Mittwoch, 21. Dezember 2016

4. Durch das Swasiland nach KwaZulu-Natal in Südafrika

Im 1.Teil habe ich unter dem Thema Ein Flug in das Herz Südafrika's die Anreise und den ersten Tag in Johannesburg und Pretoria beschrieben. Die längere Reise Von Johannesburg zum Kruger Nationalpark in Südafrika wurde im 2. Teil behandelt. Die Erlebnistouren im Kruger Nationalpark fanden ihren Platz im 3. Teil   Wilde Tiere - hautnah in Südafrika.

Wieder  mußten wir relativ früh aufstehen. Da zwei Touristengruppen in zwei Bussen auf derselben Tour  unterwegs waren, war das richtige Einladen der Koffer immer ein spannender Moment. Diesmal war es Jutta's Aufgabe, dass unsere Koffer in den richtigen Bus gelangten (sie waren leicht zu erkennen, denn wir hatten sie mit einem bunten Spannband versehen).



Zu Fuß nach Swasiland

Der Eintritt ins Swasiland war etwas beschwerlich! Wir mußten unsere Reisebusse (auf der linken Seite im 2. Bild von oben) verlassen und zu Fuß die Grenze nach Swasiland passieren. Vorher wurden unsere Reisepässe mit zwei Stempeln versehen. Wir verließen ja Südafrika bei Jeppe's Reef und betraten Swasiland bei Matsamo (B) - genauso war es auf den beiden Stempeln vermerkt. 


Reges Interesse für die Speckstein-Figuren

Die Landschaft änderte sich und wurde recht hügelig. Bei Piggs Peak (C) erreichten wir eine Höhe von 1000 m über dem Meeresspiegel. In der Nähe hielt unser Bus an einem bunten Stand "Impilo Yakusasa" (D), der insbesondere das große Interesse unserer weiblichen Reiseteilnehmer fand, denn hier wurden Speckstein-Figuren verkauft. (Reisetipp: "Speckstein-Figuren bei PIGGS PEAK") Man konnte auch einen Figuren-Schnitzer bei seiner Arbeit beobachten. (Bilder: "Speckstein-Figuren")


Kaffee-Shop auf dem Gelände der Kerzenfabrik SDwazi Candles

Die Mittagspause verbrachten wir im Gelände der Kerzenfabrik (Swazi Candles) bei Malkerns (E). Auf dem Weg dorthin fuhren wir an der königlichen Residenz des Monarchen Mswati III. in Lobamba vorbei und sahen auch den großen Rasenplatz, auf dem der jährliche (Ende August) Umhlanga-Tanz (Schilfrohr-Tanz) stattfindet. Zahlreiche Jungfrauen aus dem Königreich Swasiland bereiten sich eine Woche vor, um in knappen traditionellen Kostümen barbusig vor dem König aufzutreten. Der Tanz soll immer am Montag stattfinden. 


 König Mswati III. von Swasiland

Nach Angaben der Behörden wurden Tausende von Teilnehmerinnen erwartet. Sie sind typischerweise zwischen 8 und 22 Jahre alt. Dieses Jahr (2015) passierte am Freitagabend vor dem Fest ein schlimmes Unglück. Mindestens 38 junge Frauen sind bei der Anreise zu der Veranstaltung tödlich verunglückt, 20 weitere sollen verletzt worden sein. Das berichteten die Nachrichtenagenturen AP und dpa unter Berufung auf eine Menschenrechtsgruppe. Über den Schilfrohr-Tanz und das schlimme Unglück hat uns während der Fahrt unsere Reiseleiterin mittels Zeitungsausschnitten informiert (wir waren im Oktober unterwegs).

Örtliche Medien, die in Swasiland der Zensur unterliegen, berichteten zunächst nur von sieben Toten. Die Frauen saßen auf der Ladefläche eines Lasters, der auf einen anderen auffuhr. Die Polizei hatte auf der Hauptstraße zwischen Mbabane und Manzini ein Auto angehalten, der dahinter fahrende Laster mit rund 50 Frauen an Bord konnte nicht mehr bremsen, raste in das Auto - und wurde von einem zweiten Laster gerammt. Der Schilfrohr-Tanz fand trotz des Unglückes am Montag statt. Es sollen über 40..000 Jungfrauen getanzt haben.

Der polygame Monarch Mswati III. hat beim Schilfrohr-Tanz wohl wieder eine der Tänzerinnen ausgesucht (leider konnte ich dies nicht genau recherchieren). Bisher wählte der 47-Jährige mindestens 13 Frauen, andere Quellen sprechen von 15 Frauen zur Gattin. Mswati III. regiert sein kleines Imperium seit 28 Jahren so absolutistisch und uneingeschränkt wie kein anderer Monarch in Afrika. Sein Vermögen wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt. Während er sein Leben in Saus und Braus zelebriert, leben knapp 70 Prozent der Swasis unter der Armutsgrenze. Das kleine Königreich hat eine der höchsten Aids-Raten und die niedrigste Lebenserwartung der Welt.

Die von uns besuchte Kerzenfabrik wurde 1982 gegründet. Die Hauptaufgabe besteht in der Kerzenherstellung aus traditionellem Paraffin und 100%-igem organischem Soja für Teelichter. Sehr schön sind auch die farbenreichen mit Wachs verkleideten LED-Lichter. (Reisetipp "Kerzenfabik Swazi Candles") Man ist in dieser Fabrik, die wir übrigens nur teilweise besichtigen konnten, sehr gut auf Touristen eingestellt. Es gibt ein preiswertes, durchorganisiertes Restaurant - leider etwas zugig. Und ein sehr großer Bereich im Freigelände mit zahlreichen Ständen, die mit touristischen Artikeln förmlich überladen sind. (Bilder "Kerzenfabik Swasi Candles")


Verkaufsstand auf dem Gelände der Kerzenfabrik Swasi Candles

Das Königreich Swasiland mit seinem aus der Zeit gefallenen Herrscher Mswati III. verließen wir im Süden über den Grenzposten Lavumisa (F) nach demselben Verfahren wir bei der Einreise am Matsamo Border Point:  die Reisepässe vorlegen (die wieder mit 2 Stempeln versehen wurden) und das "Niemandsland" zwischen Swasiland und Südafrika zu Fuß passieren. Der Reisebus wartete bereits auf uns für die Weiterreise nach Hluhluwe (G). Auf der Fahrt zum Grenzübergang fielen uns noch altertümlichen Rundhütten, die denen zahlreiche Farbige ihr karges Leben fristeten.


Rundhütte im Swasiland

Auf dem weiten Weg von Johannesburg (wir waren bereits 4 Tage unterwegs) erlebten wir erstmals bei unserem Reisebus eine Panne. Kurz vor dem Tagesziel gab er den Geist und wollte einfach nicht mehr. Da kam uns der zweite Reisebus entgegen. Dieser war bereits zu unserem Protea Hotel (G) in Hluhluwe ("Bewertung") vorgefahren und hatte die andere Gruppe ausgeladen. Wir luden unser Gepäck um und waren mit einer Stunde Verspätung auch im Hotel.  Unser Bus, der vom herbeigerufenen Pannendienst repariert worden war (die Kraftstoffzufuhr war defekt), traf mit zweistündiger Verspätung ebenfalls ein. Im Hotel mußten wir mehrmals einen Stromausfall erleben. Auf unseren Reisen habe ich immer eine kleine Taschenlampe dabei. Nun machte sich diese wieder einmal bezahlt.


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