Montag, 23. August 2010

KRETA - Insel des ZEUS und der EUROPA!

Als wir uns für KRETA als Urlaubsziel in diesem Jahr entschieden haben, waren wir gespannt auf „die Insel“, auf der die Menschen um Jahre älter werden als in Deutschland. Es warten insgesamt 300 Sonnentage im Jahr auf die Gäste der Insel. Prima. Unser Ausgangspunkt war Rethymnon und ein Hotel der gehobenen Mittelklasse (12 km außerhalb in Skaleta). Hotelbewertung "Creta Royal"

Glauben wir der griechischen Mythologie, so entführte Zeus die libysche Prinzessin Europa auf die Insel KRETA und zeugte unter anderem den späteren König Minos mit ihr. Minos, der seine göttliche Abstammung demonstrieren wollte, erbat sich von Poseidon, dem Gott des Meeres, einen Stier. Poseidon erfüllte ihm den Wunsch mit der Bitte, dass dieser prächtige Stier ihm zu Ehren geopfert werden sollte.

Nach Erhalt dieses Stieres aber dachte König Minos nicht mehr daran, dieses Geschenk dem Gott Poseidon zu opfern. In seinem Zorn sorgte Poseidon dafür, dass die Königin Pasiphaë heiße Gefühle für den Stier empfand. Aus dieser Verbindung entsprang der Minotaurus. Halb Mensch, halb Stier wurde er von Minos im Labyrinth des Knossos-Palastes gefangengehalten. Alle 7 Jahre wurden ihm Menschenopfer vom Festland zugeführt. Erst Theseus konnte mit Hilfe Ariadnes und dem bekannten Faden ins Innere des Labyrinthes vordringen und tötete das Ungeheuer.

Heute ist KRETA die größte Insel Griechenlands (8333 km²) und die südlichste Europas. Sie gilt als der Entstehungsort der minoischen Kultur vor 4000 Jahren und ist die Wiege der gesamten europäischen Kultur. Wegen der strategisch günstigen Lage im westlichen Verteidigungsbündnis befindet sich dort ein wichtiger Raketen- und Flottenstützpunkt. Unser erster Ausflug führt uns nach Rethymnon (th – englisch gesprochen). Rethymnon mit 20.000 Einwohnern ist die orientalischste Stadt auf KRETA mit ihren zahlreichen Minaretten und Moscheen. Am ehesten erliegen Sie dem Charme der Stadt bei einem Streifzug durch die Gassen der Altstadt zu dessen idyllischen Hafenbecken, dessen Entstehung in die Hauptblütezeit der venezianischen Epoche fällt. Bilder "Kreta"

Auch ein Besuch des Klosters Arkadi hinterlässt seine Spuren bei seinen Besuchern. Im Jahre 1866 gingen Hunderte von Kretern, darunter auch Frauen und Kinder, freiwillig in den Tod, um nicht während der Belagerung durch die Türken in die Hände der Feinde zu gelangen. Nach einem ausgiebigen Badeprogramm am Strand und am Pool brachen wir zu einer Fotosafari auf, die uns - an den Weißen Bergen und der Imbros-Schlucht vorbei – hinunter in den südlichen Teil KRETAS führte. Zuerst nach Francocastello – gefolgt von einem Abstecher zum Kloster Preveli. Der Tag endete mit einem herrlichen Sonnenuntergang am Strand von Plakias – einem Strand, der schon in den 70er Jahren bevorzugtes Reiseziel der so genannten „Hippies“ war. Ich selbst trug auch in jener Zeit diese schrecklich schönen Plateauschuhe, ausgestellte Hosen, Polohemden mit abgerundetem Kragen und eine Blume im Ohr. Für uns ist es immer wieder wichtig, Pausen (z.B. am Pool) einzulegen, um uns über unsere Eindrücke auszutauschen.

Während ich die Erlebnisse in Kurzform festhalte, überlasse ich meinem Mann voll und ganz die Verantwortung für die Auswahl der Motive während unserer gesamten Reise. So auch diesmal. Nun können Sie mit uns durch Chania (65.000 Einwohner) bummeln. (Reisetipp "Überlandbus") Rund ums venezianische Hafenbecken finden Sie geschichtsträchtige und malerische Stadtviertel (Topanasviertel) und begegnen Menschen in den verwinkelten und labyrinthartigen Gassen. Sie werden über die Vielfalt der Angebote an Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Gewürzen in der Markthalle von Chania, die sich am Zentralplatz befindet, staunen. Vergessen Sie dabei aber nicht, einen echten griechischen Kaffee in einem der vielen Kafenions zu genießen, die – entgegen aller Informationen – auch von Frauen besucht werden können.

Langsam kommen wir zum Hauptteil unserer Reise und die führt uns schließlich und endlich nach Heraklion (125.000 Einwohner). Seit 1972 Hauptstadt KRETAS bietet sie eher verborgene Schätze unter den Sehenswürdigkeiten im Stadtkern, der innerhalb der Festungswälle aus venezianischer Zeit liegt. Er grenzt an den Fischereihafen und die Zitadelle Koules, wo sich auch das Grab von Nicos Katzantzakis (Autor von „Alexis Sorbas“) befindet. Ein Besuch im archäologischen Museum mit seiner faszinierenden Sammlung aus minoischer Zeit ist ein absolutes Muss. Der Knossos-Palast selbst mit seinen Labyrinthen, dessen Ausgrabung und Rekonstruktion dem Engländer Sir Arthur Evans (geb. 1851 – gest. 1941) zu verdanken ist, liegt in ca. 8 km Entfernung. Geführte Führungen sind empfehlenswert und in guten Hotels vorab buchbar.

Als Abschluss steht ein Besuch des Bergdorfes Anogia auf unserem Programm. Ich finde es immer wieder wichtig, Kontakt zu Land und ihren darin lebenden Menschen aufzunehmen. Mich hat überrascht, dass selbst in einem kleinen Dorf in den Bergen die Zeit nicht stehengeblieben ist. Außer der üblichen Polizei- und Krankenstadion bekommen Sie auch Geld vom Bankautomaten. Man spürt auch hier, was einen stolzen Griechen ausmacht: Familiensinn, Idealismus, Freude am Spiel und Geselligkeit, politische Diskussionen, wache Neugier und Genuss des Augenblicks. Auf KRETA finden Sie all diese Eigenschaften, nur …. alles ein wenig heftiger. Übrigens wurde das Bergdorf Anogia während des 2. Weltkrieges durch die deutsche Wehrmacht völlig zerstört.

Um meinen Artikel abzurunden, wäre noch zu berichten, dass kretisches Olivenöl und Honig sehr beliebte Souvenirs sind; außerdem Schafwollpullover. Die Schaf- und Ziegenhaltung führt allerdings auf Dauer zu gravierenden Schäden in der Vegetation. Wenn Sie denken, das ist aber ein schöner, großer Vogel dort auf dem Baum, können Sie davon ausgehen, es ist eine Ziege. Aber auch Gold- und Silberschmuck und nicht zu vergessen wertvolle Klöppelarbeiten, die meist von älteren Frauen des Dorfes, schwarz gekleidet, sitzend in der Sonne und Enkelkinder hütend, angefertigt werden. Wussten Sie, dass auf KRETA 35 Millionen Olivenbäume wachsen? Ich hoffe, wir konnten Ihnen auch diesmal ein paar Anregungen für einen erholsamen und interessanten Urlaub geben.

Text: Jutta Hartmann-Metzger Fotos: Klaus Metzger

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