wenig in der Gegend herumstöberte. Freundliche Handwerker liessen mich durch den Seiteneingang auf das Palastgelände. Weiterhin entdeckte ich auch den nicht zugänglichen Teil des  Palastes zum Strand.

Das Wappen des Sultans
Wir haben im OMAN einen sehr großen Luxus kennengelernt, der insbesondere in unserem Hotel und in seiner Umgebung zu erkennen war. Die Öffnung seines Landes für den Tourismus ist einer der Verdienste des jetzigen Sultans Qaboos (Qabus ibn Said), Im  Museum, das wir anschließend besucht haben, spricht man in einer speziellen  Ausstellung über die Verdienste des Sultans von einer "Renaissance" für das Land seit er 1970 an die Regierung kam. 


Sultan Qaboos
Da er für die englischen Armee über ein Jahr in Deutschland gedient hat, ist er sehr deutschfreundlich, hat einen deutschen Arzt und besucht die Universitätsklinik in Heidelberg. Er besitzt eine Villa in Garmisch-Partenkirchen. Im Gegensatz zu den Menschen in Marokko  begegneten uns die Einheimischen sehr freundlich und entspannt. Offensichtlich ist dies auch eine Konsequenz der segensreichen Politik des Sultans.
 
Einheimische Frauen mit Kind

Es gab überhaupt keine Probleme mit den verhüllten Frauen, da beide Seiten den gegenseitigen Respekt verspürten. In der Schweiz scheint dies momentan ein Problem zu sein (siehe Film "Verschleierung" auf 3sat am 16.3.18  20 Uhr 15 bis 21 Uhr 05). Dort gibt es den Versuch konservativer Politiker, die Verschleierung zu verbieten. Zahlreiche weibliche Touristen aus Saudi-Arabien, die man interviewt hat,  würden dann nicht mehr kommen, da ihre Traditionen verletzt werden würden.

Freundliche Begegnung auf dem Weihrauchmarkt
Fast gegenüber dem Seiteneingang des Palastes lag der Weihrauch-Markt, den ich bereits am Anfang in Verbindung mit der "Weihrauchstrasse" beschrieben habe. Auf diesem Souk gewinnt man einen sehr schönen Eindruck vom Weihrauch, der früher von sehr großer Bedeutung war und mit Gold aufgewogen wurde. Auf dem Markt trifft man die Einheimischen beim Plaudern und beim Geschäftemachen versammelt. Frauen tragen  ihre traditionelle, schwarzen Kleidungmit der sie sich verschleiern. Die Weihrauchdüfte finden sich überall.
 
Die Kokosnuss wird geöffnet

Nach dem Besuch des Weihrauch-Souks fuhren wir zu einem Verkaufsstand in der Nähe, wo alle Teilnehmer frische Kokosmilch bekamen. Man konnte sehen, wie die Kokosnüsse mit der Machete geöffnet wurden. Nachdem wir den Saft getrunken hatten, öffnete man die Nuss, um uns das Fleisch zu geben.
 
Das Weihrauchland Museum
Letzte Station auf unserer Stadtrundfahrt war das interessante  Weihrauch-Museum. (E) Daneben besteht es auch aus einer Abteilung mit Schiffsmodellen, Ausgrabungen und einer Darstellung der Verdienste des Sultans Qaboos, der seit 1970 das Land regiert ("Renaissance"). Dies war das erste Mal, dass mir die strenge Bewachung durch den Sicherheitsdienst aufgefallen ist. Fotographieren war verboten und Getränke durften auch nicht mitgenommen werden (wie auf dem Flughafen).

 
Nach ca. 4 Stunden war die Stadtrundfahrt in Salalah beendet.  Wir konnten so unsere positiven Eindrücke von diesem arabischen Urlaubsland vervollständigen. Vor allen Dingen wuchs unser Respekt vor der Friedfertigkeit und der Gelassenheit der Menschen im OMAN. Nirgendwo begegnete uns die Aggressivität, wo wir sie teilweise in anderen Urlaubsländern kennengelernt haben. Und ein Leben ohne Alkohol und Schweinefleisch ist für viele ein Gewinn. Zum Abschied von unserem wunderschönen Urlaub im OMAN drehte Jutta einen kleinen youtube-Film
Unterwegs im Salalah Airport/OMAN










Dienstag, 20. März 2018

Unterwegs im Salalah Airport/OMAN

Dienstag, 13. März 2018

Das SEA-LIFE in Hannover - bunte Fische wie in der KARIBIK

Tropenfische im SEA-LIFE Hannover
Kürzlich besuchten wir das SEA-LIFE in Hannover, wo ich ein regelrechtes Déjà-vu-Erlebnis hatte. Die meisten der bunten Tropenfische in den Aquarien hatte ich bereits 1982 während mehrerer Tauchgänge vor der Insel Klein-Bonaire in derKaribik gesehen. Und plötzlich war auch die Sehnsucht wieder da, noch einmal nach diesen eindrucksvollen Fischen zu tauchen.

nach dem Tauchgang vor Klein-Bonaire
Damals fütterte ich diese "zahmen" Fische in 10 Meter Tiefe mit Brot, das ich in meiner roten Tarierweste mitgenommen hatte. Sie frassen mir regelrecht aus der Hand und ich wartete gespannt, ob nicht auch noch Haifische auftauchen würden. Diese Erlebnisse mit Haien hatte Hans Hass 1939 auf der anderen Seite der Insel Klein-Bonaire ( in der karibischen See) erlebt. Da sie größere Fische harpunierten floß Blut und das lockte die Haifische mit großer Geschwindigkeit an. Mit einem speziellen Stock und lautem Schreien konnten sie diese aggressiven Tiere abwehren. Diese Methode hat sich auch im Krieg in anderen Meeren bewährt - z.B. bei deutschen Seeleuten, die 1943 vor der Küste Afrikas trieben.


Erklärung zur Landkarte:  Vom Flamingo Beach Hotel gingen wir zum Hafen von Kralendjk. Von dort fuhren wir mit      dem kleinen Motorboot zur Insel Klein-Bonaire, wo ich tauchte und meine Begleiter den Tag verbrachten. Am Nachmittag wurden wir wieder abgeholt.

Heute ist mir klar, warum ich keine Berührung mit Haien hatte, denn ich habe keine Fische harpuniert (was nicht meinem Wesen entspricht) und es floss also kein Blut, das die Raubfische hätte anlocken können. Dagegen zogen einige Barrakudas vorbei, die mich aber in Frieden liessen. In seinem Buch "In unberührte Tiefen" beschreibt er seine zahlreichen Abenteuer in den tropischen Meeren. Für mich war dieses Buch der Anlass, 1975 an einen Tauchkurs zu absolvieren - mit dem Ziel, einmal vor der Karibikinsel Bonaire zu tauchen. Und 1982 klappte dies in einer unbeschreiblichen Art und Weise.

Bereits 1975 bedauerte ich das fehlende Interesse in meiner Familie und bei Freunden für meine Tauchbegeisterung. Selbst für die Tauchgänge im Mittelmeer konnte ich niemanden begeistern. Und in der Woche auf der Insel Bonaire (1982) durfte ich mich alleine an der bunten Unterwasserwelt erfreuen. In unregelmäßigen Abständen fand ich dort auch einen fremden Tauchpartner. Das besonders spannende Nachttauchen führten wir aus Sicherheitsgründen zu dritt vor Bonaire durch.

Mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger, bin ich seit über 20 Jahren glücklich verheiratet und wir lieben die Aktivitäten im Wasser. Während unseres kürzlichen Urlaubes im OMAN (Februar 2018) genossen wir das Schwimmen im Pool unseres Juweira Boutique Hotels. Was mich besonders freute waren Jutta's Tauchversuche mit der Schwimmerbrille. Das Interesse für das Tauchen ist bei ihr offensichtlich geweckt (die gewünschte Nasenklammer habe ich ihr in der Zwischenzeit geschenkt). Bei unseren geplanten Reisezielen: Madeira, La Palma, Kroatien, Kapverdische Inseln und Israel werden sich geeignete Übungsmöglichkeiten ergeben.

Haifisch-Alarm
Bezüglich des SEA-LIFE Hannover bin ich regelrecht mit der "Tür ins Haus gefallen" und habe ausführlich über meine Begegnungen mit Tropenfischen in der Karibik berichtet. Viele Menschen haben eine derartige Möglichkeit nicht und freuen sich über den Besuch mit ihren Kindern oder Enkelkindern in einem derartigen SEA-LIFE  Der Eintritt ist relativ günstig, wenn man das Ticket online bestellt und den Betrag von 13,95 € p.P. vom Konto abbuchen lässt. Gegenüber dem Eintrittspreis an der Kasse von 17,50 € spart man bei 2 Personen (wie bei uns) 7,10 €. Allerdings habe heute auf der SEÄ-LIFE-Webseite gelesen, dass der online-Eintrittspreis auf  11,95 € reduziert wurde.
Chamäleon im Terrarium
Der Weg an den verschiedenen Aquarien und Terrarien vorbei wird hauptsächlich beansprucht von begeisterten Kindern. Erwachsene Kinder spielen eine untergeordnete Rolle und assistieren möglicherweise bei den Aufnahmen. Bei uns begab sich JUTTA auf die Pirsch, nachdem ich unsere Digitalkamera mit einem Weitwinkelobjektiv versehen hatte. Das Fotographieren mit einem Blitz war nicht gestattet - es wäre aber  wegen der Spiegelungen sehr störend gewesen. JUTTA's Fotoausbeute kann sich sehen lassen. Für Tieraufnahmen hat sie einfach das geschicktere "Händchen". Nach über einer Stunde beendeten wir unsere Expedition in die Unterwasserwelt. Was dies bewirkt hat, habe am Anfang dieses blog-Beitrages ausführlich beschrieben.

Prachtfisch im SEA-LIFE Timmendorfer Strand
Dies ist nicht das erste SEA-LIFE, das wir besucht haben. Im Jahre 2009 erholte sich JUTTA von einem schlimmen Beinbruch, den sie sich im Januar bei einem Sturz auf dem Glatteis vor unserer Haustür zugezogen hatte, am Timmendorfer Strand. Wir besuchten auch das   SEA-LIFE Timmendorfer Strand und waren begeistert. Auch dort gelangen uns sehr schöne Aufnahmen..


Ich denke, es ist für jeden verständlich, dass wir diese Unterwasserpracht gerne auch einmal in der freien Natur erleben wollen (bei mir - ich bin jetzt 74 Jahre alt - ist es auch schon wieder 36 Jahre her, dass ich in dem Taucherparadies vor Bonaire unterwegs war. Genaugenommen muss man garnicht mit der Flasche tauchen, um die bunten Fische beobachten zu können. Es reichen bereits Taucherbrille, Schnorchel und Flossen (so habe ich 1974 an der Cote d'Azur in Südfrankreich angefangen), um wunderschöne Erlebnisse zu haben. Und mit dieser Ausrüstung könnte JUTTA (62) zu einer zweiten Lotte Hass werden?

Dienstag, 6. Februar 2018

HAMBURG ist immer eine Reise wert (IV)!

Es ist schon Tradition, dass wir uns bekannte Musicals in Hamburg ansehen und im Steigenberger Hotel übernachten. 2014 waren wir zum letzten Mal in Hamburg und besuchten das atemberaubende Musical "Phantom der Oper" in der Neuen Flora. Dabei machten sehr angenehme Erfahrungen mit dem Fernbus.

Theater "Neue Flora"
Diesmal wählten wir den Termin für den  Besuch des Musicals ALADDIN in der Neuen Flora - kurz nach meinem 73. Geburtstag - am Wochenende 25./26. November 2017. Die Vorstellung war bereits am Nachmittag um 15.00 Uhr. Die Anfahrt von Hildesheim klappte ganz gut - nur kurz vor dem Ziel in der Hafenstadt gab es zahlreiche Baustellen, die auch unser NAVI verwirrte.

Telefon im AMERON Hotel
Unser neugewähltes AMERON Hotel lag ideal in der Speicherstadt und das Parkhaus befand sich nebenan. Unser Auto ließen wir beruhigt zurück und nutzten nur noch die öffentlichen Verkehrsmittel, um z.B. zur Neuen Flora zu gelangen.

Mit der Buslinie 111, die in der Nähe unseres Hotels hielt, führen wir zum Baumwall (von dort gelangt man auch zur Elbphilharmonie. Dort stiegen wir in die Hochbahn U3 bis zur Sternschanze. Zum  Musical-Theater Neue Flora kamen wir mit der S-Bahnlinie S21/31, indem wir an der  Haltestelle "Holstenstrasse" ausstiegen. Der Rückweg war entsprechend - allerdings war es in der Zwischenzeit unangenehm kühl geworden.

Leider haben wir für die öffentlichen Verkehrsmittel zu viel bezahlt. Im Hotel erkundigten wir uns nach der Hamburg CARD, die wir als Tageskarte benutzen wollten. Jutta hatte bereits von zu Hause telefonisch entsprechend angefragt. Danach kostete die Tageskarte 10,50 €. Im Hotel mussten wir überraschenderweise 18,50 € zahlen (diese Version galt aber für einen größeren Bereich, den wir garnicht nutzen wollten). Als wir dies reklamierten, konnte uns der Differenzbetrag leider nicht erstattet werden.
Werbung für ALADDIN
Das Disney-Stück ALADDIN überraschte uns in seiner Spritzigkeit und Lebendigkeit. Fast drei Stunden lang waren wir von der bunten Vielfalt begeistert. Die Handlung war einfach und leicht nachzuvollziehen (wer kennt ALADDIN mit der Wunderlampe nicht?). Die Veranstaltung war sehr gut besucht und da wir die Nachmittagsvorstellung besuchten beindruckten uns die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die sich nicht die Mühe machten, ihre Mäntel an der Garderobe abzugeben.

Mit einem gemütlichen Abendessen wollten wir den einducksvollen  Nachmittag in Hamburg beschließen. In der Nähe unseres Hotels hatten wir ein spezielles Pizza-Restaurant mit dem schönen Namen ANDRONACO HafenContor ausgekundschaftet, wo wir unsere Eindrücke austauschen wollten. Dafür war dieses Selbstbedienungsrestaurant bestens geeignet. Allerdings hatte es auch etwas von einem Bahnhofsrestaurant. Unser Hotel AMERON lag schräg gegenüber, sodass nur ein kurzer Weg über die Strasse notwendig war. 

Die Speicherstadt
Nicht nur das Musical war ein Erlebnis. Auch die Speicherstadt, in der vor nícht allzulanger Zeit noch der Handel blühte, hat ein vollig neues Gesicht bekommen - wozu auch die neue Elbphilharmonie  gehört. Wir werden mit großer Freude demnächst wieder nach Hamburg kommen, um uns ein kulturelles Erlebnis zu gönnen.

Literatur:
HAMBURG ist immer eine Reise wert! 
HAMBURG ist always worth a visit! 
Interessante STÄDTE rund um die Welt!


Montag, 5. Februar 2018

Zwischen Mammuts und Tropenfischen im Braunschweiger Museum

ausgestorbenes Mammut
Am Sonntag, den 27. August 2017, besuchten wir das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig, das ca. 60 km entfernt von unserem Heimatort Hildesheim liegt. CARL I. VON BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG machte 1754 seine private Sammlung als Herzogliche Kunst- und Naturalienkabinett dem breiten Publikum im ersten Stock des 'Großen Mosthofes', der alten Burg Dankwarderode zugänglich. 
 
Staatliches Naturhistorisches Museum

Dies war der Beginn der heutigen Ausstellung. 1937 zog das Museum in die neuerbaute 'Bernhard-Rust-Hochschule' an der Pockelsstraße. Dort befindet sie sich noch heute. Wir besuchten die Sonderausstellung "Eiszeitsafari", die vom 19. August bis zum 31. Oktober 2017 stattfand.. 
 
Wisent

Es war eine ungewöhnliche und spannende Reise in eine Zeit (zwischen 30.000 bis 15.000 v.Chr.) , als Mammut, Wollnashorn und Steppenbison durch unsere Landschaft streiften, Höhlenlöwen zu den gefährlichsten Raubtieren gehörten und Hyänen mit ihrem Gebiss selbst Wölfe beeindruckten. Aber auch die Dauerausstellungen waren eindrucksvoll! Ich fühlte mich an meine Tauchgänge vor Bonaire (Karibik) als ich die bunten Tropenfische (Fotos vom SEA-Life am Timmendorfer Strand) in den Aquarien des Untergeschosses sah. 

Ahne der heutigen Menschen
Interessant war auch die Darstellung der Entwicklung der Menschheit, deren Ursprung im Großen Afrikanischen Grabenbruch (Rift Valley in Kenia) zu finden ist. Namhafte Anthropologen haben das Rift Valley als die "Wiege der Menschheit". bezeichnet. 2009 besuchten wir Kenia und nahmen an einer mehrtägigen Safari im Tsavo East National Park teil. Dort begegneten wir erstmals den Nachfolgern der Mammuts, den eindrucksvollen Elefanten in der freien Natur.

"Roter" Elefant im Tsavo East National Park
Sechs Jahre später (2015) ergaben sich während einer Südafrika-Rundreise mehrere Gelegenheiten wilde Tiere im Kruger Nationalpark, Nashörner im Wildreservat bei Hhuluwe und Nilpferde, sowie seltene Krokodile im St.Lucia-See  zu beobachten. Den Schädel eines Nilperdes entdeckten wir im Naturhistorischen Museum wieder.


Schädel des Nilpferdes
Einen Delphin sahen wir ebenfalls als Wanddekoration im Naturhistorischen Museum in Braunschweig. Als wir 2012 Gibraltar besuchten, nahmen wir an einer Boot-Safari teil, die uns mitten in einen großen Schwarm ausgelassener Delphine führte. Dazwischen konnten wir auch einen Sardinenschwarm beobachten, die für die Delphine die Lieblingsbeute darstellen.


Delphine in der Gibraltar-Bucht
Es gibt die "saloppe" Formulierung: "Der Mensch stammt vom Affen ab!". Eigentlich könnten wir stolz darauf sein, denn was wir mit unseren cleveren Verwandten auf den Affenfelsen von Gibraltar raffiniert und beeindruckend zugleich.  Weitere Verwandte lernten wir Ende 2017 im  Zoo Hannover kennen: die imposanten Gorillas. Vielleicht erleben wir diese auch noch einmal in Ruanda in der freien Natur. 
Gorilla im Zoo Hannover

Auch von den Wisenten der Eiszeit finden sich immer noch stattliche Exemplare im Wisentgehege in Springe. Von Hildesheim aus ist dies ein Katzensprung.  Wir waren dort vor drei Jahren und hatten unseren Enkel Can dabei. Es war relativ kühl und es herrschte Sonnenschein. Wir bekamen die Kälte zu spüren und fuhren nach einer kleinen Stärkung mit vielen Eindrücken gerne wieder nach Hause.


Wisent
Im Naturhistorischen Museum begegnete ich erneut dem bekannten Naturforscher Alexander von Humboldt (1769 - 1856). Er war vor mehr als 200 Jahren auf Forschungsreisen in Südamerika unterwegs und führte u.a. Höhenmessungen  auf dem Pico El Avilar bei Caracas in Venezuela durch. 1975 (also ca. 175 Jahre später) befand ich mich oberhalb von Caracas fast genau an dieser Stelle. Eine weitere Spur erlebte ich 1976 in Ecuador als ich den Chimborazo überflog. Diesen schneebedeckten Berggipfel versuchte Alexander von Humboldt 1802 mit einer mangelhaften Ausrüstung zu besteigen. Er erreichte eine unglaubliche Höhe von 5892 m (Berghöhe: 6268 m). 



Es gibt auch interessante Bücher zum Thema "Alexander von Humboldt", die ich mit Begeisterung gelesen habe: Reise durchs Baltikum nach Russland und Sibirien 1829: Aufgezeichnet von Hanno Beck Sein mühsamer mit Weg mit der Pferdekutsche durch Russland nach Sibirien deckt sich überraschenderweise mit unserer Flugroute nach Vietnam 2017, die wegen der kriegerischen Handlungen in der Ukraine so gewählt werden mußte. Und die  spannende Geschichte Die Vermessung der Welt die das Leben der Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauss beschreibt.

Mit Freude entdeckte ich auf der homepage des Museums, dass die Ausgrabungen in Schandelah von der Dr. Scheller-Stiftung finanziell unterstützt werden. Rechtsanwalt Dr. Scheller hat mich während kritischer Phasen in meinem aufreibenden Erfinderleben begleitet.Nun führe ich Gottseidank ein entspannteres Leben mit zahlreichen Reisen mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Wir berichten darüber gerne in unseren Reisebüchern.

Literatur:
Wilde Tiere in Afrika
Unterwegs mit dem AUTO

Mittwoch, 31. Januar 2018

MÜNSTER - zwischen Aasee und Dom

Der Aasee
Wir besuchten über die Jahre zahlreiche interessante Städte, wie Amsterdam (mit dem Zug), Colmar im Elsass, Erfurt (mit einem Abstecher nach Gotha), Hamburg (dort waren wir schon mehrmals, um eindrucksvolle Musicals zu besuchen) und Konstanz (mit sehr erholsamen Übernachtungen im Kloster Hegne). Das berühmte Marienbad  war ein Abstecher in die Tschechei wert. Potsdam lag als Zwischenstation auf dem Weg nach Swinemünde in Polen. Nach Weimar
kamen wir 2005. Und schließlich  reisten wir mit dem Flugzeug für ein ausgedehntes Wochenende nach Wien und waren beeindruckt. 

Diese Städtereisen (ergänzt durch Fernreisen nach Süd- und Nordamerika, Asien und Neuseeland) und längere Autoreisen zum Nordkap und über den AUTOPUT nach Griechenland habe ich in meinen beiden Büchern zusammengefasst

("Interessante Städte rund um die Welt")
("Unterwegs mit dem AUTO")

                                                                    
Münster hatten wir ausgewählt, da es in der Nähe liegt (ca. 240 km entfernt) und über die Autobahn A2 relativ leicht zu erreichen ist. Wir wollten auch die Stadt  kennenlernen, in der 1648 der Westfälische Friede verhandelt wurde, der zum Ende des 30-jährigen Krieges in Deutschland führte und zugleich den Achtzigjährigen Unabhängigkeitskrieg der Niederlande von den Spaniern beendete. 

Wir wollten aber auch die Schauplätze des Münsteraner Tatorts und des Privatdetektivs  Wilsberg kennenlernen. Wir fanden zwar die Buchhandlung, die Wilsberg nebenher betreibt. Aber unser Stadtführer Ralf teilte uns während der Stadtführung am Samstag, den 9. September 2017 mit, dass die meisten Aufnahmen im TV-Studio in Köln stattfinden würden.


Buchladen in der TV-Serie WILSBERG
Wir wollten das 2. Wochenende (9. bis 11. September 2017) in Münster verbringen. Für die Übenachtung hatten wir das Hotel zur Prinzenbrücke in Münster-Hiltrup ausgewählt. Dies lag sehr schön direkt am Dortmund-Ems-Kanal. Dievorbeifahrenden Schiffe konnten wir von unserem Zimmerfenster im 2. OG eindrucksvoll beobachten und fotographieren.

Schiff auf dem Dortmund-Ems-Kanal
Bis zum Zentrum in Münster (Schlossplatz) betrug die Entfernung 10 km. Unser Zimmer und das Bad waren sehr sauber. Der Parkplatz war zu klein und erforderte einiges Manövrieren.  Nachdem wir gegen 14 Uhr im Hotel zur Prinzenbrücke eingecheckt hatten, führen wir von Hiltrup nach Münster in die Nähe des Schlosses. Von dort wanderten wir über den Domplatz, wo gerade der wöchentliche Markt stattfand, zur Tourist-Information im Rathaus (dort befindet sich auch der Friedenssaal, in dem der Westfälische Friede 1648 abgeschlossen wurde).

Rathaus vom Domplatz
Wir wollten an einer Stadtführung im Sonntag, den 10. September 2017, teilnehmen. Leider war das nicht möglich, da an diesem Tag der jährliche Marathon-Lauf um den Aasee stattfand und deshalb nahezu alle Strassen im Zentrum und am Aasee abgesperrt waren. Man empfahl uns die Stadtführung, die am Samstag, den 9. September 2017, in der Nähe des Rathauses um 16 Uhr startete und über eine Stunde dauerte. Der Rundgang endete an der St. Lamberti-Kirche mit den Stahlkäfigen, in der die toten Wiedertäufer ausgestellt wurden. Bilder "Stadtführung"


Stahlkäfige für tote Wiedertäufer
Am Sonntag, den 10. September 2017, war bereits gegen 10 Uhr  die Anfahrt zum Aasee, wo wir spazierengehen wollten, wegen des 16. Volksbank-MÜNSTER-Marathonlaufes ein schwieriges Unterfangen. Wir parkten bei McDonald's und gingen zu Fuß zum Aasee. Unterwegs begegneten uns die ersten Marathonläufer.


Marathonläufer in Münster
Vor mehr als 40 Jahren nahm ich ebenfalls an mehreren Marathonläufen teil und erzielte - für mein Empfinden - ganz gute Ergebisse (Bestzeit 1984: 3h 18 min 13 sec). Ich empfand aber auch, dass ich mich überforderte, was sich bei meiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmensberater und Erfinder negativ auswirkte. Was ich damit sagen will: Nicht das LAUFEN hat mir aus den Schwiergkeiten herausgeholfen, sondern ab 1996 meine spätere Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mit der ich mehrere Bücher über unsere gemeinsamen Reisen geschrieben habe.

Auf dem Tafelberg in Kapstadt (2015)
Der Aasee ist ein künstlich angelegter Stausee und liegt mitten in Münster. Er eignet sich aufgrund seiner Ausdehnung sehr schön zu einer Rundwanderung. Der in südwestlicher Richtung stadtauswärts gelegene See hat eine Fläche von 40,2 Hektar und eine Länge von etwa 2,3 km. Er ist bis zu zwei Meter tief. Der See wird von zahlreichen Grünflächen umgeben und ist damit der größte Naherholungsraum im Stadtgebiet von Münster.

Baumstamm am Aasee
Der See staut das Wasser der Münsterschen Aa, dient also dem Hochwasserschutz und sorgt für Frischluftzufuhr, weil die vorwiegend aus Südwesten einfließenden Luftmassen abgekühlt werden. Somit hat er eine bedeutende ökologische und städtebauliche Funktion für die Stadt. Dies gilt auch für die zunehmend naturnah gestaltete Umgebung des Sees, die zahlreichen Arten Brut- und Lebensraumgebiet bietet und ein beliebtes Naherholungsgebiet der Münsteraner ist. Der Wasserpegel des Sees schwankt um bis zu einen Meter.

e-Boot auf dem Aasee

Nach dem Rundgang um den Aasee (wir gingen über die Tormin-Brücke auf die andere Seite) wollten wir noch die Messe im Dom. (ab 11 Uhr 45) besuchen. Dies war wegen der zahlreichen Absperrungen nahezu unmöglich. Über Schleichwege kamen wir dann doch noch rechtzeitig in den Dom. Die Messe selbst war eine Erbauung und gab uns Trost und Freude. Leider waren nur wenig Besucher anwesend.
 
St. Paulus-Dom

Mit dem Gefühl wunderschöner Eindrücke im Herzen und mit der Überzeugung, wieder einmal die richtige Wahl für das Hotel und die Unternehmungen (Stadtbesichtigung, Wanderung um den Aasee und den Messe-Besuch  im Dom) getroffen zu haben, fuhren wir am Montagvormittag, den 11. September 2017, wieder nach Hause nach Hildesheim.