Mittwoch, 26. März 2014

Die Burgruine WOHLDENBERG und die Jahreszeiten (II)

 
Katholischer Friedhof Wohldenberg

Der Burgruine Wohldenberg habe ich mich als Entdecker genähert. Nach der Kirschenernte beim Wohldenberg im Juli 2012 bin ich mit meiner Kamera den Fussweg zur Ruine gewandert und war von der katholischen St. Hubertus-Kirche fasziniert. (Reisetipp "Burgruine Wohldenberg") Es dauerte fast noch ein Jahr, bis ich aufgrund eines Hinweises von Pfarrer Lampe in den Steinbruch hinter der Burgruine gelangte. Danach entstand mein erster BILDBAND ("Die Burgruine Wohldenberg und die Jahreszeiten")
Beobachtungen am Fussweg zum Wohldenberg
Auf einem Rundkurs gestalteten sich meine Wanderungen um den Wohldenberg sehr spannend und dauerten normalerweise eine Stunde. Fast immer hatte ich mein Fernglas und meine Digital-Kamera dabei und auf diese Weise gelangte ich zu einer größeren Fotosammlung. Die Aufnahmen bis Mitte Juli 2013 verwertete ich in meinem obengenannten BILDBAND Nr. I (also über einen Zeitraum von ca. 12 Monaten).
Kirschen reif zur Ernte
In meinem Kalender 2013 habe ich vermerkt, dass am 24. Juli meine achte Kirschenernte am Wohldenberg stattfand - und dies bei angenehmen 18 grd. C und herrlichem Sonnenschein. Ich parkte meinen Opel Combo Tour immer bei der Bank gegenüber der Hinweistafel "Fussweg zum Wohldenberg". Von dort begab ich mich zuerst zu den Kirschbäumen am Wirtschaftsweg auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Danach wanderte ich mit meiner Ausrüstung auf dem Fussweg zur Burgruine Wohldenberg.

Der Fussweg zum Wohldenberg
In den wilden Sträuchern auf der rechten Seite des Fussweges entdeckte ich zahlreiche Schmetterlinge, die ich in meinem Wohldenberg-Band Nr. I und in meinem BILDBAND ("Bunte Schmetterlinge in schöner Landschaft") abgebildet habe. Völlig neu waren für mich die blauen Libellen, die mich mit ihren sehr geschickten Manövrierfähigkeiten begeisterten. Auch in den weißen Doldenblüten tummelten sich zahlreiche, fleißige Besucher.

Besucher

Blaue Libelle


Ende Juli 2013 war ich wieder zur Burgruine Wohldenberg unterwegs. Diesmal fielen mir erneut die imposanten schottischen Hochlandrinder im Hutewald auf. Deren Aufgabe, nämlich das Grasen und Entfernen der niedrigen Gewächse, habe in meinem BILDBAND Nr. I ("Die Burgruine Wohldenberg und die Jahreszeiten") ausführlich beschrieben. Im September ist ihre Spezialaufgabe erfüllt und sie werden aus dem Hutewald abtransportiert.


Beim Grasen im Hutewald

Beim Grasen im Hutewald

Sonnenblume im Pfarrgarten
Im Pfarrgarten fand ich wieder eine sehr schöne Sonnenblume (wie bereits im Jahr zuvor). Für den Besuch der St. Hubertus-Kirche nahm ich mir diesmal sehr viel Zeit, denn es herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre bei gedämpfter Meditationsmusik. Ganz sicher hatte dabei auch die Opferkerze, die ich gespendet habe, einen gewissen Einfluß.

Opferkerzen in der St. Hubertus-Kirche
Eineinhalb Monate (am 17.9.2013) später war ich wieder auf dem Wohldenberg und entdeckte diesmal ein herrliches Blumen- und Blütenparadies im Pfarrgarten. Dies war sehr erstaunlich, denn ich bin schon desöfteren am Pfarrgarten vorbeigewandert - ohne diese Pracht zu bemerken. Ich bin davon überzeugt, dass die Natur im Pfarrgarten in den sechs Wochen meiner Abwesenheit einen Entwicklungssprung getan hat.  Über den prächtigen Schmetterling (ein Admiral), der im Pfarrgarten unterwegs war, freute ich mich sehr und es gelangen mir auch einige schöne Aufnahmen. (Bilder "Pfarrgarten")

Strohblumen

Mohnkapseln

Gelber Sonnenhut

Admiral
Anfang Oktober wanderte ich auf dem Fussweg zur Burgruine Wohldenberg. Am Katholischen Friedhof beobachtete ich ein Eichhörnchen, das mühevoll eine grosse Nuss, die sich noch in der grünen Schale befand, in ihr Versteck transportierte. Da der Nussbaum sich in der hinteren Ecke befindet, hatte es bereits einen längeren Weg zurückgelegt. Auf dem Rückweg vom Wohldenberg begegnete das Eichhörnchen mir auf der Strasse noch einmal. Ich hatte diesmal den Eindruck, dass es mit mir "Fang mich mal...!" spielen wollte. Was mir natürlich nicht gelang. (Bilder "Herbstwanderung am Wohldenberg")

Eichhörnchen beim Nusstransport

Reife Äpfel im Pfarrgarten

Am Geburtstag (8. November)  meines verstorbenen Vaters "platzte" ich in der St. Hubertus-Kirche in die Vorbereitung der Trauerfeier für eine namhaften Persönlichkeit: der bekannte Unternehmer Dr. h.c. Johannes Kolbe war am 3. November 2013 im Alter von 86 Jahren verstorben und sollte nun als Mitglied der katholischen Kirche beerdigt werden. (Trauerfeier "Dr. h.c. Johannes Kolbe")

Der verstorbene Dr. h.c. Johannes Kolbe
Die ausgeschmückte St. Hubertus-Kirche
Kränze am Eingang zur Kirche
Den Beginn der Trauerfeier habe ich nicht mehr miterlebt, denn ich begab mich nochmals zum Katholischen Friedhof. Dort traf ich eine ältere Dame, die gerade das Grab ihres Mannes besuchte und Herrn Kolbe zu Lebzeiten sehr gut gekannt hatte. Sie ergänzte Informationen, die ich bereits wußte. Danach gründete Herr Kolbe seine Firma 1963 im Alter von 36 Jahren.

1996 musste er  Insolvenz mit seiner Firma FUBA anmelden und haftete mit seinem gesamten Privatvermögen. Er verlor sein größeres Anwesen unterhalb vom Wohldenberg und lebte danach  in einer Mietwohnung. Die letzten 6 Jahre verbrachte er in einem Altenheim. Vielleicht ist dies mit der Grund, warum sich nach der eindrucksvollen Beerdigung am 8. November 2013 an seiner Grabstätte nichts mehr tut. Nicht einmal ein Hinweis auf den Toten findet sich dort.

Das Grab am 11. November 2013

Das Grab am 24. März 2014
Einen Geschäftspartner, der offensichtlich anders mit der Insolvenz umgegegangen ist und seine Vermögensverhältnisse abgesichert hat, habe ich am Freitagabend, den 14. April 2000, während meines DIA-Vortrages "Kaffee, Bananen und der Panama-Kanal" in der Salze-Klinik in Bad Salzdetfurth kennengelernt. Er besaß damals den Reiterhof in Heersum, der heute von seinem Sohn Christian Aue geleitet wird.


Der ehemalige FUBA-Direktor Aue und Partner von Herrn Kolbe fiel mir mit seinen kritischen Bemerkungen ganz besonders auf und ich habe dieses "Schlüsselerlebnis" in meinem Reisebericht  ("Der lange Weg von Honduras nach Chile") festgehalten:

Ein älterer Zuhörer fiel mir auf, mit dem ich anschließend ins Gespräch kam. Sein Urteil war interessant: "25 Prozent ihrer DIAs waren schlecht - aber ihr Vortrag war ausgezeichnet!" Er ist als Direktor einer bekannten Hildesheimer Firma früher ebenfalls sehr viel gereist (oft nach Hongkong) und besaß einen Bestand von 100.000 Dias - teilte er mir mit. Am Panama-Kanal herrschte wirklich kein gutes Wetter für DIA-Aufnahmen (siehe Fotos im (Reisebericht "Kolumbien"). Ja, es waren immer die interessanten (authentischen) Geschichten, die meine Zuhörer begeisterten (in 7 Jahren kamen über 700 Vorträge zusammen). Und aus dieser Erinnerung schöpfe ich jetzt heute noch für meine Reiseberichte.

Drei Tage nach der Beerdigung von Dr. h.c. Johannes Kolbe (am 8. November 2013) stand ich erneut vor seinem Grab und war von den vielen Kränzen überrascht. Das war für mich auch ein sehr positives Zeichen, denn selbst nach seinem wirtschaftlichen Zusammenbruch 1996 blieb er in seinem hilfbereiten Wesen und seinem katholischen Glauben unvergessen.

Baumwurzeln mit Moos

 
Der alte Baum

 
Der Baumstumpf

Nach diesen nachdenklichen Erlebnissen zog es mich wieder zum Steinbruch und von dort in einen Wald, in dem mich  die alten, verfaulten Baumstämme  in eine besondere Stimmung versetzten. Ich kam vom Grab eines Ehrenmannes, der mit Anstand 86 Jahre alt geworden war und erlebte nun knorrige Bäume, die vielleicht 200 oder 300 Jahre alt geworden waren, bevor sie müde zusammenbrachen oder als verfaulte Reste stehenblieben. (Bilder "Alte Bäume")

Wieder geht ein interessantes und eindrucksvolles Jahr in einer wunderschönen Landschaft zu Ende. Doch in diesem Jahr wurde ich mit dem Tod einer lokalen Persönlichkeit konfrontiert, die Höhen und Tiefen erlebt hat. Dies ist auch der Maßstab und die Orientierung für mein eigenes Leben. Ich habe mich ebenfalls mit existentiellen Fragen herumschlagen müssen. Voller Überzeugung kann ich sagen: Ohne meine zweite Frau, Jutta Hartmann-Metzger, hätte ich den Weg aus den Schwierigkeiten nicht wieder herausgefunden.

Siehe auch den BILDBAND
("Die Burgruine WOHLDENBERG und die Jahreszeiten II")
 ("The ruins WOHLDENBERG and the seasons II")

Text und Fotos: Klaus Metzger








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