Dienstag, 13. Mai 2014

Wanderungen in einer bunten Herbstlandschaft


Herbstlandschaft bei Hackenstedt
Vor fünf Jahren begann ich mit meinen Wanderungen in unserer sehr schönen Landschaft mit interessanten Sehenswürdigkeiten. Seit 2011 habe ich meine Digital-Kamera und mein Fernglas immer dabei und gelangte so zu einer umfangreichen Sammlung eindrucksvoller Fotomotive.

Bereits damals entstand die Idee, die unterschiedlichen Jahreszeiten in einem BILDBAND zusammenzustellen. Für mich war das Naheliegendste, zuerst das Schloss DERNEBURG auszuwählen. Ich kontaktierte Herrn Martin Ganzkow, der bei der Gemeinde Holle für "Kultur & Freizeit" zuständig ist (das Schloss DERNEBURG gehört zu seiner Gemeinde). Er bestätigte, dass es einen derartigen BILDBAND noch nicht gäbe.

So entstand Ende Januar 2013 mein erster BILDBAND ("Schloss DERNEBURG und die Natur - die Jahreszeiten im Bild"). Auch danach war ich bei den Fischteichen unterhalb vom Schloss DERNEBURG unterwegs und im März 2014 verwendete ich meine schönsten Aufnahmen für den Fortsetzungsband ("Schloss DERNEBURG und die Natur II").

Ich wanderte aber nicht nur regelmässig auf dem Laves-Kulturpfad ("Laves-Kulturpfad")  um das Schloss DERNEBURG, sondern auch auf dem WOHLDENBERG, beim Schloss SÖDER und im schönen Tal bei HACKENSTEDT. So entstanden weitere BILDBÄNDE, die ich seit August 2013 als e-books bei AMAZON (meine Bücherliste) verlege.

Der bekannte Schriftsteller und Dichter Theodor Fontane (1819 - 1898) begann im Sommer 1859 mit  seinen "Wanderungen in der Mark Brandenburg". Mir liegt der allererste Teil "In den Spreewald" vor ("Reisebilder VON Gerstäcker BIS Fontane", Carl Hanser Verlag, München, 1979, S. 407 bis 434).
Theodor Fontane 1883 (Gemälde von Carl Breitbach)
                                                             
Die Spreewald-Wanderung war für mich eine sehr schöne Möglichkeit, über seine Formulierungen und den Beschreibungen der Erlebnisse unterwegs zu reflektieren. Zu seiner Zeit kam  das Photografieren (Daguerreotopie) auf und es ist interessant, wie er sich mit dieser Technologie auseinandergesetzt hat. Als Reiseschriftsteller war für ihn die bildliche Darstellung mit der Kamera eine gewisse Gefahr. Andrerseits hat er die detaillierte Darstellungsmöglichkeit für seine Beschreibungen übernommen.

Heutzutage herrscht mit der digitalen Technologie eine Bilderflut, die nur durch eine selektive Vorgehensweise beherrscht werden kann. Ich habe in der Zwischenzeit zahlreiche BILDBÄNDE als e-books konzipiert und kann auch auf interessante Rezensionen zurückgreifen. Offensichtlich treffe ich mit der Auswahl meiner veröffentlichten Bilder das Interesse und die Bewunderung der Leser. Als Ergänzung biete ich noch weitere Aufnahmen in einem Photo-Album, das ich als "link" in dem entsprechenden Kapitel darstelle.

Der verbindende Text, der die einzelnen Bilder miteinander in Beziehung setzt und meistens interessante Hintergrundinformationen enthält, verliert nach den vorliegenden Kommentaren (Rezensionen) leider etwas an Bedeutung. Es zeigt sich deutlich, dass die Aussagekraft von Bildern gegenüber detaillierten Texten sehr viel größer ist ("Ein Bild sagt mehr als tausend Worte"). Genau mit dieser Problematik als Autor für "Die Gartenlaube" musste sich Theodor Fontane herumschlagen, die immer öfter Bilder in ihren Ausgaben verwendete. Vielleicht war dies ein Grund, warum Theodor Fontane mit 60 Jahren seinen ersten Roman ("Vor dem Sturm") veröffentlichte?

Nach dieser Betrachtung über die Vorgehensweise des namhaften Reiseschriftstellers und Romanautors, Theodor Fontane, möchte ich mit meiner ersten Wanderung beginnen. Theodor Fontane fuhr mit der "Nachtpost" (eine Postkutsche) von Berlin nach Lübbenau. Bei mir ging es etwas schneller und ohne Übernachtung, denn ich fuhr mit meinem Van Opel Combo Tour die 12 km lange Strecke von Hildesheim-Itzum, über Heinde, Listringen und Heersum zum Parkplatz gegenüber dem Eingang zum Schloss DERNEBURG.
 
Herbst beim Parkplatz DERNEBURG
Bei diesem Parkplatz ergaben sich über die Zeit interessante Begegnungen: Im Dezember 2009 begegnete mir der stämmige Hausmeister des Schlosses Derneburg, Herr Neumann, mit dem grossen, zotteligen BASELITZ-Hund. Der Maler Baselitz war der vormalige Besitzer des Schlosses und hat offensichtlich seinen sperrigen Begleiter zurückgelassen. (Maler Georg Baselitz) Wir kamen ins Gespräch über das Schloss Derneburg und seine Arbeit.

Am 8. Juli 2010 sprachen mich das Ehepaar Gorissen aus Delligsen in der Nähe des Parkplatzes an und erkundigten sich nach dem Lavespfad, den ich schon oft gewandert bin. Es muss wohl ein sehr schöner Ausflug gewesen sein, denn aus Dankbarkeit sandten sie mir am 11. Juli 2010 zwei eindrucksvolle Aufnahmen von den Fischteichen. Aus diesem Kontakt ergab sich ein Informationspartner, den ich fortlaufend über meine schriftstellerischen Aktivitäten auf den neuesten Stand bringe.

Am 9. November 2011 traf ich Herrn Gerhardt Czech wieder mit dem mir bekannten Baselitz-Hund. Ich war darüber sehr erstaunt und erkundigte mich nach Herrn Neumann. Dieser hatte den Hund nur vorübergehend betreut. Herr Czech war Hausmeister im Schloss Derneburg und Herr Neumann ist sein dortiger Nachfolger. Mit Herrn Czech konnte ich ausführlich über meine Buchpläne sprechen und er sagte mir seine Unterstützung zu. Praktischerweise wohnt er ganz in der Nähe - in der Schlossstrasse (bei den alten Fischerhäusern).

Sehr überraschend war die Begegnung mit Prof. Dr.-Ing. Manfred Rautenberg am 3. September 2013. Er gehörte zu einer kleinen Wandergruppe von vier Personen. Wir kamen ins Gespräch und ich informierte ihn über meine Bücher mit Aufnahmen der näheren Umgebung. Zu dieser Zeit arbeitete ich noch nicht mit AMAZON als Verleger zusammen. Auch Prof. Dr.-Ing. Rautenberg steht auf meiner Kontaktliste. Zum Abschluss des kurzen Gepräches nahm sein Wanderpartner noch ein gemeinsames Photo auf.

Grundschüler beim Blättersammeln (unterhalb Schloss Derneburg)
Mein üblicher Wanderweg folgte dem LAVES-Kulturpfad in umgekehrter Richtung. Deshalb marschierte ich voller Begeisterung zu den Fischteichen, die unterhalb des Schlosses Derneburg liegen. Am Donnerstag, den 17. Oktober 2011, traf ich auf dem Weg dorthin Grundschulkinder aus Holle, die sich sehr viel Mühe gaben,  die braunen Kastanienblätter zu beseitigen. (Bättersammeln)

Herbststimmung am Mariensee
Die Herbststimmung konnte ich bei den Fischteichen besonders gut einfangen. Die schönsten Aufnahmen gelangen mir aber erst nach einiger Zeit, denn ich entwickelte ganz langsam mein fotographisches Auge für die eindrucksvollsten Stimmungsbilder. Das Bild vom Mariensee am 14. Oktober 2013 (zwei Jahre vorher hatte ich mit meinen regelmäßigen Aufnahmen begonnen) ist ein Beispiel dafür. (Herbst bei Schloss Derneburg)

Schloss Derneburg im Nebel
Besonders Stolz war ich auf meine "Nebel-Bilder", die mir auf meinen Wanderungen rund um das Schloss Derneburg gelangen. Ich konnte eine Stimmung um das Schloss einfangen, die man auch von den bekannten "Edgar-Wallace-Filmen"  aus den 60er Jahren her kennt. (Nebelwanderung)

Eine Wanderung um das Schloss Derneburg dauert normalerweise eine Stunde. Deshalb hatte ich noch ausreichend Zeit für einen etwas anstrengenderen Spaziergang auf den Wohldenberg. (Die Burgruine WOHLDENBERG und die Jahreszeiten)  Zuerst mußte ich aber mit meinem Wagen die Entfernung von ca. 5 km vom Parkplatz beim Schloss Derneburg (über Sottrum) bis zum Fussweg auf den Wohldenberg zurücklegen. In 10 Minuten war ich da und stellte meinen Wagen - wie üblich - in die kleine Bucht unterhalb der Holzbank an der Strasse, die nach Sillium führt.

Hinweistafel
Der Anfang des Wanderweges ist sehr schön mit dem Hinweisschild "Fussweg zum Wohldenberg" gekennzeichnet. Erstmals war ich in dieser interessanten Gegend in Verbindung mit der Kirschenernte, die hier immer sehr reichlich ausfällt. Für den Marsch zur Burgruine benötige ich normalerweise eine halbe Stunde und der Weg führt am Hutewald vorbei, wo sich in der Zeit von Mai bis September Schottische Hochlandrinder befinden, die als Rasenmäher fungieren.

Strohblumen im Pfarrgarten
Auffallend ist im Herbst der bunte Pfarrgarten auf dem Wohldenberg mit wunderschönen Strohblumen. Dazwischen hoppelt noch ein Hase, den Pfarrer Lampe in die vorübergehende Freiheit entlassen hat. Neben dem eindrucksvollen Garten bin ich auch von der katholischen St.-Hubertus-Kirche auf der gegenüberliegenden Seite fasziniert. Denn diese ist normalerweise ab 9 Uhr geöffnet und ich bin auf meinen Wanderungen meistens der einzigste Besucher bzw. Pfarrer Lampe schließt mir freundlicherweise die Kirche auf. Ich zünde eine Opferkerze an und genieße die leise Meditationsmusik. (Pfarrgarten im Herbst)

Baumwurzeln mit Moos
Über einen längeren Zeitraum wußte ich nichts von dem abenteuerlichen Steinbruch, der zur Burgruine Wohldenberg gehört. Erst im April 2013 erfuhr ich über ein Informationsblatt, das Pfarrer Lampe zusammengestellt hatte, von diesem bedeutungsvollen und spannenden Platz im Wald hinter der Burgruine. Nun dauerten meine Rundwanderungen über eine Stunde und ich kam durch einen herbstlichen "Zauberwald" mit alten, umgestürzten Bäumen. Alles machte den Eindruck, über einen längeren Zeitraum nicht berührt worden zu sein. (Herbstwald)

Mein Opel Combo Tour beim Wohldenberg
Es war immer noch reichlich Zeit für eine weitere Station meiner Herbstwanderung: das bunte Tal bei Hackenstedt. ("Die Natur bei Hackenstedt")  Dazu musste ich aber erneut in meinen Opel Combo Tour steigen und zum Sportplatz Hackenstedt fahren. Die Fahrt dauerte ca.7 Minuten, denn die Entfernung betrug nur 5 Kilometer (erneut über Sottrum).
Herbstlandschaft beim Sportplatz
In der Nähe des Sportplatzes gibt es einen PKW-Parkplatz. Von dort startete ich mit meinen Wanderungen. Der kürzeste Weg führte zu einer Bank, von der aus man das Spielfeld sehr gut überblicken und auch ein sehr schönes Bild von der farbigen Herbstlandschaft gewinnen konnte.
Ich setzte mich gerne auf die Bank, um mich einzustimmen und die beispielhafte Atmosphäre zu genießen. (Herbstlandschaft bei Hackenstedt)

Schloss Söder (Aufnahme vom 15.4.2014)
Ein weiterer Wanderweg führte am Waldrand entlang zu  einer zweiten Bank auf der Anhöhe. Von dort oben konnte man sehr schön die gesamte Landschaft zwischen dem kleinen Dorf  Hackenstedt und dem Weiler Söder übersehen. Der mit Bäumen besäumte Verbindungsweg wurde ab und an von einem PKW  befahren. Nicht allzweit enfernt von der Bank gab es die Möglichkeit, das barocke Schloss Söder zu bewundern. Dorthin sollte auch die letzte Etappe meiner Herbstwanderungen führen.
Herbst auf der Pferdekoppel
Auf dem Weg zur Bank am oberen Waldrand kam ich immerwieder an einer größeren Pferdekoppel vorbei. Die Pferde gewöhnten sich langsam an mich und  kamen mir interessiert entgegen. Es waren wundeschöne Pferde, die ich in einem BILDBAND ("Begegnungen mit schönen Pferden") "verewigte". Als ich einmal auf der Bank saß, kam eine jüngere Frau vorbei, die sehr genau den Waldrand untersuchte. Sie war Jägerin aus Hackenstedt und suchte nach Spuren, die die Rehe beim Verlassen des schützenden Waldes in Richtung der umliegenden Felder hinterlassen hatten.

Als der Mais mit großem technischem Aufwand eingebracht wurde, vermutete man offensichtlich Wildschweine, die sich im Maisfeld versteckt hatten, und hatte die Jägerin am Rande mit entsichertem Gewehr positioniert. Dies beobachtete ich im Vorbeifahren als ich von meinen Wanderungen am Sportplatz nach Hackenstedt zurückfuhr.

Herbstlandschaft beim Schloss Söder
Nun fehlt in meiner Beschreibung nur noch die Herbstlandschaft beim Schloss Söder. In einer sehr kurzen Zeit fuhr ich über die ca. 2 km lange Baumallee, die ich bereits von meiner oberen Bank am Waldrand  aus gesehen und beschrieben hatte. Mein Parkplatz war diesmal vor der Marienkapelle. Von dort wanderte ich entlang des Schlossteiches, sodass ich sehr gut die Rückseite des Schlosses Söder sehen konnte. Meine zahlreichen Eindrücke habe ich in einem weiteren BILDBAND ("Schloss Söder und die Umgebung") zusammengestellt. Die Intensität der Farben in den zahlreichen Bäumen war unbeschreiblich schön und ich habe versucht, diese einzufangen. (Herbstbilder beim Schloss Söder)

Nach einer halben Stunde Wanderung habe ich auf auch der letzten Etappe einen sehr guten Eindruck von der Herststimmung gewonnen. Mit dieser Kenntnis ist es nun sehr einfach möglich, einzelne Bereiche dieser wunderschönen Landschaft für ausgedehnte Wanderungen auszuwählen. Selbstverständlich haben auch andere Jahreszeiten ihre besonderen Reize. Ich danke dabei an die Winterszeit, wo mir beim Schloss Derneburg (Winterbilder "Schloss Derneburg") und beim Schloss Söder (Winterbilder "Schloss Söder") sehr schöne Aufnahmen gelungen sind.

Text und Bilder: Klaus Metzger










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