Freitag, 2. August 2013

Die Burgruine WOHLDENBERG und die Jahreszeiten

Die Burgruine Wohldenberg
Als ich Kirschen in der Nähe des Wohldenberges erntete, begann ich mich im Juli 2012 erstmals für die Burgruine zu interessieren. Es wurde eine sehr spannende Geschichte, bei der mich Pfarrer Lampe von der St. Hubertuskirche auf dem Wohldenberg ganz entscheidend motivierte. Parallel dazu lief mein Ganzjahres-Foto-Projekt "Das Schloss Derneburg und die Natur", das ich im Oktober 2011 mit schönen Herbstaufnahmen begonnen hatte. Mit interessanten Winterbildern, die im Januar 2013 rund um das Schloss Derneburg entstanden, konnte ich im Februar 2013 meinen Fotoband "Schloss Derneburg und die Natur" fertigstellen und veröffentlichen.

Pfarrer Lampe war von diesem Bildband so fasziniert, dass er sich einen entsprechenden Bildband über die Burgruine Wohldenberg wünschte. Bereits im Juli 2012 stellte ich mit dem vorhandenen Bildmaterial ein blog-Beitrag "Die Burgruine WOHLDENBERG bei Hildesheim" zusammen, für den er sich ebenfalls begeistert hat und den er - mit meiner Erlaubnis - auf der homepage der "Katholische Pfarrgemeinde St. Hubertus Wohldenberg" veröffentlichte.

Ähnlich wie bei den Naturaufnahmen beim Schloss Derneburg, fotographierte ich in regelmässigen Abständen die Umgebung um die Burgruine Wohldenberg. Meine ersten Fotoaufnahmen begannen bereits am Hinweisschild "Fussweg Burgruine Wohldenberg". Dieses befand sich etwas abseits der Kreisstrasse K308/309 von Sottrum nach Sillium und verwies auf den Wanderweg, der - leicht ansteigend - zum Wohldenberg führte. (Bilder "Burgruine Wohldenberg I")

Fussweg zur Burgruine Wohldenberg




Der Wanderweg

Das Schild hatte ich gegenüber dem Parkplatz meines Wagens entdeckt, als ich zu Fuss zur Kirschenernte auf der gegenüberliegenden Strasse (vorbei am Bauernhof) ging. Hier habe ich auch während der Kirschen-Saison 2013 geparkt und mich über die reichliche Ernte gefreut. Sehr angenehm und nützlich empfand ich die Holzbank, die etwas erhöht über dem Parkplatz zwischen dem Bildstock und dem Waldrand steht (während der Winterzeit wurde die Bank abgebaut).


Bildstock am Parkplatz (Aufnahme: März 2013)
Am Wanderweg zum Wohldenberg gelangen mir Juli 2012 in den Blumen und Sträuchern am Rande sehr schöne Schmetterlingsaufnahmen. (Siehe auch meinen BILDBAND "Schmetterlinge" ). Auch in diesem Sommer 2013 zeigten sich unglaublich prachtvolle Exemplare. Am Ende des Fussweges stiess auf einen interessanten Eichenwald, den sogenannten Hutewald. (Bilder "Pfauenauge")

Pfauenauge

Falter bei der Ernte
 
Mit dem Hutewald hat es eine besondere Bewandtnis, denn dort grasen für einige Zeit im Jahr Schottische Hochlandrinder, die den Wuchs neben den Eichenbäumen niedrig halten. Erstmals las ich davon auf der Informationstafel, als ich auf meiner ersten Wanderung zu Burgruine (Anfang Juli 2012) dort vorbeikam. (Bilder "Hutewald")

Hutewald am Wohldenberg

Anfang August 2012 war es dann endlich soweit: Fünf abenteuerliche Schottische Hochlandrinder waren nun im Hutewald aktiv und sorgten für einen niedrigen Wuchs zwischen den knorrigen Eichenbäumen. Auch für die Trinkwasser-Versorgung der Tiere war gesorgt, denn aus einem Haus in der Nachbarschaft wurde ein Wasserschlauch zu einem Bottich gelegt.

Die Rinderherde im Hutewald
Der braune Beobachter im Hutewald
Der schwarze Beoachter im Hutewald
Die Trinkwasser-Versorgung
Mitte September 2012 hatten die Hochlandrinder ihre "Mäharbeiten" im Hutewald wohl erledigt und waren genauso geheimnisvoll wieder verschwunden, wie sie gekommen waren. Wie wenn das kleine Tier mich trösten wollte, begrüsste mich Anfang Oktober 2012 ein kesses Eichhörnchen im Hutewald, das ruhig auf einem Baumstumpf sass. Genau ein halbes Jahr später fotographierte ich auf einem Baum, der an der Strasse zur Burgruine gegenüber dem Hutewald stand, ein Eichhörnchen, das benfalls wenig Scheu zeigte. War es das kesse Eichhörnchen vom Hutewald (Oktober 2012)? (Bilder "Eichhörnchen")

Das freche Eichhörnchen im Hutewald



Das Eichhörnchen vom Hutewald (Aufnahme vom 6.3.2013) ?

Auf dem Weg zur Burgruine gibt es mehrere Bildstöcke: Den ersten am Beginn des Wanderweges zur Burgruine habe ich bereits erwähnt. Dieser Fussweg endet am Hutewald und von dort  muss man die normale Strasse nach rechts abbiegen, um zur Burgruine zu gelangen. An der Einmündung des Fussweges in die Strasse befindet sich ein grösserer Wiesenplatz mit dem zweiten Bildstock.

Bildstock

Auf der ersten Entdeckungswanderung zur Burgruine freute mich über den kleinen katholischen Friedhof, der auf der linken Seite auf halbem Weg zwischen dem Hutewald und der Burgruine lag. Ich liebe Friedhöfe, da man dort in Harmonie mit den Toten ausgezeichnet meditieren kann. Dieser kleine Friedhof zeichnet sich durch eine besondere Stille und Naturnähe aus. Ich entdeckte einen alten, interessanten Grabstein des Ehepaares Dorne (gestorben 1826 bzw. 1840).

Grabstein Joseph Dorne (gest. 1840)
Inschrift auf dem Grabstein (seitlich)
Grabstein (Rückseite) Marianne Dorne (gest. 1826)

Wie ich bereits beschrieben habe, verweile ich gerne auf Friedhöfen und dieser im Besonderen macht mir immerwieder große Freude. Es gab zuerst zwei Bänke an der Mauer bei der Wasserstelle und vor der Kapelle. Mitte Mai 2013 kam eine neue Bank an der gegenüberliegenden Seite dazu. Sie wurde wohl von Angehörigen aufgestellt, die gerne Zwiesprache mit den Toten im Grab davor halten wollen.

Die gemütliche Bank (seit Mai 2013)

Grabblumen (Aufnahme Juli 2013)


Stechpalme auf dem Friedhof (Aufnahme Juli 2013)

Das Eingangstor an der Brücke zur Burgruine konnte ich bereits sehen, als ich auf der linken Seite meines Weges die Pestsäule entdeckte, die im Jahre 1518 von dem damaligen Burginhaber, Aschwin von Bortfeld, errichtet wurde.

Die Pestsäule (Aufnahme 6.3.2013)

Da ich mich in diesem Beitrag in erster Linie mit der Natur und den Jahreszeiten um die Burgruine Wohldenberg befasse, möchte ich bezüglich detaillierter und fundierter Daten auf die kleine Schrift "Geschichte der Burg Wohldenberg und der katholischen Pfarrkirche" (Handreichung für Führungen und eigene Entdeckungen) verweisen. Die Verfasser dieser Schrift sind Pastor Thomas Blumenberg (Juli 1993) mit einer Erweiterung im August 2010 von Pfarrer Stefan Lampe. Die Schutzgebühr beträgt 1,50 Euro und das Büchlein liegt in der Pfarrkirche St. Hubertus aus. (Bilder "Burgruine Wohldenberg II")

Die Burgruine Wohldenberg

Erstmals wurde die Burg im Jahre 1172 durch die Nennung ihres damaligen Besitzers, den Grafen Ludolf von Wohldenberg, erwähnt. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde diese im Jahre 1641 von den kaiserlichen Truppen unter ihrem Feldherrn Tilly fast vollständig zerstört. Sein Quartier hatte er im Pfarrhaus von Bockenen bezogen.

Burg Wohldenberg vor der Zerstörung 1641

Tritt man durch die Tür in die ehemalige Vorburg, so ist man erst einmal enttäuscht, denn von der mächtigen Burg ist nicht mehr viel übriggeblieben: nur der stolze Bergfried ragt einsam in dem Himmel und kann bestiegen werden.

Der Bergfried

Interessant ist die Entstehung der heutigen Pfarrkirche St. Hubertus, die im Jahre 1731 auf  dem Gelände der ehemaligen Vorburg gebaut wurde. Die Initiative für den Bau ging vom damaligen Drosten, Johann Friederich Antonius Freiherr von Bocholtz, aus.

Pfarrkirche St. Hubertus auf dem Wohldenberg

Nach dem 9 Uhr Läuten am Vormittag ist diese kleine Kirche fast immer geöffnet und die Eingangstüre steht offen. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, so kann man im gegenüberliegenden Pfarrhaus bitten, die Kirche zur Verfügung zu stellen. Im Hintergrund spielt meistens leise Meditationsmusik. Dieser Ort stellt für mich - genauso wie die Wallfahrtsstätte in Ottbergen - eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, die innere Ruhe und den Frieden zu finden (meistens zünde ich dann auch ein oder zwei Opferkerzen an).

Opferkerze

Der Hochaltar mit Christus am Kreuz


Seitenaltar mit der heiligen Familie
Mit einem erhebenden Gefühl verlasse ich nach meinen Besuchen der Kirche (ich war immer der einzigste Gast) und habe ein noch intensiveres Gefühl für die herrliche Natur, die mich umgibt. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Pfarrgarten, in dem ich immerwieder Neues entdecke und fotographiere.

Sonnenblume


Blüten im Pfarrgarten



Besuch in der Blume (Aufnahme vom 31.07.2013)
Der Sommer auf dem Wohldenberg war äußerst spannend und immer parkte ich mit meinen Wagen am Anfang des Fussweges zum Wohldenberg. Meine NIKON D40X und mein Fernglas hatte ich selbstverständlich dabei. Eine Ausnahme war der 20. Februar 2013, denn an diesem Tage hatte es geschneit und ich wollte unbedingt Winterbilder von der Burgruine aufnehmen. Ich hatte wenig Zeit, denn am nächsten Tag begann unsere Wochenendreise nach Amsterdam. (Reisebericht "Amsterdam") Deshalb fuhr ich mit meinem Auto bis vor die Burgruine, um die Aufnahmen zu machen. (Bilder "Burgruine Wohldenberg im Winter")

Das heutige Pfarrhaus

Die Rodelbahn




Schnee auf dem Wohldenberg



Leihschlitten vorm Pfarrhaus (Aufnahme vom 6.3.2013)
Bei meinem Besuch im März 2013 entdeckte ich im Pfarrgarten die ersten Frühlingszeichen: Schneeeglöckchen. Der Schnee vom Februar war wieder verschwunden - nur die Schlitten, die noch vorm Garten standen, erinnerten an den Winter. Die Baumscheibe mit den verschiedenen Informationen fiel mir diesmal besonders auf.

Schneeglöckchen im Pfarrgarten

Über dem Eingang zum Pfarrhaus St. Hubertus

Die informative Baumscheibe vor dem Pfarrgarten

Mitte April 2013 fand ich in einem der kleinen Kästen vor der Informationstafel beim Pfarrgarten eine Beschreibung über den Weg zum Steinbruch, der hinter der Burgruine liegt. (Bilder "Steinbruch") Für den teilweisen Wiederaufbau der Burg und der Pfarrkirche St. Hubertus hat der bereits genannte Droste, Johannes Friederich Antonius Freiherr von Bocholtz, dort Steine entnommen. Interessant ist sein Wahlspruch, den er im Steinbruch hinterlassen hat:

SOLITUDO SOLA BEATITUDO (Einsamkeit einzige Glückseligkeit)

Der Steinbruch


Der Steinbruch


Inschrift im Steinbruch
Inschrifdt vom Drosten von Bocholtz
Blick vom Steinbruch zur Burgruine (Bergfried)
Ende April 2013 begann es mit aller Macht zu blühen und als Fotograf fand ich erneut zahlreiche Motive um den Wohldenberg, Der Fussmarsch zur Burgruine wurde wieder zu einem richtigen Erlebnis. Im Mai erlebte ich die Krähen auf dem Friedhof und Ende Juni die Hasen im Pfarrgarten.

Schwalbenschwanz auf den Kischblüten

Baumtriebe

Baumtriebe
Krähe auf dem Friedhof
Hase im Pfarrgarten
Das Jahr auf dem Wohldenberg war Anfang Juli 2013 vergangen. Die Burgruine mit der interessanten Natur ist mir ans Herz gewachsen. Die Pfarrkirche St. Hubertus ist für mich ein Ort der regelmässigen Einkehr geworden. Aber nun ist auch wieder die Zeit für die Kirschenernte am Wohldenberg, die dieses Jahr sehr reichlich ausfiel.

Leckere Kirschen
Darüber gibt es auch den BILDBAND Nr. 2 ("Die Burgruine Wohldenberg und die Jahreszeiten")  Dieser gehört zur Reihe "Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde Holle bei Hildesheim" mit den weiteren BILDBÄNDEN Nr. 1 ("Schloss Derneburg und die Natur") , Nr. 3 ("Die Natur bei Hackenstedt") und schließlich Nr. 4 ("Schloss Söder und die Umgebung") . Sehr stolz bin ich auf meinen BILDBAND ("Begegnungen mit schönen Pferden").

Text und Fotos: Klaus Metzger
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