Freitag, 8. Februar 2013

Schloss DERNEBURG und die Natur (Jahreszeiten im Bild)



Schloss Derneburg im Sommer
Seit März 1984 wohne ich in Hildesheim und seit dieser Zeit interessierte ich mich für das Schloss Derneburg, das ca. 10 km von meiner Heimatstadt entfernt liegt. Aber erst 15 Jahre später verwendete ich DIA-Aufnahmen vom Schloss und seiner interessanten Umgebung in einem meiner zahlreichen Vorträge, die ich für Senioren in der näheren Umgebung hielt (Titel "Hildesheim und Umgebung").


Schloss Derneburg im Winter

Seit dem Jahre 2010 war ich fast jede Woche zu einem Spaziergang um das Schloss Derneburg. So entstand die Idee, die Natur um das Schloss fortlaufend  zu fotographieren. Dabei interessierte mich insbesondere das Leben auf den Fischteichen, die unterhalb des Schlosses liegen. (Schloss Derneburg)


Leben auf den Fischteichen

Mit dem Fotographieren begann ich im Oktober 2011 und meine letzten Aufnahmen (Winterbilder) stammen vom Januar 2013. Bei meiner Wanderung um das Schloss Derneburg folgte ich dem sogenannten "Lavespfad"(siehe Lageplan). Dieser beginnt beim Parkplatz am Eingang zum Schloss. "Lavespfad"
Hinweis auf den "Lavespfad"


Teetempel

Von dort führt er in den Wald zum Teetempel (die Arenabuche existiert nicht mehr - siehe Kreuz).


Lageplan des Schlosses Derneburg und die Umgebung
Nach rechts geht der Weg weiter zum pyramidenförmigen Mausoleum, das etwas tiefer liegt.



Das Mausoleum

Sarkophag im Mausoleum



Von dort gelangt man über den Zufahrtsweg  durch den Wald zur Nette-Brücke mit dem Bahnübergang. An der Nette entlang geht man in östlicher Richtung zu den Fischteichen, die unterhalb des Schlosses liegen.  Unterwegs kommt man an den ehemaligen Fischerhäusern vorbei, die nicht mehr bewohnt sind.



Die Fischerhäuser
 Beim ersten Fischteich (Mariensee) befindet sich das Bootshaus.



Das Bootshaus
Über die Lavesbrücke kommt man zur alten Mühle, die von einem Seitenarm der Nette gespeist wird.



Lavesbrücke über die Nette

Alte Mühle



Dömane


Kutscherhaus


An diesem Kanal ging es weiter bis zur Dömane und auf der gegenüberliegenden Seite konnte man das Kutscherhaus erkennen. Letzte Station war das Cafe Glashaus, das aber z.Zt. meiner Spaziergänge am Vormittag geschlossen war.



Das Cafe Glashaus im Winter


Das Schloss Derneburg hat eine sehr interessante Geschichte! Ursprünglich wurde es 1213 vom Bischof von Hildesheim als Augustiner-Kloster für Chorfrauen gegründet. Damals war ein frommes Leben mit regelmäßigem Chorgebet für die unverheirateten Töchter die einzige Alternative.
Mitte des 15. Jahrhunderts gerieten die Derneburger Chorfrauen durch ihre Lebensweise, die sich den weltlichen Stiftsfrauen angenähert hatte, in eine Krise. 1443 kamen Zisterzienserinnen vom Kloster Wöltingerode. Danach erlebte Kloster Derneburg wieder einen Aufschwung. An der Mühle findet sich ein Hinweis aus dieser Zeit (1598):




Inschrift an der alten Mühle
Im Jahre 1651 zogen Mönche ein. Bis 1803 blieb Derneburg ein Kloster mit Zisterzienser-Mönchen. Im Rahmen der Säkularisierung (unter Napoleon) wurde es damals aufgelöst. Mit Ernst Graf zu Münster-Ledenburg (1766 - 1839) begann 1814 in Derneburg ein neuer Abschnitt. Für seine Verdienste auf dem  Wiener Kongreß erhielt er von König Georg III. (England und Hannover) das Klostergut Derneburg. Dieses wählte er als Alterssitz. Dazu wurden zahlreiche Umbauten durchgeführt, die aber das äußere Erscheinungsbild des Klosters nicht veränderten.
    Der Eingang zum Schloss
In den letzten Lebensjahren entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Hofbaumeister Georg Laves (1788 bis 1864 - nach ihm ist der "Lavespfad" benannt) aus Hannover bemerkenswerte Parkbauten, wie der Teetempel und das Mausoleum in Form einer Pyramide (es wurde rechtzeitig 1839 kurz vor dem Tod des Grafen Münster fertig).
 Inschrift am Eingang zum Mausoleum

Sein Sohn Georg (1820 bis 1902) setzte mit dem Hofbaumeister Laves die Gestaltung der Anlage fort. Er ließ die Klosteranlage zum Schloss umbauen. Dabei wurde 1846 zwei Drittel der Kirche abgerissen. Dadurch erhielt die gesamte Anlage einen imponierenden Turm.


Teil des Schlossgebäudes


                                                                                                 
Sowohl Graf zu Münster als auch sein Sohn Georg kauften Ländereien dazu. So gehörten zum Gut um 1850 rund 2606 Morgen Äcker und Weiden. Der Wald erstreckte sich über 1160 Morgen (insgesamt 928 ha). Diese Ländereien werden heute als staatliche Dömane verpachtet. An der Außenmauer eines Wirtschaftsgebäudes entdeckte ich die Jahreszahl 1880 (dies war wohl der Zeitpunkt des Anbaus).


Jahreszahl am Domänengebäude
  
                                                                                         
Über die Jahre verlor Schloss Derneburg die Bedeutung als Mittelpunkt der renommierten Familie. 1974 gelangte das Schloss in die Hände des international bekannten Malers Baselitz. Eine seiner zahlreichen Werke habe ich als kleine Skulptur bei meinen Wanderungen an den Fischteichen entdeckt.




2006 erwarb schließlich der US-amerikanische Broker und Kunstsammler Andrew J. Hall die Immobilie. Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Es befindet sich ebenso wie die staatliche Domäne in einem guten baulichen Zustand.

Mit meinen ersten Naturaufnahmen begann ich am 26. Oktober 2011. Dies war eine interessante Zeit, denn mit den bunten Blättern konnte ich eine besondere Herbststimmung einfangen.


Schloss Derneburg im Hintergrund
 
                                                                                          
Stimmungsbild an den Fischteichen
            
Mitte November traf ich völlig überraschend auf eine Gruppe von Schülern der Grundschule von Holle, die in mühevoller Kleinarbeit die heruntergefallenen, braunen Kastanienblätter an der alleeartigen Schloßstrasse einsammelten und zu einem orangefarbenen Container brachten. (Blättersammeln).


 























































                                   Schüler der Grundschule Holle beim Blättersammeln (17. November 2011)

Ende November 2011 gelangen mir sehr eindrucksvolle Aufnahmen, da alles stimmte: die Lichtverhältnisse, der Sonnenschein, der Dunst und die bunten Blätter an den Bäumen. (Stimmungsbilder im November)


 




























                                            Stimmungsbilder vom Schloss Derneburg und Umgebung 


Der Winter von 2011 auf 2012 brachte nicht den Schnee, den ich mir für meine Aufnahmen wünschte. Dazu musste ich bis zum Januar 2013 warten. Deshalb finden sich die Winterbilder beim Schloss Derneburg am Ende dieses Artikels.
Im März 2012 freute ich mich über die Schwäne, die sich wieder zahlreich im kleinen Teich (mit der Insel) zwischen dem Mariensee und dem Mühlenteich eingefunden  hatten. (Schwäne auf dem Mariensee)
Siehe auch meinen BILDBAND ("Wilde Schwäne auf den Fischteichen").
 





                                              









                                

                                             Die Schwäne sind wieder da (Anfang März 2012)!

Und Anfang Mai begann die Natur richtig zu erblühen. (Kastanienblüte) Besonders die zahlreichen Kastanienbäume an der Schloßstrasse vermittelten einen berauschenden Eindruck. Im Laufe des Jahres zeigte sich aber, dass das "Blättersammeln" keinen Erfolg gebracht hatte, denn die Bräune war nicht verschwunden.












































 














































                                                                     


                                                               
Blühende Kastanienbäume (Anfang Mai 2012)



Mitte Mai kamen neben den Schwänen auch andere Vögel zum Mariensee (dem großen Fischteich) zurück: Wasserhühner und Graureiher. Letztere haben auf dem großen Baum mitten im See ihren angestammten Nistplatz. Es war später immer ein besonderes Erlebnis, die Anflug der Reiher zu beobachten und mit welcher Gier sich die junge Brut dem Versorger entgegenstreckte.









































































Neue Gäste am Mariensee (Mitte Mai 2012)



Ende Mai kam sehr viel Leben an den Mariensee. Erstmals entdeckte ich Singvögel, wie die Bachstelze und die Sumpfmeise. Auch die Komorane waren eingetroffen. Und auf dem Baum, der auf der Insel im See stand, bedrängten die jungen Graureiher ihre Eltern immer noch bei der Fütterung. (Graureiher-Familie) Quakende Frösche gab es zuhauf. Es war ein richtiges Konzert. Schwieriger war es, Aufnahmen zu bekommen.











































































































 



Am Mariensee (Ende Mai 2012)
 
Anfang Juni war die Beobachtung der Kolonien ein wahres Vergnügen. Es herrschte ein Kommen und Gehen und auch auf dem See gab es ein munteres Treiben. (Leben am Mariensee)






























































































 
Hochbetrieb am Mariensee (Juni 2012)

Im Juli begann es überall in Hülle und Fülle zu blühen. Ein bunter Teppich bildete sich um den Mariensee. Die emsigen Bienen und Hummeln vollführten ihr saftiges Treiben. Ich kam kaum hinterher, die richtigen Motive vor die Kamera zu bekommen. Über allem zogen die fleißigen Graureiher ihre Kreise.




























































































Blüten überall am Mariensee (Juli 2012)


Es wurde um den Mariensee immer bunter. Die Hummeln gewannen die Oberhand bei dem Erobern des Blütensaftes. Vereinzelt tauchten auch Schmetterlinge auf, die ich besonders gerne fotographierte. (Siehe auch meinen BILDBAND "Schmetterlinge" )








































































 
Emsige Kunden für den Blütensaft (Juli 2012)


Im August und September wurde es wieder ruhiger am Mariensee. Die jungen 'Graureiher waren wohl flügge und haben sich an andere Jagdgründe verzogen. Die Komorane fanden wohl nicht genug Nahrung und suchten woanders nach ihrem Futter. Ich nahm mir wieder einmal die Zeit, das Schloss Derneburg von der Seeseite her aus einer bestimmten Perspektive zu fotographieren. Der Mariensee begann zuzuwachsen (ideale Bedingungen für die Schwäne).








































































































  


Am Mariensee ist es wieder ruhiger geworden (August und September 2012)


Im Oktober 2012 war ein Jahr vergangen seit ich mit meinen Aufnahmen der Natur um das Schloss Derneburg begonnen hatte. Nun konnte ich die bunten Blätter, die das Landschaftsbild bestimmten, wieder fotographieren. An der Außenmauer des Domänengebäudes entdeckte ich einen Sperber.






















































 
Der Herbst ist beim Schloss Derneburg eingetroffen (Oktober 2012)


Wie ich bereits geschrieben hatte, gelangen mir im vergangenen Jahr keine besonderen Winterbilder (Winterbilder I) (Winterbilder II), da der Schnee sehr schnell wieder verschwand. Deshalb freute ich mich im Januar 2013 über die herrlichen Wintermotive.
 





































































Winter beim Schloss Derneburg (Januar 2013)


Dieser Artikel soll der Information über unsere wunderschöne Heimat dienen. Dies gilt auch für das eindrucksvolle Schloss Söder, das sich ganz in der Nähe zum Schloss Derneburg befindet. Ein entsprechender Artikel ist in Arbeit. Ich möchte auch auf die "Burgruine Wohldenberg" verweisen. 

Darüber gibt es auch den BILDBAND Nr. 1 ("Schloss Derneburg und die Natur"). Dieser gehört zur Reihe "Sehenswürdigkeiten in der Gemeinde Holle bei Hildesheim" mit den weiteren BILDBÄNDEN Nr. 2 ("Die Burgruine Wohldenberg und die Jahreszeiten") , Nr. 3 ("Die Natur bei Hackenstedt") und schließlich Nr. 4 ("Schloss Söder und die Umgebung") . Sehr stolz bin ich auf meinen BILDBAND ("Begegnungen mit schönen Pferden").

Fotos und Text: Klaus Metzger

 
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