Mittwoch, 7. Dezember 2016

3. Wilde Tiere - hautnah in Südafrika

Im 1.Teil habe ich unter dem Thema Ein Flug in das Herz Südafrika's die Anreise und den ersten Tag in Johannesburg und Pretoria beschrieben. Die längere Reise Von Johannesburg zum Kruger Nationalpark in Südafrika wurde im 2. Teil behandelt. 


 Der Elephant und der Baum

Nach der längeren Anreise von mehr als drei Tagen waren wir auf die Hauptattraktion Südafrika's, den Kruger Nationalpark, sehr gespannt. Bereits vor 6 Jahren haben wir in Kenia an einer zweitägigen Safari im Tsavo East National Park teilgenommen und waren begeistert (Reisetipp: "Safari in Kenia"). Nach einem ausgiebigen Frühstück in dem sehr angenehmen INGWENYAMA Conference & Sports Resort, White River (A), South Africa (Hotelbewertung) fuhren wir mit unserem Reisebus zum Numbi Gate, um in den Kruger Nationalpark zu gelangen. Am folgenden Tag sollten wir wieder mit dem Bus zum Wildreservat gebracht werden und dann zu offenen Safari-Jeeps überwechseln. Der Vorteil der Jeeps bestand darin, dass wir noch näher und über unbefestigte Pisten an die wilden Tiere heranpirschen konnten. Mit dem Bus war man an die befestigten Strassen gebunden und das Fotografieren wurde durch die Scheiben behindert.

Noch etwas zum Thema Malaria: "Der Kruger National Park ist Malaria-Gebiet. Gerade während der regenreichen Wintermonate ist die Ansteckungsgefahr erhöht und eine eingehende Beratung beim Tropenarzt im Voraus angeraten. Medikamente zur Malariaprophylaxe erhält man in jeder südafrikanischen Apotheke. Dazu benötigt man jedoch auch eine ärztliche Verschreibung. Diese sind direkt auf die südafrikanischen Erreger ausgerichtet und wesentlich billiger als in Deutschland. In der Regel erhält man Tabletten, die man täglich nehmen muss." So steht es bei Wikipedia. Wir waren in der trockenen Periode (Oktober) unterwegs und blieben völlig unbehelligt. Das bestätigte unser Entschluß, keine teuere Malaria-Prophylaxe zu nehmen.


Kruger National Park beim Numbi Gate

Einen sehr guten Eindruck von der Tierwelt und dem Wildreservat bekam man auf der Fahrt zum nordöstlich gelegenen Skukuza Camp (D). Dort befindet sich das Zentrum des Parks und das Hauptquartier. Unterwegs begegneten wir scheuen Zebras, Antilopen und imposanten Giraffen. Richtig interessant wurde es an den zahlreichen Wasserläufen, denn dort badeten größere Elefantenherden. Erstmals konnten wir aus der Nähe Elefanten beobachten, die sich genüsslich an größeren Bäumen rieben.  (Bilder "Kruger National Park")


Die Mittagspause verbrachten wir im Skukuba Camp, wo wir uns - neben bunten Souvenirs - auch mit Lebensmitteln für die Lunchpause versorgen konnten. Nun war auch die erste Gelegenheit, die phantastischen Eindrucke der südafrikanischen Tierwelt zu verarbeiten. Sehr eindrucksvoll war der Ausflug zum Fluss Sabie, nach dem auch das südöstlich gelegene Camp Lower Sabie benannt ist. Wir fuhren zum kleineren Nkhuhlu (E) und begaben uns an das Ufer des Sabie-Flusses. Dort ergab sich insbesondere die Gelegenheit, bunte Vögel und Affen zu beobachten. (Reisetipp "Kruger National Park")


Glanzstar

Den Kruger National Park verließen wir am späten Nachmittag über das Paul Kruger Gate (F). Da wir nochmals eine Pause einlegten, konnte ich in der Nähe einige interessante Entdeckungen fotografieren, die mir einen besseren Eindruck über die Geschichte des Kruger National Parks vermittelten. Es war insbesondere Kruger-Denkmal, das ich bereits im 1. Kapitel gezeigt habe und mir hier noch einmal sehenswert erscheint.


Paul-Kruger-Denkmal

Paul Kruger stammte von deutschen Einwanderern ab und wurde 1825 in Cradock am Kap geboren. Als erster seiner Vorfahren war der Berliner Jacobus Krüger 1713 als Söldner der niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) nach Südafrika gekommen. Die Familie Kruger war calvinistisch geprägt. Schon als Heranwachsender musste Paul Kruger die Folgen der Auseinandersetzungen zwischen den Buren, zu denen sich seine Familie zählte, und den Briten miterleben. Im Alter von zehn Jahren machte er den strapaziösen und leidvollen Zug der Buren aus der Kapkolonie nach Norden, den "Großen Treck" mit.

Die Familie ließ sich nördlich des Flusses Vaal nieder, wo die Stadt Potchefstroom gegründet wurde. Sie liegt heute etwa 80 Kilometer westlich von Johannesburg. Paul Kruger brachte sich als Autodidakt Lesen und Schreiben bei, und mit 16 Jahren erwarb er 100 Kilometer nördlich vom elterlichen Sitz eine eigene Farm, die er Waterkloof nannte. 1842 heiratete er seine erste Frau Maria, doch sie und ihr Kind starben schon vier Jahre später an Malaria. Ein Jahr danach ging er mit Gezina du Plessis, einer Cousine seiner ersten Frau, eine neue Ehe ein, in der 16 Kinder geboren wurden. In dem spannenden Buch "Tod am Kap" (Geschichte des Burenkrieges) von Martin Bossenbrock (C.H.Beck Verlag) die interessante Biographie von Paul Kruger ab 1883 beschrieben.


Elephant unter Naturschutz

Nach dem ersten Burenkrieg wurde er 1883 Präsident von Transvaal und beschäftigte sich auch einer Gesetzgebung (er war selbst begeisterter Großwild-Jäger) zum  Schutz der Wildtiere. Dank seines unermüdlichen Einsatzes wurde 1898 das Gebiet zwischen Sabie-Fluß und Crocodile-Fluß zum Sabie Game Reserve erklärt. Daraus entwickelte sich der heutige Krugerpark.


Freunde nach der Safari im Kruger National Park

Major James Stevenson wurde 1867 in Schottland geboren. In Johannesburg traf er Sir Godfrey Langden. Als eifrigem Naturschützer war ihm die Verantwortung für das Sabvie Game Reserve übertragen worden. Sir Sir Langdon ernannte Stevenson-Hamilton im Juli 1902 zum ersten Park-Ranger. Das Hauptquartier wurde in Sabie Bridge, dem heutigen Skukuza errichtet. Im Mai 1926 wurde das Nationalpark-Gesetz verabschiedet, durch das die Sabie- und die Shingwedzi-Wildreservate zum Kruger Nationalpark zusammengeschlossen wurden.

Als wir gegen 17 Uhr wieder in das INGWENYAMA Resort zurückkehrten, wurden wir informiert, dass am Abend eine Barbecue-Party mit Folklore-Veranstaltungen  im BOMA stattfinden sollte. Dieser Raum hat in der Mitte eine größere Feuerstelle und ist nach oben offen.


Folklore-Tänzer von Belfast

Als sich der Raum langsam füllte war vom Barbecue nichts zu sehen. Später am Abend gab es ein mittelmäßiges Essen vom Buffet. Dies war aber nicht so wichtig. Imposanter waren folkloristische Darbietungen der farbigen Jugendlichen, die dem TIPFUXENI Youth Project angehören und extra vom 150 km entfernten Belfast für diese Veranstaltung  angereist waren. Das Projekt organisiert Folklore-Veranstaltungen für Jugendliche, die sonst in ihrem Milieu verkommen wären.Offensichtlich war ich von den wilden Tänzen so begeistert, daß ich zum Schluss zum Mittanzen aufgefordert wurde. (Bilder "Folklore-Tänzer")

Nach meiner Rückkehr habe ich mit dem General Manager, Martin Tychsen, Kontakt aufgenommen und ihm die Bilder mit den Folklore-Tänzern übermittelt. Diese hat er an die Jugendlichen weitergeleitet, die sich sehr gefreut haben.


Samburu-Tänzer

Vor 6 Jahren habe ich in Kenia ebenfalls farbige Tänzer erlebt, die nach meinem Eindruck aber einen Kriegstanz durchführten, der sehr viel gesitteter verlief. Es handelte sich um rotgekleidete Samburu-Tänzer die mit ihren Waffen ausgerüstet waren. Die folkloristische Veranstaltung fand an einem Abend im Leisure Lodge Resort (Diani Beach, Kenia). Die Truppe muss eine längere Strecke angereist sein, denn ihr Reservat befindet sich in der Mitte Kenia's. (Bilder "Samburu-Tänzer")


Tanz mit den Massai

Verwandte der Samburu-Tänzer sind gewissermaßen die Massai, die ähnlich gekleidet sind und entsprechende Tänze vollführen. Nach der zweitägigen Safari im Tsavo East National Park besuchten wir auf dem Rückweg nach Mombasa ein Massai-Dorf. Nach der Bezahlung eines Eintrittsgeldes wurden wir sehr freundlich empfangen. Für den obligatorischen Massai-Tanz habe ich mich wohl so begeistert, dass ich eingeladen wurde, mitzutanzen (was ich sehr entgegenkommend betrachtete - wie 6 Jahre später in Südafrika). (Bilder "Massai in Kenia")


Einsam im offenen Jeep

Der zweite Tag im Kruger National Park sollte etwas besonderes werden, denn diesmal waren wir mit offenen Jeeps unterwegs. Dafür mußten wir sehr früh aufstehen (gegen 4 Uhr am Morgen) und wurden nur mit einem Lunch-Paket versorgt, das wir später im Skukuza Camp verspeisten. Am frühen Morgen war es sehr kühl und der Wind blies durch den offenen Jeep. Gottseidank hatte ich in meinem Rucksack ein paar dicke Socken, die ich gerne während der Langstreckenflüge anziehe. Mit diesen konnte ich diesmal meiner Frau, Jutta Hartmann-Metzger, helfen.



Die zweite Tour begann wieder in White River (A) und wir fuhren zum Malelane Gate (B) im Süden des Kruger National Parks. Dort bestiegen wir die bereitgestellten Jeeps und fuhren durch eine natürliche Landschaft mit unterschiedlichen wilden Tieren. Mit dem Jeep konnten wir uns auf unbefestigten Wegen sehr viel näher heranwagen.


 Der Wasserbock

Nach einer spannenden Safari mit sehr vielen Tier-Erlebnissen und ausgezeichneten Motiven für die Kamera legten wir nach 2,5 h eine Pause im Skukuza-Camp ein, wo wir das bereits erwähnte Lunch-Paket erwähnte Lunch-Paket erwähnten. Das Skuzkuza-Camp kannten wir bereits vom vorhergehenden Tag. Danach fuhren wir mit unserem Jeep weiter und entdeckten diesmal Löwen, die einen sehr friedlichen Eindruck machten.


Das Camp Pretorius Kop

Die Mittagspause verbrachten wir im Pretorius Kop, wo sich ein kleiner Supermarkt befand, in dem wir Obst und Getränke kaufen konnten. Die Verpflegung mit Obst ist während unserer längeren Reisen ein sehr wichtiger Faktor. Selbst in Peking 2011 fanden wir einen kleinen Laden, in dem wir uns versorgen konnten.
Offensichtlich hatten wir den spannenden Teil unserer Safari hinter uns gebracht, denn nun fuhren wir mit dem Jeep zum Numbi-Tor, das ganz in der Nähe lag und das wir bereits kannten, denn am 1. Tag waren wir über dieses Tor in den Kruger Nationalpark gelangt. Hier stiegen wir wieder in unseren Bus um, der uns zu unserem Ingwenyama Resort brachte.

Nun galt es wieder unsere Koffer zu packen, denn am folgenden Morgen sollten es durch das magische Swasiland nach Hluhluwe in Kwa Zulu Natal gehen. Wir waren schon sehr gespannt und ein überraschender Höhepunkt ereignete sich auf der letzten Etappe - kurz vor Hluhluwei n KwaZulu-Natal.








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