Donnerstag, 27. Juli 2017

Mit Hindernissen nach ANDALUSIEN in SPANIEN

Diese Reise (vom 30. September bis zum 9. Oktober 2016) stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Im Hildesheimer Reisebüro, bei dem wir diesen "preiswerten" Ausflug nach Spanien gebucht hatten, hatte man uns nicht informiert, dass im Reisepreis kein "Rail & Fly"-Voucher für die Zugfahrt von Hildesheim zum Kölner Flughafen enthalten ist. Kurzfristig mussten wir deshalb ein relativ teuren Parkplatz in Köln online organisieren, von dem uns später ein Shuttle-Bus zum weiter entfernten Flughafen Köln-Wahn brachte. Mit Hilfe unseres Navigationssstemes TOM TOM kamen wir rechtzeitig ans Ziel "Flughafen", das bei den herrschenden Verkehrsverhältnissen und dem komplizierten Parken nicht leicht zu erreichen war.

Spannend wurde es im Flughafen: Wir hatten einen Flug mit Norwegian Airlines gebucht und uns  vorab informiert, dass es sich um einen Billigflieger handeln würde. Was aber dann passierte, hatten wir auch bei einem günstigen Anbieter nicht erwartet. Die Abflugzeit wurde erst einmal von 11.30 Uhr auf 16.10 Uhr verschoben. Wir checkten ein und bekamen einen Verspätungsgutschein  über 15 € p.P. für Verpflegung und Getränke. Gründe für die Verspätung wurden nicht genannt.

Dabei hatte ich bereits eine Ahnung, dass dies ein Fall für FAIRPLANE werden könnte ( in der Warteschlange vor dem Abfertigungsschalter von Norwegian Airlines hatte ein Vertreter von FAIRPLANE Visitenkarten verteilt). Nun erfuhren wir, dass das Flugpersonal unserer Maschine die Ruhezeiten nicht eingehalten hat und deshalb nach den Vorschriften nicht weiterfliegen durfte. Das bedeutete für uns eine außerplanmäßige, kostenlose Übernachtung im Flughafenhotel LEONARDO ganz in der Nähe. (Lageplan "Hotel Leonardo") Freundlicherweise stand uns ein Gutschein über 40,- € für das Abendessen und die Getränke zur Verfügung. Das haben wir richtiggehend genossen und dabei tief durchgeatmet - schließlich waren wir seit 4.30 Uhr unterwegs (und immer noch in Köln) und hatten nur Überraschungen erlebt, die wir aber gelassen und entspannt ertrugen.

Leider war der sehr angenehme Aufenthalt im Flughafenhotel LEONARDO am Samstagmorgen um 3.30 Uhr bereits wieder beendet. Die geplante Abflugzeit um 7 Uhr erneut auf 9.15 Uhr verschoben. Gegen 8 Uhr herrschte wieder Verwirrung, denn aufgrund einer Falschinformation wurde zum vergeblichen Boarding aufgerufen. Im Endeffekt starteten wir um 10.45 und landeten um 13.30 in Malaga (Flugzeit 2,75 h).

Auch nach der Ankunft in Malaga verlief die Weiterreise mit dem Bus nicht ohne Probleme. Bevor wir abfahren konnten, mussten wir auf Passagiere einer anderen Fluglinie warten, die ebenfalls beträchtlich verspätet waren. Zwischenzeitlich überlegten wir, mit einem Taxi zu unserem Hotel zu fahren. Das hätte ca. 30 € gekostet.

Ich habe bereits angedeutet, dass ich mich nach dem Ende der Reise mit FAIRPLANE wegen der Entschädigungszahlung für die fast 24-stündige Verspätung in Verbindung setzen würde. Bereits während unseres Urlaubes hatte uns der Veranstalter, JT Touristik GmbH , am 2. Oktober 2016 per e-mail informiert, dass wir einen Entschädigungsanspruch wegen der Flugverspätung über 400,- € p.P. hätten.

Ich reichte am 10. Oktober 2016 alle notwendigen Unterlagen bei FAIRPLANE ein und musste anschließend sehr viel Geduld aufbringen und einige Telefonate führen, bis der Vorgang erledigt war.  Am 24. März 2017 (nach etwas mehr als 6 Monaten) schickte uns FAIRPLANE die Abrechnung. Danach haben sie von den 400,- € 117,60 € als Honorar einbehalten und 282,40 € an mich überwiesen. Derselbe Betrag  galt auch für meine Frau, Jutta Hartmann-Metzger. Wir sind froh den Weg über die Rechtsanwälte von FAIRPLANE gewählt zu haben. Das Amtsgericht in Köln verlangte Ende Dezember 2016 ein Vorauszahlung von 159,- €. Die Zahlung dieses Betrages hat FAIRPLANE übernommen.

Der Hotelstrand
Unser Hotel Playabonita lag in Benalmadena an der Costa del Sol mit einem schönen, etwas engen Zimmer 708 und einem romantischen Meeresblick - mit einem berauschenden Sonnenaufgang und herrlichen Fotomotiven. (Lageplan "Hotel Playabonita") Nach dem ausgezeichneten Abendessen (ab 19 Uhr) setzten wir uns noch und dem Balkon und versuchten, die Erlebnisse auf der Anreise von Köln nach Malaga zu relativieren und uns in dieser herrlichen Umgebung und angenehmer Temperaturen in Urlaubsstimmung zu versetzen. Und das ist uns - im Nachhinein betrachtet - sehr gut gelungen.(Bilder "Hotel Playabonita")

Swimmingpool
Der folgende Tag (2. Oktober 2016) am Strand diente der notwendigen Erholung. Wir liehen uns praktische Liegestühle für 5, € (ingesamt 10,- €) und einem großen Sonnenschirm aus. Die Handtücher besorgten uns an der Rezeption für eine Leihgebühr von 10,-€. Auf der Suche nach einer Toilette entdeckten wir die umzäunte Gelände mit dem Swimmingpool. Zugang hatte man nur mit hoteleigenen Schlüsselkarte und das erst ab 10  Uhr.

Der Felsen von Gibraltar
An diesem Abend erhielten wir gegen 21 Uhr einen Anruf, dass am darauffolgenden Tag der Ausflug nach GIBRALTAR (Lageplan "Gibraltar") stattfinden sollte (er war am, Sonntag, den  1. Oktober, wegen der 24-stündigen Verspätung ausgefallen). Dies war uns nun zu kurzfristig und wir kannten GIBRALTAR bereits von einer anderen Spanienreise (im Oktober 2012). (Reisetipp "Gibraltar") Damals konnten wir uns im Rahmen einer interessanten Bus-Tour über diese Kolonie Großbritanniens informieren. (Bilder "Gibraltar")

Wie an den anderen Tagen begannen wir auch diesen Montag mit einem leckeren Frühstück und es zog uns diesmal zum Swimmingpool, den wir gegen 10 Uhr mit der Plastikkarte (am Türschloss) betreten konnten. Dies fanden wir erholsamer als den abgesagten Ausflug nach Gibraltar. Auch den angeschlossenen Whirlpool haben wir gerne benutzt.

Am folgenden Tag (Dienstag, 4. Oktober 2016) war vom Reiseveranstalter ein Ausflug nach Granada geplant. Am Abend vorher fühlte sich Jutta nicht so gut und teilte mir mit, dass sie an dem Ausflug nicht teilnehmen könnte. Allerdings wollte ich alleine auch nicht teilnehmen.  Am folgenden Tag - dem Tag des Ausfluges - wurden die Schmerzen nicht besser. Deshalb baten wir an der Hotelrezeption, einen Arzt zu organisieren, der gegen 9 Uhr aufs Zimmer kam. Er stellte sehr schnell fest, dass Jutta sich eine Infektion eingehandelt hatte und verschrieb entsprechende Medikamente, die ich in der nahegelegenen Apotheke (mit grünem Leuchtzeichen) besorgte. Die dadurch entstandenen Ausgaben in Höhe von 110,- € wurden in Deutschland umgehend von unserer Auslandskrankenversicherung ENVIVAS erstattet.

Iberoamerikanische Ausstellung
Am Mittwoch, den 5. Oktober 2016, nahmen wir erstmals an dem geplanten Ausflug nach Sevilla teil. Die Medikamente hatten Jutta geholfen, sehr schnell die Infektion zu überwinden. Trotzdem wurde die Bus-Reise über 230 km nach Sevilla sehr anstrengend, denn wir hatten einen sehr heißen Tag erwischt und unserer Ausflugsprogramm war sehr eng getaktet. Wir besuchten nach 4 h Fahrt zuerst die ehemalige Iberospanische Ausstellung. (Lageplan "Maria Luisa Park") Dies war sehr eindrucksvoll mit interessanten Informationen über die Geschichte Spaniens. (Bilder "Maria Luisa Park") 

Bootsfahrt im Park
Die Iberoamerikanische Ausstellung fand 1929 statt. Einen Teil des Geländes stellte die Infantin Maria Luisa (nach der der gesamte Park benannt ist) der Stadt für die Ausstellung zur Verfügung. Auch heute noch sind die damaligen Pavillions von Argentinien, Brasilien, Mexiko und Kolumbien vorhanden und vermitteln einen nachhaltigen Eindruck.

Erinnerung an die Entdeckung Südamerikas

Danach besuchten wir die interessanten Gärten (Reisetipp "Jardines de Murillo"), die nach dem spanischen Maler Murillo benannt (er hat von 1618 bis 1682 in Sevilla ganz in der Nähe in SANTA CRUZ gelebt) und 1911 angelegt wurden. (Lageplan "Jardines de Trujillo") Vorher dienten sie als Gemüse- und Obstgärten für den REAL ALCAZAR. Im Park finden sich zahlreiche Denkmäler spanischer Persönlichkeiten und ein Monument mit der Inschrift 1492 (der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus).  (Bilder "Jardines de Trujillo")

SANTA CRUZ
Spannend wurde unsere Wanderung durch das ehemalige, jüdische Viertel SANTA CRUZ, das wir sehr gut kennenlernen konnten. (Lageplan "SANTA CRUZ") Hervorragend erklärte uns die spanische Reiseleiterin die Zusammenhänge in deutscher Sprache. Unter Königin Isabel und dem spanischen König Fernando (ab 1492) wurden die Juden von dort endgültig vertrieben. (Bilder "SANTA CRUZ")

Glockenturm der Kathedrale
Unsere letzte Station auf der Wanderung durch die Altstadt von Sevilla war die Kathedrale. (Lageplan "Kathedrale") Diese prächtige Kirche  wurde im 15. Jahrhundert auf einer ehemaligen Moschee errichtet. Davon sind noch der Orangenhof und der Glockenturm (Giralda) erhalten. Der wunderschöne Altar soll der größte der Welt sein.  In der KATHEDRALE befindet sich auch das Grab des Kolumbus und seines Bruders. (Bilder "Kathedrale")
 
Goldturm
Nach der Besichtigung der Kathedrale war noch eine Bootsfahrt auf dem Rio Guadalquivir geplant. Die Einsteigestelle lag unterhalb das Torre del Oro. (Reisetipp "Goldturm") Sein Name stammt von den goldenen Kacheln, die ihn einst bedeckten und nicht von dem Gold, das die Spanier aus den amerikanischen Kolonien nach Sevilla brachten und das in der Nähe ausgeladen wurde. (Bilder "Goldturm")

Bootsfahrt auf dem Rio Guadalquivir
Nach den interessanten Besichtigungen in der Altstadt von Sevilla unternahmen wir zum Abschluss eine eindrucksvolle Bootsfahrt auf dem Rio Guadalquivir. (Lageplan "Rio Guadalquivir") Auf diesem Wege wurde früher das Gold von Süd- und Mittelamerika über die Hafenstadt Cadiz vom Atlantik nach Sevilla transportiert. Unsere Bootsfahrt im Stadtbereich von Sevilla dauerte eine Stunde. (Bilder "Rio Guadalquivir")

Geburtstagsgrüsse für Jutta
Am Donnerstag, der 6. Oktober 2016, war Jutta's 60. Geburtstag. Es ist auf unseren Reisen schon öfters vorgekommen, dass wir unterwegs ihren Geburtstag feiern konnten (z. B. 2001 auf RHODOS und 2009 in KENIA). Als wir von unserem Strandbesuch gegen 16 Uhr wieder auf unser Zimmer kamen, hingen an der Zimmertüre ein Gratulationsschreiben und 3 bunte Luftballons. Darüber haben wir sehr gefreut.
Benalmadena
Die restlichen Ferientage vergingen wie im Fluge. Das Wetter war immer ausgezeichnet für den regelmäßigen Strand- und Badetag. Den Nachmittag vertrieben wir uns immer beim UNO-Spiel. Einmal nutzte ich die Gelegenheit, mit meiner Kamera vom Balkon Nachtaufnahmen zu machen.Die Rückreise nach Deutschland, am Sonntag, den 9. Oktober 2016, verlief überraschenderweise ohne Schwierigkeiten. Mit unserem Auto fuhren wir dann nach Hildesheim, wo wir gegen 17 Uhr eintrafen. Nach dieser Reise voller Hindernisse fiel uns wirklich ein sprichwörtlicher "Stein vom Herzen":
 


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