Mittwoch, 13. Juni 2018

Das Schloss IBURG und die Landesgartenschau 2018

Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg
Seit einiger Zeit stand der Besuch der Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg auf unserem Programm. Interessanterweise kaufte sich meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, Ende Mai ein historische Biographie über Sophie Charlotte, der ersten preussischen Königin. Das erste Kapitel dieses Buches schildert die Jugendzeit dieser Prinzessin unter dem überraschenden Titel:
                                                "Die Bischofstochter von Schloss Iburg"

Sophie Charlotte
Dies waren sehr spannende Zusammenhänge, die wir unbedingt vor Ort recherchieren wollten. Am Sonntag, den 3. Juni, fuhren wir bei schönem Wetter nach Bad Iburg, wo wir gegen 10 Uhr (2 h Fahrtzeit für die Strecke von 190 km) ankamen. Wir entschieden uns, zuerst das Schloss Iburg zu besichtigen, das malerisch oberhalb der Landesgartenschau lag. Dies war eine sehr weise Entscheidung, denn wir konnten mit der Besichtigung des Rittersaales und der Katholischen Kirche sehr viele Informationen gewinnen, mit denen wir das Leben von Sophie Charlotte und ihren Eltern auf dem Schloss Iburg besser verstehen konnten.

Eingang zum Schloss Iburg
Ich lese zur Zeit das spannende Buch Judas und habe mit Jutta abgesprochen, dass wir unsere beiden Bücher tauschen und als Reiselektüre nach MADEIRA mitnehmen, wo wir unseren nächsten Urlaub verbringen werden. Sicherlich haben wir dort auch reichlich Zeit, auf den Spuren von Kaiserin Sisi, dem Habsburger Kaiser Karl V. (im Exil) und Winston Churchill zu wandeln.

Modell Schloss Iburg im Museum
Die Iburg entstand 1070 auf einer Anhöhe als Burg mit Holzkapelle, das Benediktinerkloster, das angegliedert ist, wurde 1080 gegründet. Vom 11. bis Ende des 17. Jahrhunderts residierten die Bischöfe von Osnabrück in der Doppelanlage des späteren Schloss und des Klosters. Im Schloss befindet sich der kunstgeschichtlich interessante Rittersaal (den ich bereits erwähnt habe) aus dem 17. Jahrhundert mit einer interessanten Deckenmalerei in perspektivischer Darstellung.
Schloss Iburg oberhalb der Landesgartenschau 2018
Zu Anfang des 17. Jahrhunderts wurden Burg und Kloster auf Veranlassung von Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel (1591 bis 1623) zu einer reich gegliederten Schlossanlage umgestaltet. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten Schloss und Kloster schwere Schäden durch Plünderungen 1621, 1623 und 1633. Auch die Besatzungen, 1632 durch die Niederländer und insbesondere durch die Schweden 1634–50, sorgten für Zerstörungen. Die Schweden vertrieben die Mönche, die erst 1645 zurückkehrten. 1668 wurde im Schloss Sophie Charlotte von Hannover geboren, die 1701 als Ehefrau von Friedrich I. erste Königin in Preußen wurde.

Eindrücke im Rittersaal
Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg, der vor den Schweden geflohen war, kehrte 1650 zurück und ließ ganze Gebäudeflügel von Grund auf erneuern. Die Ausstattung des Rittersaales stammt aus den Jahren 1656/57. Verantwortlicher Architekt war Johannes Crafft, der aus Süddeutschland stammte. Die von dem katholischen Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg begonnenen Arbeiten wurden um 1674 von seinem Nachfolger Ernst August I., dem ersten lutherischen Bischof aus dem Haus Braunschweig-Lüneburg, vollendet. Er ließ die lutherische Schlosskirche (1664) einbauen.Ernst August I. war der Vater von Sophie Charlotte. Sehr schön ist das Welfengschlecht in dem Buch von Hans-Georg Aschoff bschrieben (Ernst August I. ab S. 142 und die Stammtafel S.312/313).

Dem Fürstbischof Ernst August I. reichten im Laufe der Jahre die Räumlichkeiten der Iburg nicht aus. Er wollte zudem die Unabhängigkeit der Stadt Osnabrück einschränken und beschloss deswegen, dort einen Neubau zu errichten. 1673 bezog die fürstbischöfliche Familie das Schloss Osnabrück. Damit endete die Ära der Bischöfe von Osnabrück in Schloss Iburg.

Wir hatten auch die Gelegenheit, die katholische St.-Clemens-Kirche zu besichtigen. Die dreischiffige Halle mit Querhaus und rechteckigem Chor, geht auf Bischof Benno II. zurück, der hier auch sein Grab fand. Die heutige Kirchenform stammt aus dem 13. Jahrhundert. Eine barocke Einrichtung erhielt die Kirche in der Bauzeit des westfälischen Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun. Sie wurde jedoch zum großen Teil 1890 zu Gunsten der Neugotik aufgegeben.

Altar der St. Clemenskirche
Nach der Aufhebung des Klosters 1803 (der Säkularisierung unter Napoleon) wurde die Kirche vier Jahre lang als Pulvermagazin genutzt, dann nahm die katholische Gemeinde sie in Gebrauch, doch wurde sie erst 1836 der Kirchengemeinde übertragen. Eine bauliche Besonderheit der Kirche ist das mittelalterliche Hagioskop, eine sogenannte Lepraspalte.  Der freundliche Pfarrer, der die Sonntagsmesse am 3. Juni gestaltet hatte, beantwortete bereitwillig unsere zahlreichen Fragen.

Im Bergfried, dem sogenannten Bennoturm, wurden 1534 Angehörige des Täuferreichs von Münster gefangen gehalten. Der Täufer Johann Bockelson, genannt Jan van Leiden, schickte im Oktober 1534 von Münster 27 Prädikanten als Apostel aus, darunter auch sechs nach Osnabrück. Der Rat der Stadt ließ alle sechs am 15. Oktober festnehmen. Es waren die beiden Niederländer Dionysius Vinne aus Diest und Peter Kueper aus Sneek, der Borkener Schulmeister Heinrich Graes, der Münsteraner Fleischhauer Johann Boentorp, Johann Scheffer aus Freckenhorst und Paul Schwering. Sie wurden nach Iburg gebracht, wo sie am 18. oder 19. Oktober 1534 eintrafen.
Bennoturm
Die Gefangenen wurden in den Bennoturm gebracht und in den folgenden Tagen verhört und gefoltert. Einer von ihnen überlebte die Qualen nicht. Die übrigen wurden wegen Aufruhrs zum Tode verurteilt und in Münster hingerichtet – bis auf den ehemaligen Schulmeister Heinrich Graes. Dieser war von den übrigen Gefangenen getrennt worden, nachdem er zu erkennen gegeben hatte, er könne wichtige Aussagen machen. So gelang es ihm, vor Bischof Franz von Waldeck geführt zu werden.

Verurteilung der Münsteraner Wiedertäufer
 Dieser glaubte seinen Beteuerungen, er könne einen Anschlag gegen die Stadt Münster vorbereiten oder die Pläne der Täufer ausspionieren. Der Bischof setzte ihn gegen eine Bürgschaft von 1100 Gulden frei. In Münster nahm man Graes freudig auf. Als Jan van Leiden ihn nach Wesel und Deventer schickte, trennte er sich von seinen Begleitern und kehrte zur Jahreswende 1534/35 nach Iburg zurück. Dort verriet er die Pläne der Täufer. Er wurde erneut ausgesandt, um die Absichten der Täufer in Wesel zu erkunden. Nach seiner Rückkehr belohnte ihn der Bischof und entließ ihn, weil er der „ganzen Deutschen Nation“ wichtige Dienste geleistet habe.


Käfige der toten Wiedertäufer in Münster

Nach der Säkularisation waren das Fürstbistum Osnabrück und Schloss Iburg mit dem Kloster endgültig an das Welfenhaus gegangen. 1866 wurde Hannover preußische Provinz, womit auch Schloss Iburg preußisch wurde. Schloss Iburg ist jetzt im Besitz des Landes Niedersachsen und wird von verschiedenen Behörden genutzt.

Der Aussichtsturm der Landesgartenschau
Vor dem Besuch der Landesgartenschau recherchierte ich im INTERNET und fand den sehr interessanten TAZ-Artikel vom 22.7.2015, den ich gerne teilweise zitieren möchte:

Die Planer der Landesgartenschau Bad Iburg haben der 11.500-Einwohner-Stadt vor den Toren Osnabrücks eine Schönheitskur verordnet. Sie wollen die Grünflächen und Parks schick machen, Wege erneuern, Bänke aufstellen – und einen Bach renaturieren. Die Landesregierung findet den Plan super und vergab die Landesgartenschau 2018 nach Bad Iburg.

Noch im März sah es so aus, als scheitere das Projekt trotzdem, denn der Stadtrat strich die ersten Mittel für die Landesgartenschau aus dem städtischen Haushaltsplan.Doch jetzt könnte alles wieder anders werden, denn es wird ein Bürgerbegehren für die Landesgartenschau geben.
 Die grüne Bürgermeisterin Annette Niermann will das Projekt. Ihr Ziel ist es, die Stadt zu einem modernen Tourismus- und Gesundheitsstandort zu entwickeln. Für Niermann und andere Befürworter ist die Landesgartenschau also vor allem Vehikel, um besser an die Fördergelder zu kommen.

Ihr wichtigster Gegenspieler in der Stadt ist der CDU-Fraktionschef Ludwig Fischer. Er hat gemeinsam mit den Stimmen einiger Grünen im Rat den Geldhahn für das Projekt abgedreht. Er argumentiert mit der Haushaltslage. Die Stadt habe zu wenig Geld und zu viele Schulden für eine Landesgartenschau. „Schulen, Kitas, Krippe und die Infrastruktur haben absoluten Vorrang“, sagt Fischer. Wenn dann noch Geld übrig sei, solle die Stadt lieber Schulden abbauen.

Eine durchgeführte Bürgerbefragung führte später zu dem Wunsch, die Landesgartenschau 2018 doch in Bad Iburg zu veranstalten.Es entstanden somit Zwänge, die wir bei dem Besuch der Veranstaltung sehr leicht erkennen konnten:

Nur in Verbindung mit dem Besuch des imposanten Schlosses Iburg fanden wir die Landesgartenschau 2018 interessant. Wir empfanden die Gestaltung um den Charlottensee sehr begrenzt und das Schmetterlingshaus wenig ideenreich, Die Beete waren nicht allzu liebevoll arrangiert. Eindrucksvoll waren aber die verschiedenen Trachtengruppen aus Niedersachsen, die sich zum Treffen im Gelände versammelt hatten.

Gerade zum Thema "Schmettlingshaus" hatten wir beim Besuch der Insel Mainau unseres Aufenthaltes 2015 im Kloster Hegne unvergleichliche Erfahrungen gemacht. Beim "Blumenschauen" in der Halle fiel uns auf, dass es sich wohl um eine Sponsorenveranstaltung halten müsste.

Meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, und ich schreiben Reisebücher. Zur Zeit arbeiten wir am Buch "Sehenswürdigkeiten im schönen NIEDERSACHSEN". Nach reiflicher Überlegung werden wir auch diesen Beitrag übernehmen, denn am 14. Oktober 2018 geht diese Landesgartenschau zu Ende - aber das sehr empfehelenswerte Schloss Iburg wird als touristische Attraktion bleiben. 








Mittwoch, 6. Juni 2018

Schloss Iburg und die Landesgartenschau 2018

Dienstag, 5. Juni 2018

Das imposante Schloss Iburg

Montag, 28. Mai 2018

Begegnung mit DINOSAURIERN in Münchehagen

Rekonstruktion eines Dinosauriers
Schon seit längerer Zeit wollten wir die Dinosaurier in Münchehagen besuchen, wobei sich diese Sehenswürdigkeit ganz in der Nähe zum Steinhuder Meer befindet, das immerwieder das Ziel unserer Tagesausflüge ist. Bei dem Besuch des Klosters in Loccum im April 1014 waren wir gewissermaßen im Nachbarort - aber für den Besuch des offenen Ausstellungsgeländes war es doch noch etwas zu kühl.

Am Pfingstmontag diesen Jahres entschieden wir uns bei herrlichem Sonnenschein für den Besuch des Dino-Parkes in Münchehagen. Von Hildesheim aus benötigten für die Entfernung von 90 km 1,25 h und benutzten die A7/A2. Das Nadelöhr befand sich in Wunsdorf  an der B441. Da wir relativ früh unterwegs waren, fanden wir in der Nähe des Einganges einen schattigen Parkplatz unter einem Baum. An der Kasse (Eintritt 12,50 Euro p.P.)  erhielten wir den ausgezeichneten Übersichtplan mit interessanten Informationen über die Dinosaurier.

Lageplan
Wir begaben uns auf den gut gekennzeichneten Rundweg und erlebten eine sehr interessante Welt, die schon lange verschwunden ist. Alles begann mit dem Steinbruch, wo sich über 300 versteinerte Dinosaurier-Spuren fanden. Heute steht dieses Naturdenkmal "Saurierfährten" unter besonderem Schutz. In der gegenüberliegenden Schutzhalle (7) befinden sich ebenfalls besondere Dinosaurierfährten und Skelette von Dinosauriern.

Skelett eines Dinosauriers.
Auf dem Rundweg, der eine Länge von 2,5 km hat, begegneten uns sehr immer exotischere Wesen aus einer längst vergangenen Zeit. Bemerkenswert war auch die Größe der Dinosaurier. Nach dem Besuch der Schutzhalle kamen wir in ein Gelände mit riesigen Dinosaueriern - wie wir sie aus den spannenden Abenteuerfilmen her kennen.  Insgesamt finden sich auf dem gesamten Gelände 230 lebensechte Rekonstruktionen, die uns authentische Bilder lieferten. Als begeisterter Fotograf konnte ich mich an den abenteuerlichen Motiven begeistern und gestaltete auch ein kleines Video.

Ein gefähliches Dinosaurier?
Auf diese beeindruckenden Erlebnisse hatten wir uns bereits mit dem Besuch des Naturhistorisches Museum in Braunschweig im August 2017 vorbereitet. Es ist schon bemerkenswert, welche vielfältigen Möglichkeiten für unsere Weiterbildung sich gewissermaßen vor unserer Haustüre in Niedersachsen befinden. Dabei möchte ich auch das SEA LIFE Hannover nicht vergessen. Und immerwieder fällt mir die besondere Berücksichtung der Bedürfnisse unserer  Kinder (z.B. Picknick- und Spieplätze im Dino-Park) auf.

Mittwoch, 9. Mai 2018

DRESDEN - ein interessantes Kulturwochende

Diesen Beitrag habe ich vor einiger Zeit bereits bei OLDIES Hannover veröffentlicht. Im Zusammenhang mit meinem geplanten Buch "REISEN in die Neuen Bundesländer" möchte ich meinen Bericht über das schöne Wochenende in DRESDEN bei meinen Reiseberichten veröffentlichen:

Stadtplan von DRESDEN
Für meinen 60. Geburtstag (am 13. November 2004) hatte sich meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger, etwas ganz Besonderes ausgedacht - ein interessantes und schönes Kulturwochenende in Dresden. Wir fuhrenmit unserem Wagen OPEL Combo Tour zu unserem Wochenendziel. Etwa 100 km vor Dresden gab es auf der Autobahn einen lauten Knall und "schreckliche" Geräusche an unserem Wagen. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h war uns ein neuer Winterreifen geplatzt! In einer gemeinsamen Aktion behoben wir diesen Schaden. Dies blieb dann aber doch die einzigste unangenehme Überraschung.

Begrüssung im Hotel zum 60. Geburtstag
In unserem Dresdner  Hotel QUINTESSENZ fühlten wir uns sofort willkommen und die Arragements des Personals für meinen 60. Geburtstag waren sehr beeindruckend. Das Hotel war relativ klein und entsprach so vollkommen unseren Wünschen. Es lag außerhalb Dresden in Weixdorf. Von dort konnte man aber sehr bequem mit der Straßenbahn (Linie 7) ins Zentrum gelangen.

Verkehrsverbindungen zum ZENTRUM
Der Samstagvormittag begann mit einer Stadtrundfahrt, die uns bis nach Loschwitz mit dem "Blauen Wunder" (einer Elb-Brücke in Stahlkonstruktion) und der dortigen Standseilbahn führte.
Die Bahn brachte uns zum "Balkon von Dresden" -  der vornehmen Wohngegend  um den "Weißen Hirsch". Mit einem Raddampfer der Weißen Flotte - mit dem bezeichnenden Namen AUGUST der STARKE - ging es zurück nach Dresden, wo wir unterhalb der Brühlschen Terressen ankamen.

Unterwegs auf der Elbe
Nun hatten wir Gelegenheit, uns in der Altstadt die wiederaufgebauten Sehenswürdigkeiten anzusehen (in der Nacht vom 13. bis 14. Februar 1945 wurde im Rahmen mehrerer Bombenangriffe nahezu alles zerstört und viele Menschen kamen ums Leben). Am beeindruckendsten ist die neuerstandene Frauenkirche. Spendenmittel nach der Wende machten dies erst möglich.

Die neuaufgebaute Frauenkirche
Das Schloss mit der eindrucksvollen Hofkirche wurde bereits zu DDR-Zeiten wiederaufgebaut. Nun gibt es fast wieder das alte "Elbflorenz", das AUGUST der STARKE (1670 bis 1733) sich erträumt hatte und sich erschaffen ließ.

Collage "DRESDEN"
Als besonderes Highlight stand an diesem Tage noch die Besichtigung der Semper-Oper auf dem Programm. Eine längere Warteschlange wies auf das große Interesse hin. Unter der Anleitung von Gottfried Semper (dem Vater, der als ehemaliger "48-er Revolutionär" nicht nach Dresden zurück durfte) baute der Sohn die abgebrannte Oper wieder auf. Nach dem Kriege war der erneute Wiederaufbau eine besondere Leistung der DDR-Bürger. Im Rahmen der über einstündigen Führung durch die Semper-Oper konnten wir dieses Meisterwerk der Restaurier-Kunst bewundern.

Führung durch die Semper-Oper

Am Sonntag (dem Tag der Heimreise) gönnten wir uns noch einmal einen "architektonische Leckerbissen" -  den Dresdner Zwinger. Die Erwanderung des Innenbereiches zeigte uns die Dimension dieses Bauwerkes und uns einige interessante fotografische Perspektiven. Für die bekannten Museen in den Innenräumen des Dresdner Zwingers wollen wir uns bei unserem nächsten Besuch in Dresden etwas Zeit reservieren.

Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

Voller Begeisterung über die herrlichen Eindrücke und die Gastfreundlichkeit der Dresdner fuhren wir wieder nach Hause. Das Novemberwetter hat uns angenehm überrascht und es gelangen uns einige eindrucksvolle Aufnahmen. Wir wollen auf jeden Fall - möglichst im Frühling - wiederkommen.



REISEN in die DDR und die Neuen Bundesländer

Lange bevor die Mauer 1989 fiel, besuchte ich 1964 meine Verwandten in Stralsund
(also ziemlich genau 3 Jahre, nachdem diese unsere Mitbürger im Osten von uns isolierte). Mein damaliger Eindruck von dem Leben in der DDR war sehr positiv und ich konnte mit meinen Verwandten interessante Sehenswürdigkeiten auf Rügen und der Insel Hiddensee besuchen.

Auf der Fahrt nach Hiddensee 1964
Fast 13 Jahre später (1977) kam ich wieder zu Besuch nach Stralsund. Diesmal allerdings nicht mit dem Zug über Hamburg, sondern von Kopenhagen (wo ich seit Januar 1977 mit meiner Familie lebte und arbeitete) mit der Fähre von Gedser nach Warnemünde. Die Einreiseformalitäten waren sehr viel einfacher und ich konnte mit meinen Verwandten von Dänemark aus normal telefonieren.

Familientreffen in Stralsund im August 1977
Genaugenommen waren wir damals zweimal in Stralsund: Einmal zu Pfingsten 1977 und das zweite Mal im August als meine Eltern uns in Dänemark besuchten und sie die Gelegenheit benutzten, die Verwandten in Stralsund zu sehen. Das war ein einzigartiges Zusammentreffen der älteren Generation, von denen niemand mehr lebt (mit Ausnahme des Autors in der Mitte).

Dass es noch über 12 Jahre dauern würde, bis die Mauer fiel, ahnte damals von den Anwesenden niemand und war auch eine große Überraschung. Meine Kontakte mit den Verwandten in der DDR reduzierte sich durch meine Versetzung als Technical Manager 1980 nach Holland (Wohnsitz in GOUDA) und mein Schritt in die Selbständigkeit als Beratender Ingenieur.

Während dieser Zeit unternahm ich mehrmals eine Reise zu Geschäftskontakten über die Zonen-Autobahn nach Berlin.Ich fuhr immer sehr vorsichtig und kassierte trotzdem einmal ein Bußgeld über 100,- DM, da ich angeblich schneller als 100 km/h gefahren sei. Derartige Ereignisse machten eine Fahrt nach West-Berlin immer zu einem spannenden Erlebnis.

Nach dem Fall der Mauer dauerte es fast drei Jahre (1992) bis ich wieder - ohne große Kontrollen - nach Berlin reiste. Mein Sohn Jochen (damals 21 Jahre alt) lebte in der Brunnenstrasse in Ost-Berlin. Dort waren die Verhältnisse wie zu DDR-Zeiten und die Mieten günstig. Als wir im November  Jochen besuchten, war es relativ kühl und meine damalige Freundin Iris, Jochen und ich unternahmen nur einen Ausflug zum Brandenburger Tor. Dort befanden sich - zu meiner Überraschung - sehr viele Verkaufsstände, an denen auch russische Militaria angeboten wurde.

Bereits im Mai 1993 war ich (begleitet von Torsten - Jochens Freund in Hildesheim) bei sehr viel schönerem Wetter wieder in Berlin und wir besuchten das Schloss Sanssouci in Potsdam. Damals hatte ich für die historische Dimension dieses Lustschlosses und für seinen Erbauer, Friedrich dem Großen, wenig im Sinn. Dieses Interessse entwickelte ich erst seit 1996 mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Mit ihr besuchte ich 2010 das Schloss Sanssouci erneut.

Schloss Sanssouci Mai 1993





Im Oktober 1993 waren wir wieder in Berlin - diesmal mit meiner Freundin Iris und Jochen stellte uns seine neue Freundin Sabine und spätere Frau vor. Diesmal besuchten wir das Kloster Chorin und das Schiffshebewerk Niederfinow. Beides lag in nordöstlicher Richtung - ca. 100 km von Berlin entfernt.

Sabine, Jochen und Iris im Kloster Chorin 1993


Das Besondere an meinem heutigen Interesse für die "Neuen Bundesländer" (ehemals DDR) vermittelte mir meine zweite Frau, Jutta Hartmann-Metzger, mit der ich seit 1998 glücklich verheiratet bin. Vom Anfang unserer Bekanntschaft 1996 an waren wir kulturell sehr aktiv und besuchten alle Schlösser der näheren Umgebung von Hildesheim. Danach wagten wir uns in den Harz und besuchten auch Wernigerode und Quedlinburg, wobei wir uns insbesondere für den Dom und dessen Geschichte im Dritten Reich interessierten. Nun begannen wir nicht nur Tagesauflüge in die "Neuen Bundesländer" zu unternehmen. Sehr spannend war natürlich der Urlaub auf RÜGEN (2002), denn dort wandelte ich auf "alten Spuren".(1964).

Montag, 7. Mai 2018

Natur und Technik am RENNSTEIG im Thüringer Wald

Die Werraquelle
Seit längerer Zeit hatten wir geplant, einmal auf dem Rennsteig im Thüringer Wald zu wandern und die freie Natur zu genießen. Am Donnerstag, den 26. April 2018, fuhren wir bei strömendem Regen in Sarstedt los und mußten uns auf der Autobahn A7 bis zur Ausfahrt Bockenem (südlich von Hildesheim) durch sehr beschränkte Sichtverhältnisse kämpfen.

Danach lies der Regen nach und wir fuhren gemütlich über die B 243 nach Seesen und dann weiter bis kurz vor Nordhausen. Diese Strecke kannten wir bereits von unserem Ausflug im August 2016  nach Erfurt. In der Nähe von Erfurt gelangten wir auf die Autobahn A4, der wir bis zur Anschlußstelle A71 in Richtung Süden folgten. In Ilmenau gab es Probleme, denn die empfohlene Ausfahrt Ost war gesperrt, so dass wir die Autobahn vorher verlassen mussten. Aber - fast wie während der gesamten Fahrt - wies uns unser Navi den richtigen Weg bis zu unserem Zielort Masserberg. In 4 Stunden hatten wie die Strecke von ca. 270 km zurückgelegt.

Auf der Rückreise, am 29. April 2018, hat uns unser Navi einen alternativen Weg vorgeschlagen, den wir als angenehmer empfanden. Bis Ilmenau ging der Weg wieder über die Landstrassen. Und wieder gab es Probleme mit der Auffahrt bzw. mit den entsprechenden Umleitungsschildern. Auf der Autobahn A71 kamen wir bis nach Erfurt und an Gotha vorbei auf der A4 bis hinter Eisenach, wo wir  über die Ausfahrt Eschwege nach Norden in Richtung Göttingen fuhren, um dort auf der A7 nach Hause in Hildesheim zu kommen. Auch hier benötigen ca. 4 Stunden.

Masserberg liegt im Westteil des Thüringer Schiefergebirges, das zum Thüringer Wald gehört. Unmittelbar südlich von Masserberg verläuft der Rennsteig, der über den 845 m hohen Eselsberg mit der Rennsteigwarte führt. Die anderen Ortsteile befinden sich alle südlich des Rennsteigs und folgen bis auf Schnett dem Verlauf der Biber, deren Quelle am Sattel zwischen dem Eselsberg und dessen Nebengipfel Fehrenberg liegt.

Rennsteigwarte auf dem Eselsberg
An den Luftkuhrort Masserberg, der auf einer Höhe von 775 m Höhe liegt, konnten wir uns sehr schnell gewöhnen. Mit dem Kurhotel Auerhahn dagegen hatten wir unsere  Schwierigkeiten. Deshalb unternahmen wir nach unserer Ankunft erst einmal einen schönen Spaziergang durch Masserberg. Sehr schnell fanden wir auch den kleinen Supermarkt KOCH (der uns bereits aus dem Internet bekannt war), wo wir uns während der Urlaubstage mit Proviant versorgten.

Masserberg
Leider erst an unserem letzten Tag vor der Abreise entdeckten wir das sehr gemütliche Café Kaiser an der Hauptstrasse bei der Masserberger Klinik. Nach unseren Wanderungen gönnten wir uns ein schönes Stück Kuchen mit einem ausgezeichneten Kaffee. Nach der ersten Wanderung auf dem RENNSTEIG wollten wir deshalb in dem Restaurant "Schöne Aussicht" einkehren. Leider konnte der freundliche Wirt unsere Wünsche nicht erfüllen. So fanden wir den Rasthof "Zum Breitenborn", der ganz in der Nähe lag. Am daruffolgenden Tag, einem Samstag, war der Gasthof leider geschlossen und so fanden wir das empfehlenswerte Café Kaiser.

Die Umgebung der Werraquelle
Für unsere Wanderung auf dem RENNSTEIG, am Freitag, den 27. April 2018, herrschten ideale Wetterbedingungen und so konnten wir ohne Einschränkungen wieder einmal eine  größere Tour unternehmen. In Erinnerung hatten wir immer noch unsere anstrengende  Besteigung der Burg Falkenstein vor mehr als 6  Jahren. Diese liegt ca. 200 km in nördlicher Richtung bei Wernigerode.
Unser Ziel war die Werraquelle. Die Landschaft war sehr beeindruckend und die eingefasste Quelle konnten wir leicht finden, denn der Wanderweg war sehr gut ausgeschildert. Auf dem Rückweg benutzten wir einen Parallelweg zum RENNSTEIG..

Der RENNSTEIG ist ein etwa 170 km langer Weg auf dem Höhenkamm und führte als historischer Grenzweg durch den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald. Außerdem ist er der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meistbegangene Weitwanderweg Deutschlands. Er beginnt im Eisenacher Ortsteil Hörschel am Ufer der Werra und endet in Blankenstein an der Selbitzbrücke. 
 
Goldisthal

Den zweiten Tag in Masserberg widmeten wir der Besichtigung eines der modernsten und größten Pumpspeicherkraftwerke am Ortsrand von Goldisthal. Dies ist ein sehr schönes Beispiel für das harmonische Nebeneinander von Natur und Technik. Bereits 1970 begann man zur Zeit der DDR mit den ersten Arbeiten. Die Inbetriebnahme erfolgte aber erst 2003 unter der Regie des Konzerns Vattenfall Europe Generation AG. Allein die Wassermenge des Oberbeckens von 12 Mio. m³ reicht für acht Stunden Turbinen-Volllastbetrieb. Damit kann der Freistaat Thüringen für einen Tag mit Strom versorgt werden. Das faszinierende Volumen (18,9 Mio. m³) und die Ausbreitung  des Unterbeckens lassen sich im malerischen Thüringer Wald auf einem  12 km langen Rundweg bewundern.

Das Unterbecken
Mit dem Auto fuhren wir in das 11 km entfernte  Goldisthal, wo wir sehr schnell einen Parkplatz fanden. Dann wanderten wir auf dem spannenden Rundweg bis zum ersten Aussichtspunkt oberhalb des Unterbeckens. Der weitere Wanderweg wurde uns dann zu schmal und wir begaben uns wieder auf den Rückweg. Unterwegs entdeckten wir eine befahrene Schotterstrasse, die uns ebenfalls zu verschiedenen Aussichtspunkten oberhalb des Unterbeckens führte. Hier gelangen uns eindrucksvolle Aufnahmen.
Das Oberbecken
Als wir nach Goldisthal zurückkamen war das Haus der Natur geöffnet und man gab uns dort bereitwillig Informationen, um zum Oberbecken zu gelangen. Mit unserem Wagen fuhren wir zu einem größeren Parkplatz, der auf der Höhe unterhalb des nicht sichtbaren Oberbeckens lag. Wir wanderten an der Staumauer entlang und wurden zu einer Aussichtsplattform geleitet. Von dort hatte man einen herrlichen Überblick über das Oberbecken. Wir konnten im Hintergrund auch sehr schön Masserberg und die Rennsteigbaude auf dem Eselsberg erkennen.

Bei beiden Wanderungen, die wieder unser Interesse für ausgiebige Touren mit der entsprechenden Ausrüstung weckten, fühlten wir uns nahezu alleine und vermißten die vielen Wanderer, die auf dem RENNSTEIG unterwegs sein sollten, nicht. Dagegen gab uns auch die Möglichkeit, Zeit für unsere innere Empfindungen und Eindrücke zu haben und diese auch zu Formulieren. Ein einzigartiger Gewinn in unserer hektischen Zeit!