Samstag, 17. November 2012

SPANIEN - von Europa nach Afrika!


Delphine in der Bucht von Gibraltar
Ende Juni 1977 befand ich mich mit meiner Familie auf einer Rundreise durch Schweden, Finnland und Norwegen fast am nördlichsten Punkt von Europa. Wir waren mit unserem AUDI 100 von Kopenhagen (unserem Startpunkt) bis nach Hammerfest in Norwegen (der nördlichsten Stadt Europas) gefahren. Die letzte, kurze Strecke bis zum Nordkap war aber gesperrt, da dort immer noch winterliche Verhältnisse herrschten und die Strasse unpassierbar war. Reisebericht "Nordkap-Tour"

Hammerfest

Fast genau 35 Jahre später (am 22. Oktober 2012) erlebte ich mit meiner zweiten Frau, Jutta Hartmann-Metzger, die südlichste Spitze Europas im Rahmen eines Ausfluges von unserem Ferienort Conil de la Frontera (Costa del Luz in Spanien) nach Gibraltar (die Entfernung vom Nordkap bis hierher beträgt ca. 5.600 km). Unterwegs konnten wir oberhalb von Tarifa die engste Stelle der Strasse von Gibraltar erkennen. Dort beträgt der Abstand nach Afrika (Marokko) 13,5 Kilometer.


Die Meerenge bei Tarifa
Es werden zahlreiche Schiffstouren zur marokkanischen Hafenstadt Tanger angeboten. Dies fanden wir weniger interessant, da wir bereits im April 2012 einen 10-tägigen Urlaub in Marokko verbracht hatten. Unser Hotel befand sich in Agadir und wir unternahmen Ausflüge nach Essaouira und Taroudannt. Reisebericht "Marokko"

Die Flugroute von Hannover über Frankreich nach Spanien verlief ähnlich wie bei unserem Flug nach Marokko. Im April gelangen mir sehr schöne Flugbílder (Flugbilder). Während damals Gibraltar auf der rechten Seite (in Flugrichtung) lag, befand sich nun Gibraltar auf der linken Seite als wir in Jerez de la Frontiera nach einer Flugzeit von 3h 25min planmäßig landeten.
Die Pyrenäen

Die Busfahrt vom Flughafen bis zu unserem Flamenco Hotel  in Conil de la Frontera dauerte 1,5 Stunden. Da immer mehrere Hotels unterwegs angefahren wurden, hatten wir in der letzten Zeit das Pech, als Letzte abgeliefert zu werden. Da unsere Reise bereits um 2 Uhr in der Nacht mit der Abholung durch den Taxidienst "Nightflyer" in Hildesheim begonnen hatte, wollten wir nach unserer Ankunft erst einmal ausgiebig frühstücken.  Dies klappte dann auch hervorragend, denn das Frühstücksrestaurant war bis 11 Uhr 30 geöffnet und die Auswahl vorzüglich. So konnten wir uns wunderbar auf unseren einwöchigen Urlaub einstimmen und die herrliche Aussicht geniessen.

Hotelstrand "Fuente del Gallo"
Jutta übernahm traditionsgemäß die Organisation der Ausflüge. Da wir nur eine Woche zur Verfügung hatten, kamen nur zwei Tagestouren in Frage, um das Gleichgewicht zwischen Unternehmung und Entspannung zu erhalten. Auf jeden Fall buchten wir einen Tagesausflug nach Cadiz (TUI Premium Tour). Die geplante Besichtigung von Cordoba klappte nicht, da diese Touren im 14-tägigem Abstand stattfinden. Auf jeden Fall werden wir unseren nächsten Urlaub an der Costa del Luz so planen, dass Cordoba für uns erreichbar ist.

Wir entschieden uns alternativ für Gibraltar und haben dies nicht bereut. Die ersten Eindrücke habe ich bereits weiter oben beschrieben. Interessante Details folgen später. Am zweiten Tag in  Spanien war die Enttäuschung groß, denn es regnete in Strömen und wir wollten mit dem Bus die Hafenstadt Cadiz (in 35 km Entfernung) besichtigen. Ich hatte schon am ersten Tag eine "feuchte" Überraschung erlebt, als ich auf dem Fußmarsch vom Stadtzentrum zum Hotel (ich hatte dort in einem kleinen Supermercado einige Einkäufe getätigt) pudelnass wurde (es fuhr "zufällig" kein Taxi vorbei). Als ich das Hotel verliess, herrschte idealer Sonnenschein.
Cadiz am Morgen
Auf dem Weg nach Cadiz verlief es umgekehrt, denn die Regenwolken verflogen langsam und die Sonne schien über die gesamte Zeit.  Da hatten wir also richtiges Glück. Cadiz hat ca. 124.000 Einwohner und ist die älteste Stadt in Europas. Die Stadt liegt auf einer Landzunge, die in den Golf von Cadiz hineinragt. Sie wurde vor 3000 Jahren von den Phöniziern gegründet und diese nannten den Handelsplatz Gadir. Nach einer langen Blütezeit verlor Cadiz im 5. Jahrhundert nach der Zerstörung durch die Westgoten seine Bedeutung.

Mit der Entdeckung Nord- und Südamerikas im 15. Jahrhundert wurde Cadiz der bedeutende Hafen der Silberflotte, die die Schätze aus den Kolonien nach Spanien brachte. Die Hafenstadt gelangte dadurch zu bedeutendem Reichtum, den man auch heute noch an den Prachtbauten in der Altstadt erkennen kann. Im Jahre 1812 wurde in Cadiz die erste spanische - liberal orientierte - Verfassung veröffentlicht.

Im Rahmen der TUI Premium-Tour erschlossen wir uns in einer Gruppe von 11 Teilnehmern und dem TUI-Reiseleiter HUGO diese interessante Vergangenheit zu Fuß auf dem Weg durch die Altstadt. Oberhalb des Stadtstrandes "Playa de la Caleta" stiegen wir aus unserem TUI-Bus und konnten den Naturhafen mit den Festungen "Castillo de Santa Catalina" und "Castillo de San Sebastian" sehen, in dem die Silberschiffe aus den spanischen Kolonien landeten.

Der Naturhafen "Puerta de la Caleta"
Zuerst besichtigten wir den Stadtpark "Parque Genoves" von Cadiz.(Reisetipp "Stadtpark") Eine besondere Attraktion ist hier der Drachenbaum, der sich sonst nur auf den Kanarischen Insel findet.  Bemerkenswert ist auch die breite Allee im Park, die von weißen Bänken gesäumt ist.

Der Drachenbaum
Die Allee
Sie wurde so konzipiert, dass zwei Kutschen aneinander ohne Mühen vorbeifahren konnten. Auch damals galt schon das Prinzip: "Sehen und gesehen werden". Der Park entstand im 19. Jahrhundert als der "Paseo del Perejil" verbreitert wurde. Freigelassene Papageien treiben in den Baumspitzen ihr lustiges Spiel.

Ein Papagei
Das tönere Krokodil als Spielzeug



Eine Überraschung ist das Krokodil aus Ton (?), das reglos im Wasser liegt und von den Enten gerne als Spielzeug benutzt wird (eine Harmonie, die es in der Natur nicht gibt). Bilder "Stadtpark"

Blick von der Altstadt zur See (nach Westen)
Unsere Wanderung durch die Altstadt (Reisetipp: "Altstadt") ging weiter  zu den zahlreichen interessanten Plätzen (spanisch: "Plaza"). Am Plaza de San Antonio befindet sich die Kirche San Antonio. Sie wurde im 17. Jahrhundert gebaut und war damals der Hauptsitz der Jesuiten in Cadiz. Am Plaza Libertad, der gegenüber dem Plaza de las Flores (Blumenmarkt) liegt, machte es unser Reiseleiter Hugo sehr spannend und liess uns einige Zeit warten, bis wir den Mercado Central (Zentralmarkt) besichtigen konnten. Bilder "Altstadt"
Kirche San Antonio
Es hat sich wirklich gelohnt: Für einen Fisch-Liebhaber ein richtiges Paradies. (Reisetipp "Mercado Central") Über Thunfisch, Muränen und kleinen Haien fanden sich dort alle denkbaren Fischsorten. Aber auch leckere Würste (Chorrizos) wurden angeboten. Und HUGO verwöhnte uns mit Probierstücken. Wir waren so begeistert, dass wir einige Proben mit nach Hause nach Deutschland nahmen - wo sie allerdings geschmacklich unseren Vorstellungen nicht mehr entsprachen. Bilder "Mercado Central"
Mercado Central (Katzenhai)
Neben dem Mercado Central befand sich die Post (Correo). Wir hatten beschriebene Postkarten dabei, für die wir uns Briefmarken besorgen mußten, die wir aber nirgendwo bekamen. Ich schilderte HUGO mein Problem und er sagte mir, dass wir auf unserer Altstadt-Wanderung an der Post vorbeikommen würden. In der Post wäre es aber notwendig, Nummern zu ziehen, die dann aufgerufen werden würden. Nach dem Besuch des interessanten Zentral-Marktes hatten wir vor der Besteigung des Turmes der Kathedrale zwei Stunden Zeit zur freien Verfügung. Ich ging dann zur Post und alles klappte hervorragend.

Die Pause an der Plaza de la Catedral haben wir sehr genossen. Bei einer Tasse Kaffee beobachteten wir das Treiben auf diesem sehr belebten Platz. Ein Akkordeon-Spieler kamen an unseren Tisch und bat um eine kleine Spende. Eine buntgekleidete Afrikanerin war engagiert damit beschäftigt, Kleidungsstücke aus einem großen Beutel an Touristen zu verkaufen.

Akkordeon-Spieler
Bunte Verkäuferin
Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir zum Campo del Sur (Reisetipp "Campo del Sur") auf der Rückseite der Kathedrale. Es ist imposant, dort die Wellen zu beobachten, die aus dem Atlantik kommen und von dem gewaltigen Bollwerk am Campo del Sur gebrochen werden. Andrerseits ist der Campo del Sur ein beliebte Seepromenade. Bilder "Campo del Sur"

Campo del Sur
Auf die Besteigung des Turmes der Kathedrale (Reisetipp "Kathedrale Cadiz") waren wir schon sehr gespannt. HUGO hatte uns vorab erzählt, dass sich in der Kathedrale keine Treppenstufen befänden. Da damals Arbeitstiere für den Lastentransport beim Bau verwendet wurden, gab es für diese nur einen serpentinenartigen Weg nach oben. Dabei beliess man es. Für uns stellte diese Form des Aufstieges auf 63 m Höhe eine gewaltige Erleichterung dar. Der Ausblick bei relativ klarem Wetter war phantastisch. Im Hafen lag gerade das Kreuzfahrtschiff COSTA FORTUNA vor Anker. Bilder "Ausblick von der Kathedrale"


Plaza de la Catedral

Kreuzfahrtschiff COSTA FORTUNA
An der Kathedrale wurde über  einen längeren Zeitraum gebaut. Man begann mit der Kathedrale 1722. Die Sakristei und die Türme (von den wir den rechten bestiegen)  wurden 1853 beendet. Durch die lange Bauzeit kam es zu einer Vermischung unterschiedlicher Baustile in Form von barocken und klassistischen Elementen. Nach der Turmbesteigung besichtigten wir noch das "Casa del Obispo Yacimiento Arqueologico". Dies ist ein Museum, das neben der Kathedrale liegt, und in dem Ausgrabungen bis zurück in die Bronzezeit von oben zu betrachten sind (man bewegt sich auf durchsichtigen Platten).

Unterirdische Mauer




Da kein Blitzlicht benutzt werden durfte, war es etwas schwierig, gute Aufnahmen ohne Stativ zu bekommen. Nach diesen äußerst interessanten Eindrücken von der Kulturgeschichte bei unserer Wanderung durch die Altstadt von Cadiz, fand die letzte Etappe mit der kurzen Bewunderung des Rathauses auf dem Weg zum TUI-Bus den schönen Abschluss. Da wir uns in Richtung Hafen bewegten, sahen wir auch noch einmal das Kreuzfahrtschiff COSTA FORTUNA aus der Nähe.
Kreuzfahrtschiff COSTA FORTUNA

Der dritte Tag in Spanien begann wieder mit einem herrlichen und ausgiebigen Frühstück (das wiederholte sich natürlich bis zu unserer Abreise). Da wir bei schönem Wetter ins Zentrum von Conil de la Frontera wollten, benutzten wir einen Kleinbus, der am Hotel vorkam, und uns nach Conil brachte. Er verkehrte im Stunden-Rhythmus und die einfache Fahrt kostete 1 €. Unterwegs mußte ich an den Regenschauer denken, den ich am ersten Tag auf dem Rückweg zum Hotel erlebt hatte.
Conil de la Frontera
Conil de la Frontera hat ca. 21.000 Einwohner. (Reisetipp "Conil de la Frontera") Im Sommer kommen 80.000 Touristen dazu. Früher lebte man ausschließlich vom Fischfang, wobei man sich auf den Thunfisch spezialisiert hatte.Dazu kam noch die Landwirtschaft. Heute ist Conil de la Frontera durch den Tourismus sehr viel internationaler. Wie Cadiz wurde auch dieser Ort von den Phöniziern ca. 1.500 v. Chr. gegründet.

Conil de la Frontera
Nachdem wir mit dem Bus im Zentrum angekommen waren, wanderten wir zu Fuß in Richtung Strand und bekamen einen sehr schönen Eindruck vom langen Sandstrand (Playa de La Fontanilla und Playa de Los Bateles) und von den weißen Häusern von Conil, die am Hang angeordnet waren. Da wir in der Ferne auch die Steilwand oberhalb des Hausstrandes "Playa de La Fuente  del Gallo" und den Leuchtturm "Faro de Roche" sehen konnten, entstand der Wunsch, einmal die gesamte Strecke am Strand entlang zu wandern. Leider ist es diesmal wegen des stürmischen Wetters (am 24. Oktober 2012) nicht dazu gekommen. Wir werden aber sicher noch öfters in diese schöne Gegend reisen. Mit dem Kleinbus fuhren wir ins Hotel zurück. Bilder "Conil de la Frontera"
Aussicht vom Balkon
An diesem Samstag (20. Oktober 2012) machte mir JUTTA eine sehr große Freude: Ich bin regelmäßiger ZEIT-Leser und konnte mir am vergangenen Donnerstag (dem Erscheinungstag) diese Wochenzeitung nicht besorgen, da wir bereits gegen 5 Uhr von Hannover abgeflogen sind. Heimlich hatte sie nun im Hotel-Kiosk die ZEIT bestellt und mich am Samstagnachmittag damit überrascht. Zusätzlich mit ihren eigenen, bestellten Magazinen setzten wir uns auf den Balkon und genossen die herrliche Aussicht.
Sitzmöglichkeiten
Der vierte Tag (Sonntag, 21. Oktober 2012) lud nicht zu besonderen Aktivtäten ein, denn der Himmel war bedeckt und es regnete zwischendurch. Erstmals besuchte ich den Supermercado in der Nähe, der ab 10 Uhr geöffnet hatte. Wir lieben es im Freien zu sitzen - auch wenn es ordentlich stürmt. Deshalb suchten wir uns einen gemütlichen Platz auf dem orangefarbenen Sofa unter der überdachten Terrasse.
Stürmische See
Später zogen wir uns auf unser Zimmer 129 im ersten Stock zurück. Einem inneren Impuls folgend, überprüfte JUTTA meine Tabletten und stellte überraschend fest, dass sie zu Hause zu wenig Tabletten für mich eingepackt hatte (es war zu einer Verwechslung gekommen). Da wir wegen unseres geplanten Ausfluges am folgenden Tag nach Gibraltar keinen Arzt am Montag für ein Rezept ins Hotel bestellen konnten, mußte sofort eine Lösung gefunden werden.

Der Mitarbeiter an der Rezeption telefonierte wegen des Problemes mit dem diensthabenden Arzt der Klinik in Novo Sancti Petri und organisierte ein Taxi, das allerdings für eine Fahrtzeit von ca. 15 min 30 € kassierte. Der Arzt stellte das notwendige Rezept kostenlos aus und nannte uns eine geöffnete Apotheke in der Nähe. Mit einem zweiten Taxi fuhren wir zur Apotheke (das Medikament kostete 6,50 €) und von dort ging es zurück in unser Hotel (auch dieser Taxifahrer verlangte 30 €). Mit einem beträchtlichen Organisationsaufwand und gegen einige Widerstände ("Warten Sie doch bis Montag...") war JUTTA wieder einmal eine Meisterleistung gelungen und der finanzielle Aufwand liess sich leicht verschmerzen.

Schiffsverkehr in der Strasse von Gibraltar
Am fünften Tag (Montag, 22. Oktober 2012) war also der Gibraltar-Ausflug geplant, der beinahe wegen der Medikamenten-Probleme ausgefallen wäre. Wie beim Cadiz-Ausflug begannen wir auch hier unsere Bus-Tour bei recht trübem Wetter. Aber es klarte schnell auf. Es ging in östlicher Richtung. Nach ca. 65 Kilometer auf der N340 (E-5) gelangten wir zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Tarifa in 300 m Höhe. (Reisetipp "Strasse von Gibraltar") Wir konnten die engste Stelle zwischen Europa und Afrika (13,5 km) sehen und natürlich auch fotographieren. Bilder "Strasse von Gibraltar"

Dann fuhren wir weiter nach Gibraltar, das ca. 50 km entfernt lang. Am Grenzübergang "Linea de Gibraltar" war etwas Wartezeit, denn zuerst ein spanischer und dann  ein britischer Zoll-Beamter überprüften die Dokumente (als EG-Bürger konnte man mit Personalausweis oder Reisepass problemlos einreisen).
Der Gibraltar-Felsen
Bereits die Phönizier hatten um 950 v. Chr. den Felsen besucht, ohne sich dort niederzulassen. Der griechische Philosoph Platon erwähnte die "Pfeiler des Herkules" und bezog sich auf Gibraltar-Felsen und den Berg Jebel Musa (im heutigen Marokko). Beide Berge beherrschen die Meerenge. Die Araber begannen im 8. Jahrhundert mit der Eroberung Spaniens. Im Jahre 711 landete der Berber Tarik Ibn Zeyad von Marokko aus am südlichen Ende des Felsens, um das dortige Westgoten-Reich zu erobern, das sich bis zu den Pyrenäen erstreckte.
Denkmal beim Flughafen
Über sechs Jahrhunderte blieb Gibraltar (mit einer kurzen Pause von 1309 bis 1333) in maurischer Hand. Im Jahr 1462 wurde Gibraltar von den Mauren befreit. Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1702 - 1713)  kam es zu längeren Streitigkeiten und mit dem Abkommen von Utrecht, das den Konflikt beendete, wurde Gibraltar 1713 der englischen Krone "für immer" übergeben. 1727 und 1779 belagerten die Spanier erfolglos den Felsen.
Kanone
Während des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Gibraltar zu einer Festung, die als uneinnehmbar galt. In beiden Weltkriegen war Gibraltar der Schlüssel bei der Bekämpfung der feindlichen U-Boote. Während des 2. Weltkrieges wurde ein Großteil der Zivilbevölkerung aus Sicherheitsgründen evakuiert. Nach 16-jähriger Isolation vom spanischen Festland wurde die Grenze 1985 im Rahmen normaler Beziehungen wieder geöffnet. Heute leben in Gibraltar ca. 29.000 Einwohner.
Unser TUI-Bus auf dem Gibraltar Coach Terminus
Unsere englischen Minibusse an der Südspitze
Mit unserem TUI-Bus fuhren wir direkt zum "Gibraltar Coach Terminus". Dort wurde unsere Gruppe in kleinere Minibusse aufgeteilt, die zu den unterschiedlichen Zielen fuhren (Stadtrundfahrt, Tunnel-Anlagen, Delphin-Safari). Ein weiterer Grund für die kleineren Busse waren die teilweise sehr engen Strassen, die wir auf unserer Besichtigung befahren mußten. Für die Erklärungen unterwegs wurde ein Band in deutscher Sprache abgespielt. Reisetipp "Stadtrundfahrt"

Wasserfall
Moschee
Zuerst fuhren wir zur Südspitze des Gibraltar-Felsens (Höhe 426 m) und kamen unterwegs an einem kleinen Wasserfall vorbei. Beim ersten Stopp konnten wir die neue Moschee bewundern, die am 8. August 1997 nach einer Bauzeit von zwei Jahren eingeweiht wurde (Kosten: 5 Millionen englische Pfund). Die Moschee ist ein Geschenk des Königs Fahad Al-Saud von Saudi-Arabien.
Leuchtturm am Europa-Punkt
Eine weitere Attraktion des sogenannten Europa-Punktes ist der imposante Leuchtturm, mit dessen Bau am 1. August 1841 begonnen wurde. Am Leuchtturm wurden fortlaufend technische Verbesserungen vorgenommen. So ersetzte man 1905 den Ölbrenner durch elektrisches Licht. 1954 wurde der Turm um fast 2 m erhöht, um die Qualität des Hauptlichtes zu verbessern. Bilder "Stadtrundfahrt" 

Hafenanlagen
Flugzeug im Landeanflug
Nach dieser Besichtigung fuhren wir mit dem Minibus in Richtung Bergspitze. Unterwegs hatten wir einen schönen Ausblick auf die Hafenanlagen von Gibraltar. Es war gerade ein Flugzeug im Landeanflug auf den Flughafen von Gibraltar. (Bilder "Flughafen") Auf halber Höhe stoppten wir zur Besichtigung der St. Michael Höhle (eine Tropfsteinhöhle). Als Empfangskomitee begrüsste uns eine Horte freilebender Affen. Sie liessen uns erst wieder in Ruhe als wir in der Höhle waren. Am Ausgang wiederholte sich das Schauspiel. Reisetipp "Die Affen und die Höhle"
Der Affe vom Begrüssungskomitee
Wie kamen die Affen auf den Felsen? Es ist eindeutig, dass die Affen von Marokko stammen. Es gibt eine Theorie die besagt, dass die Affen aus der Zeit stammen, als Afrika und Europa noch verbunden waren. Dafür gibt es aber keine Beweise. Vielleicht sind die Affen von den Mauren eingeführt worden? Es wird auch behauptet, dass die Affen von den Briten als Haustiere mitgebracht wurden und dann verwildert sind. Auf dem Felsen tollen  z.Zt. ca. 250 Affen herum. Bilder "Die Affen von Gibraltar"
St. Michael Höhle
Die St. Michael Höhle im Gibraltar-Felsen besteht aus interessanten Stalaktiten und Stalagmiten. 1848 suchte ein Ziegenhirt eines seiner Tiere und stolperte über einen verwesten Körper. Es handelte sich um John Langley. Sein Mörder wurde nie gefunden. Während des 2. Weltkrieges befand sich in der Höhle ein Notfall-Krankenhaus. Heute wird diese Höhle mit ihrer wundervollen Akustik gelegentlich für Konzerte und Shows benutzt. Bilder "St. Michael Höhle"
Die Maurische Burg
JUTTA am Kasematten-Platz
Auf dem Weg hinunter ins Stadtzenrum fuhren wir an der Maurischen Burg vorbei. Dieser Turm stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und weist zahlreiche Einschüsse von den vielen Belagerungen auf.  Da wir noch einige freie Zeit bis zum nächsten Programmpunkt, der Delphin-Safari, hatten, legten wir eine Kaffee-Pause im "Kasematten-Platz" ein. Dort beginnt auch die Hauptstrasse (eine beliebte Einkaufstrasse). Übrigens konnten wir wahlweise in englischen Pfund oder Euro bezahlen.
Spanische Erinnerungstafel in Cadiz
An dieser Stelle möchte ich mit einer berühmten englischen Persönlichkeit, Lord Nelson, befassen. Er hat die Schlacht von Trafalgar (1805) gewonnen - dabei aber sein Leben verloren. Der Hafen von Gibraltar hatte eine wichtige Bedeutung, denn dorthin wurde sein beschädigtes Schiff "Victory" nach der Schlacht gebracht, um repariert zun werden. Das Cap de Trafalgar liegt ganz in der Nähe bei dem Ort Canos de Meca.

Bereits in Cadiz entdeckte ich eine Erinnungstafel der Spanier an diese berühmte Schlacht. In Gibraltar gibt einen "Trafalgar-Friedhof". Dort wird jährlich am Sonntag vor dem 21. Oktober an die berühmte Schlacht von Trafalgar (1805) erinnert. Die Leiche Lord Nelsons soll in einem Rum-Fass mit seiner "Victory" nach England zurückgebracht worden sein. Anschließend tranken seine Matrosen das Fass leer (eine schaurige Angelegenheit).
Unser Boot für die Delphin-Safari
Gegen 13 Uhr begaben wir uns zu Fuß zu dem Liegeplatz des gelben Bootes, mit dem wir zur Delphin-Safari  in die Bucht von Gibraltar gebracht werden sollten. (Reisetipp "Delphin-Safari") Wir hatten vor drei Jahren (Oktober 2009) schon einmal eine Safari in Kenia (Reisebericht "Kenia") erlebt und waren deshalb sehr  gespannt.
Der springende Delphin
Unser Boot hatte offensichtlich Schwierigkeiten, die Delphin-Gruppe in der Bucht zu sichten, denn ein anderes, blaues Boot war zuerst fündig geworden. Nun gab es eine große Unruhe an Bord, denn alle wollten beeindruckende Aufnahmen von den Delphinen machen. Das war aber nicht so einfach, denn diese aktiven Tiere waren immer in Bewegung. In Kenia war das alles sehr viel einfacher - als z. B. eine Elefantengruppe majestätisch an uns vorbeimarschierte.
Sardinenschwarm

Urplötzlich tauchte unter unserem Boot ein großerer Sardinenschwarm auf. Ein Mitglied der Crew versuchte, mit einer Kamera den Schwarm unter Wasser zu filmen. Dies alles geschah so schnell, dass JUTTA die Sardinen nicht einmal fotographieren konnte. Ich hatte mehr Glück. Übrigens sind die Sardinen die natürliche Nahrung der Delphine. Es passte bei dieser Boots-Tour also alles perfekt zusammen. Bilder "Delphin-Safari"
Der Gibraltar-Felsen
Nach fast zwei Stunden fuhren wir mit dem gelben Boot wieder in den Hafen von Gibraltar zurück. Wir hatten ein wirkliches Abenteuer und eine ganz andere Safari erlebt, wie wir sie in Kenia kennengelernt hatten. All dies ging uns durch den Kopf, als wir uns wieder dem eindrucksvollen Gibraltar-Felsen näherten.
Touristen warten auf ihre Busse
Zu Fuß gingen wir wieder zum Terminal, wo der TUI-Bus bereits auf uns wartete. An der Grenze "Linea de Gibraltar" mußten wir uns einem besonderen Verfahren unterziehen: Der englische Zoll kontrollierte uns nicht mehr. Für die Spanier mussten wir den Bus mit unserem Handgepäck verlassen und zu Fuß den spanischen Zoll passieren. Der Bus wurde von den Spaniern nach Flüchtlingen aus Afrika untersucht. Nach einiger Wartezeit konnte wir wieder in unseren kontrollierten  Bus einsteigen. Das nächste Ziel war Tarifa in 50 km Entfernung. Reisetipp "Tarifa"
Maurisches Kastell im Hintergrund
Tarifa liegt an der engsten Stelle der Strasse von Gibraltar (13,5 km Entfernung nach Marokko). Zur Zeit der Römer war sie bereits eine bedeutende Stadt mit dem Namen "Julia Traducta". Nach der Eroberung durch die Mauren im Jahre 711 gab ihr  der Berber-Herrführer Tarif Ibn Malluk den heutigen Namen. Man teilte uns mit, dass in der Altstadt noch Gebäude aus der muslemischen Zeit zu finden wären. Ohne Führung (unser Reiseleiter PACO war am Hafen zurückgeblieben) war deshalb unsere Altstadt-Wanderung ein etwas hilfloses Unterfangen. Wir waren deshalb froh, als wir uns wieder auf dem Heimweg zu unserem Hotel in Conil de la Frontera befanden. Bilder "Tarifa"
Herbstfest (20.10.2012) am Swimmingpool
Am fünften Tag (Dienstag, 23. Oktober 2012) wurden wir schon zum Frühstück von einem herrlichen Sonnenschein begrüsst. Wir suchten uns entsprechende Liegen für unsere holidayCheck-Badetücher, die wir als Geschenk bekommen hatten. Nun war auch die die Zeit für interessante Aufnahmen der Hotelanlage. In meiner entsprechenden Hotelbewertung (Hotelbewertung "Flamenco Conil") habe ich diese hochgeladen und auch sehr ausführlich unsere äußerst positiven Eindrücke beschrieben. Am Mittag wurde es sehr windig und JUTTA genoss das kleine, geschlossenene Schwimmbad. Anschließend erfreuten wir am Fitness-Studio, das wir alleine benutzen konnten. Bilder "Flamenco Hotel Conil"
Die Muschelsammlerin
Für den vorletzten Tag (Mittwoch, 24. Oktober 2012) hatten wir eine längere Strandwanderung nach Conil de la Frontera eingeplant.(Reisetipp "Strand") Das Wetter war entsprechend stürmisch und regnerisch. Leider war der Strand nicht mehr vollständig begehbar, da die Wellen diesen teilweise überspülten. Ich suchte mir einen sicheren Sitzplatz auf  der Stein-Treppe zum "Playa de Fuente del Gallo" (unterhalb der Hotelanlage) und suchte mit meiner Kamaera nach interessanten Motiven. JUTTA war als Muschelsammlerin unterwegs Bilder "Strand"

Föhr 1997
Spanien 2012
Und dann kreierte JUTTA am Strand wieder ein romantisches Herz  aus Steinen. Vor 15 Jahren verbrachten einen wunderschönen, abenteuerlichen Urlaub auf der Insel Föhr. Dort entstand am Strand, wo wir eine Nacht in unserem kleinen Zelt verbracht hatten, das erste "leuchtende" Herz. Nun kennen wir uns schon 16 Jahre, sind 14 Jahre verheiratet und haben spannende Reisen unternommen. Dafür durchströmt uns immerwieder ein starkes Gefühl der Dankbarkeit.

Mit tollen Eindrücken und einem sehr entspannten Urlaub flogen wir am 7. Tag (Donnerstag, 25. Oktober 2012) wieder nach Deutschland zurück. Wir sind der Meinung, dass wir an der Costa del Luz einen unserer schönsten Urlaube verbracht haben. Die Freundlichkeit der spanischen Mitarbeiter war beispielhaft und das kulturelle Angebot bemerkenswert.  Wir werden wiederkommen!

Siehe auch meinen BILDBAND "Spanien"

Fotos und Text: Klaus Metzger



















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