Donnerstag, 12. September 2013

Wilde Schwäne auf den Fischteichen (Schloss Derneburg)

 
Ein Schwanenpaar (Mai 2012)

Ursprünglich war Schloss Derneburg ein Zisterzienserkloster mit einer sehr wechselvollen Geschichte.1443 kamen Zisterzienserinnen vom Kloster Wöltingerode. Mit der Reformation gab es größere Veränderungen und im Jahre 1651 zogen Mönche in das Kloster. Da sie in der Fastenzeit kein Fleisch essen durften, legten sie die Fischteiche an, die heute unter Naturschutz stehen. Mit der Säkularisierung unter der Herrschaft Napoleons wurde 1803 das Kloster geschlossen und die angeschlossene Domäne verstaatlicht. Weitere Informationen sind in meinem BILDBAND ("Schloss Derneburg und die Natur") nachzulesen.

Schwan auf dem Fischteich unterhalb des Schlosses (Ende November 2011)
 
Der einsame Schwan (Ende November 2011)

Seit mehreren Jahren wandere ich regelmässig in den Wäldern beim Schloss Dernebeburg und Schloss Söder ("Schloss Söder und die Umgebung"). Später kam der Wohldenberg mit der Burgruine ("Die Burgruine Wohldenberg und die Jahreszeiten") und die sehr schöne Hügellandschaft bei Hackenstedt "Die Natur bei Hackenstedt") dazu. Anfang Oktober 2011 kam mir die Idee, die Jahreszeiten um das Schloss Derneburg durch Bilder darzustellen, die ich in regelmässigen Abständen aufgenommen habe (vom Oktober 2011 bis zum Januar 2013). Dabei zeigten sich die verschiedenen Fischteiche mit den Graureihern, Komoranen und den majestätischen Schwänen als sehr interessante Beobachtungsplätze.

Ein paarungsbereiter Schwan (März 2012)

Ein Liebespaar (März 2012)
 
Schwan am Ufer (März 2012)


Diese Schwäne, die ich Ende November 2011 auf dem Fischteich vor dem Schloss Derneburg fotographiert habe, waren die letzten Vertreter, die noch nicht in wärmere Gefilde gezogen waren. Deshalb freute ich mich sehr, als ich Anfang März 2012 die ersten Schwäne des neuen Jahres 2012 auf dem kleinen Fischteich bei dem Fachwerkhaus unterhalb des Schlosses ihre gemächlichen Kreise zogen. Sie waren vollständig mit der Brautwerbung beschäftigt. (Bilder "Schwäne")

Der Mariensee (Mai 2012)
Während sich im März die Landschaft noch im einheitlichem  Braun darstellte, war es in der Zwischenzeit Frühling mit einem berauschenden Grün geworden, als ich Anfang Mai die zahlreichen Schwäne auf dem großen Fischteich (auch Mariensee genannt). Den Schwänen gehörte der Mariensee noch alleine.

Ein Schwanenpaar (Mai 2012)
Zu dieser Zeit blühten die Kastanien in einer unbeschreiblichen Pracht. Ich war davon fasziniert und erfreute mich über die Blüten an den Alleebäumen  der Schlosstrasse. Fünf Monate später erlebte ich die Schulkinder der Grundschule Holle, die in mühseliger Kleinarbeit braune Kastanienblätter einsammelten, da diese infiziert waren (siehe meinen Beitrag im BILDBAND ("Schloss Derneburg und die Natur"). Als ich die Kastanienblüten fotographierte ritten im gemächlichen Tempo zwei junge Mädchen vorbei ("Begegnungen mit schönen Pferden")

Zwei Reiterinnen
Mitte Mai 2012 waren die Schwäne nicht mehr die einzigen Gäste auf dem Mariensee. Ich entdeckte auch die ersten Graureiher in den Bäumen und Blesshühner, die nicht zu überhören waren. Aber am abenteuerlichsten waren die Starts und Landungen der Schwäne. Eine Aufnahme von einem gleitenden Schwan bekam von meiner Frau JUTTA den Titel: "Das fliegende Betttuch".

"Das fliegende Betttuch"
Schwan bei der Landung
Der Graureiher

Das Blesshuhn
Ende Mai gingen die Flugversuche der Schwäne auf dem Mariensee weiter. Mir schien es, als ob die Schwäne sich in Konkurrenz zu den zahlreichen Fischreihern und Komoranen sahen. Auf jeden Fall konnte ich eine ungestüme Energie bei den Schwänen erkennen, denn nun schwebten sie nicht mehr gemächlich über den See.

Schwan beim Start

Komorane als Zuschauer
Anfang Juni 2012 hat die Situation auf dem Mariensee wieder beruhigt. In der Zwischenzeit waren im See Algen gewachsen und die Schwäne fanden mit ihren langen Hälsen reichlich Nahrung. Die Oberfläche des Sees war durch den Algenbewuchs nicht mehr gleichmässig frei und für ausgiebige Starts und Landungen ungeeignet. Trotzdem fanden die ruhig dahingleitenden Schwäne ihre Passagen. Neben der Beobachtung der Schwäne konnte ich auch über die Fütterung der Graureiher amüsieren, denn dies geschah vor meinen Augen auf dem "Insel-Baum".

Schwäne bei der Füttersuche (Juni 2012)

Futternde Schwäne (Juni 2012)


Schwan auf der Insel im See


Das Vierergespann

Graureiher bei der Fütterung
Langsam verschwanden die Schwäne aus meinem Blickfeld, den die Natur begann in den herrlichsten Farben zu blühen und ich fand zahlreiche Fotomotive ("Schloss Derneburg und die Natur"). In meinem Buch habe diese Pracht  ausführlich beschrieben. Sehr viel Freude hatte ich mit den bunten Schmetterlingen (BILDBAND "Schmetterlinge").

Pfauenauge

 
Natürlich waren die Schwäne noch da. Einige entdeckte ich Anfang August 2012 im kleinen Fischteich, der unterhalb vom Schloss Derneburg liegt. Dort waren sie mir erstmals im November 2012 begegnet. In der Nähe der Schwäne tummelten sich auch Enten im Gebüsch.

Schwäne im kleinen Fischteich

Enten in der Nähe
Im September 2012 schwammen  immer noch Schwäne auf dem Mariensee. Aber dann kam der Winter und wir erreichten Minusgrade mit reichlichem Schnee, sodaß mir die schöne Winterbilder gelangen, die ich ein Jahr vorher vermißt habe. Das Jahr 2012, in dem ich mich sehr ausführlich mit den Schwänen auf den Fischteichen beschäftigt habe, geht zu Ende und im neuen Jahr warten andere Aufgaben auf  mich.
Die zugefrorenen Fischteiche


Schloss Derneburg
Siehe auch meinen BILDBAND
("Wilde Schwäne auf den Fischteichen")


Text und Fotos: Klaus Metzger
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