Donnerstag, 19. August 2010

Der lange Weg von HONDURAS nach CHILE!

Auf dem Weg nach Südchile
Meine 3. Südamerika-Reise (Sonntag, den 22. August 1976, bis Samstag, den 18. September 1976) führte nahezu über den gesamten mittel- und südamerikanischen Kontinent in südlicher Richtung entlang der Kordillieren und beinahe auf demselben Wege wieder zurück. Auf dieser Reise hat mich mein dänischer Ingenieur-Kollege, Vagn Westergaard, begleitet, der für alle technischen Fragen zur Sprühtrocknung zuständig war. Mein Verantwortungsbereich galt der Eindampfungstechnik. Unsere Firmen, WIEGAND GmbH Karlsruhe (Deutschland) und NIRO ATOMIZER A/S Kopenhagen (Dänemark), lieferten in einer losen Kooperation die Produktionsanlagen zur Herstellung von Milchpulver.

Wir trafen uns in Miami (Florida), wo auch unser gemeinsamer Vertreter, Eigil Bisgaard, zu uns stieß. Eigil war Däne, lebte in Mexico City und war für die mittelamerikanischen Länder zuständig. Einen anderen Dänen und Firmenvertreter hatte ich bereits ein Jahr zuvor (während meiner 2. Südamerika-Reise) in Caracas/Venezuela besucht: Herrn Rosenkilde (Reisebericht "Venezuela") Und einen Agenten englischer Abstammung, Mr. Dodson, sollten wir auf dieser Reise in Santiago de Chile treffen, um mit ihm weiter ins südliche Chile zu fliegen.


Nach einer Übernachtung in einem Hotel in Miami flogen wir am Montag, den 23. August 1976, nach Honduras in Mittelamerika. Das Wetter war ideal und wir konnten unter uns Kuba erkennen. Wir sollten in San Pedro Sula landen, um dort mit einem Kunden aus der Molkereiwirtschaft über den Kauf einer neuen Produktionsanlage zu verhandeln. Dies gestaltete sich aber - wie üblich - nicht ganz einfach, sodaß wir ihn auf dem Rückflug von Chile erneut besuchten. Der erste Eindruck beim Landeanflug betraf die riesigen Bananenplantagen mit umfangreichen Beregnungsanlagen.


Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts nutzten amerikanische Firmen mit Hilfe von Farbigen aus den britischen Kolonien der Karibik und aus Britisch-Honduras (Belize) die "Northern Lowlands" um San Pedro Sula zum Anbau von Bananen im großen Stil. Die Stadt San Pedro Sula, die ca. 60 km von der Küste entfernt liegt, hat sich zum wirtschaftlichen Zentrum und Puerto Cortes zum entsprechenden Exporthafen an der Karibik-Küste entwickelt. Heute gehören die riesigen Bananenplantagen der UNITED FRUIT COMPANY. Das Hauptquartier dieses amerikanischen Unternehmens (Reisetipp "United Fruit Company") liegt in La Lima, das ca. 13 km östlich von San Pedro Sula entfernt ist. Der Company gehört ein Golfclub und anderen Anlagen. Es werden auch Mitglieder von außerhalb zugelassen (die wirtschaftliche und politische Macht soll durch diese Image-Pflege wohl in einem etwas milderen Licht erscheinen).

Der internationale Flughafen Ramon Villeda Morales liegt in La Mesa ca. 18 km von San Pedro Sula entfernt. Zu den Hotels gibt es einen Transferbus. Die nationale Fluglinie SAHSA fliegt mehrmals wöchentlich zu den Maya-Ruinen von Copan und viermal täglich zur Hauptstadt Tegucicalpa. Es gibt Direktflüge nach Miami und Guatemala City. Der Airport wurde nach dem ehemaligen Präsidenten, Ramon Villeda Morales, umbenannt. Die Taxifahrt vom Flughafen ins Zentrum von San Pedro Sula war voller Eindrücke über das Leben in einem schwülwarmen, mittelamerikanischen Land. Die "Uhren" gehen dort einfach anders als wir es kennen. Und das Klima ist sicherlich auch die Ursache für das sehr viel freizügigere Leben. Bilder "San Pedro Sula"

Das alte Reich der Mayas begann ca. 375 n. Chr. In dieser Zeit entstanden COPAN, UAXACTUN, PIEDRAS NEGRAS, PALENQUE, MENCHE, QUIRIGUA, SIBAL, IXTUN, FLOES und BENQUE VIEJO. Es blühte bis zum 8. oder 9. Jahrhundert. Danach verschwand dieses Reich und entstand neu in YUCATAN (ca. 400 km in nördlicher Richtung im heutigen Mexiko), wo größere Städte gebaut wurden. Dort existierte es vom 10. bis 14. Jahrhundert. In COPAN befinden sich die Maya-Ruinen und die rekonstruierten Gebäude neben der Landebahn und längs des Rio Copan in ca. 1 km Entfernung vom kleinen Dorf Copan. Die Städte der Mayas waren in erster Linie zeremonielle Zentren, die von den Priestern und dem Adel kontrolliert wurden. Das gewöhnliche Volk lebte in einfachen Hütten; wie die heutigen Nachfolger der Mayas.

Unser Hotel GRAN HOTEL SULA befand sich mitten im Stadtzentrum von San Pedro Sula und bot einen guten Standard mit einem Swimming Pool. So ließ sich das schwülwarme Wetter mit regelmässigen Regenschauern ganz passabel ertragen. Das Leben von San Pedro Sula spielte sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite im "Parque Central" (Zentralpark) ab. Dort boten auch die obligatorischen Schuhputzer ihren Service an. In der Nähe gab es einen Hemdengeschäft mit einer angeschlossenen Fabrikation. Dort kaufte ich mir ein kurzärmliges, sportliches Hemd (mit grüner Musterung). Ich war stolz auf mein "Schnäppchen". Aber nach mehrmaligem Tragen verlor es ganz schnell seine Fasson.


Am Mittwoch, den 25. August 1976, packten wir unsere Koffer (wir kamen mit den Verkaufsverhandlungen einfach nicht weiter) und flogen in die Hauptstadt Tegucigalpa. Denn nur von dort gab es eine Flugverbindung nach Chile, dem nächsten Ziel meiner 3. Südamerika-Reise. Da unsere Flugzeug erst spätabends flog, verbrachten wir den Tag an einem Hotel-Swimming-Pool in Tegucigalpa. Störend war dort nur eine Flug-Staffel mit drei Militär-Maschinen, die direkt über uns ihre Übungsflüge durchführte.

In Honduras gibt es drei internationale Flughäfen: La Ceiba (Goloso Airport), San Pedro Sula (Ramon Villeda Morales Airport) und bei der Hauptstadt Tegucigalpa den Toncontin Airport. Dieser liegt 6,5 km vom Zentrum entfernt. Desweiteren gibt es über 100 kleinere Flugplätze. Das Eisenbahnnetz wird in Honduras hauptsächlich für den Bananentransport an der Nordküste benötigt und hat eine Länge von 600 km. Der gebirgige Charakter des Landes macht das Flugzeug zu einem wichtigen Verkehrsmittel. Das Strassennetz beträgt ca. 13.600 km (1999). Es ist aber nur zu 20 Prozent befestigt.


Die amerikanischen Handelsgesellschaften United Fruit Company, Standard Fruit Company und Cuyamel Fruit Company machten Bananen zum Hauptexportgut von Honduras. Diese Handelsgesellschaften waren an der Entwicklung der Karibik-Häfen mitbeteiligt. Für die allgemeine Entwicklung des Landes leisteten sie fast keine Hilfe. Der größte Teil von Honduras blieb rückständig. Dagegen ist der politische Einfluss der USA auf Honduras sehr stark. Dies zeigte der offensichtliche Flugverkehr mit US-Regierungsmaschinen, den wir auch beim Abflug von Tegucigalpa beobachten konnten.

Die erste Station auf dem Flug nach Chile war am frühen Morgen des 26. August 1976 (einem Donnerstag) der Flughafen von Panama City. Wenn ich mich recht erinnere, so waren wir dort gegen 3 Uhr morgens. Der Weiterflug sollte zum Morgengrauen gegen 6 Uhr sein. Ich hatte also reichlich Zeit, mich in den Duty Free - Shops im Transfer-Bereich umzusehen. Mir lag die Information von meinen früheren Reisen vor, dass man hier günstig einkaufen könnte. Da mir noch ein professionelles Blitz-Gerät zu meiner Fotoausrüstung fehlte, kaufte ich mir für 84 US-Dollar einen BRAUN-Blitz mit einem Ladegerät.

Sofort nach der Ankunft in Santiago de Chile testete ich den Blitz mit meiner Kamera in meinem Zimmer im Hotel Carrera. Zu Hause erkannte ich aufgrund der entwickelten Dias: das Gerät funktionierte hervorragend. Allerdings gab es am Ladegerät auch einen Umschalter für 110/220 V. Nach einer späteren Reise in ein Land mit einer Spannung von 110 V (es war im April 1982 zum Tauchen nach Bonaire und Aruba in der Karibik) hatte ich vergessen, den Schalter umzuschalten, als ich wieder in den Niederlanden (ich lebte damals in Gouda) zurück war. Als ich während eines Besuches meiner Eltern in Brühl bei Mannheim (vom Samstag, den 1. Mai auf Sonntag, den 2. Mai 1982) das Ladegerät mit dem BRAUN-Blitz anschloß, gab es einen lauten Knall! Das war das Ende meines Ladegerätes. Später kaufte ich mir denselben Blitz-Typ mit Akkus, die separat geladen werden konnten. In meiner jetzigen Digital-Spiegelreflex-Kamera ist der Blitz integriert und wird von einem Block-Akku gespeist, der in die Kamera eingebaut ist.

An die schlimme Episode mit der "entführten" älteren Amerikanerin, mit der ich ein Jahr früher den PANAMA-Kanal besuchen wollte, dachte ich bei diesem Zwischenstopp fast garnicht mehr. Erst bei meinen DIA-Vorträgen (25 Jahre später) spielte dieses Erlebnis wieder eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einem Vortrag mit dem Thema "Kaffee, Bananen und der PANAMA-Kanal" in der SALZE-Klinik (einer Reha-Klinik in Bad Salzdetfurth - ganz in der Nähe meines Wohnortes Hildesheim).


Ein älterer Zuhörer fiel mir auf, mit dem ich anschließend ins Gespräch kam. Sein Urteil war interessant: "25 Prozent ihrer DIAs waren schlecht - aber ihr Vortrag war ausgezeichnet!" Er ist als Direktor einer bekannten Hildesheimer Firma früher ebenfalls sehr viel gereist (oft nach Hongkong) und besaß einen Bestand von 100.000 Dias - teilte er mir mit. Am Panama-Kanal herrschte wirklich kein gutes Wetter für DIA-Aufnahmen (siehe Fotos im (Reisebericht "Kolumbien"). Ja, es waren immer die interessanten (authentischen) Geschichten, die meine Zuhörer begeisterten (in 7 Jahren kamen über 700 Vorträge zusammen). Und aus dieser Erinnerung schöpfe ich jetzt heute noch für meine Reiseberichte.

Die Stimmung am Flughafen von Panama City habe ich als Foto eingefangen: es versprach ein schöner Tag zu werden. Auf dem Flug von Honduras ging es mir garnicht gut. Aus irgendwelchen Gründen hatte ich ein schlimmes Kopfweh und mußte mich hinlegen, um nicht zu erbrechen (während eines Fluges eine ganz unangenehme Situation). Gottseidank war reichlich Platz und ich konnte zwei Sitze für mein Ruhelager beanspruchen. Als wir nun von Panama City nach Ecuador weiterflogen, war mein körperliches Unbehagen fast wie weggeblasen. Der Anflug auf den Flughafen von Quito (Reisetipp "Quito") gestaltete sich bilderbuchmäßig bei etwas bewölktem Himmel.

Die Hauptstadt von Ecuador heißt Quito und liegt auf einer Höhe von 2.850 m; ca. 25 km vom Äquator entfernt. Aufgrund der Höhenlage herrscht dort ein Klima wie bei uns im Frühling mit warmen Tagen und kalten Nächten. Quito ist die zweithöchstgelegene Hauptstadt der Welt - nur La Paz in Bolivien liegt höher. Mit dem Marisal Sucre Airport besitzt Quito einen internationalen Flughafen. Zwischen den östlichen und den westlichen Kordillieren erstreckt sich in Ecuador über eine Länge von 400 km das Zentralplateau.


Die Gebirgsketten, die das Plateau begrenzen, verlaufen in einem Abstand von 40 bis 65 km. Es sind dort die Kegel von mehr als 30 Vulkanen zu sehen. Alexander von Humboldt benannte diese Aneinanderreihung "die Straße der Vulkane". Manche von diesen Vulkanen sind schon seit langem erlöscht, wie der CHIMBORAZO (6.270 m), der ANTISANA (5.704 m), der ILLINIZA (5.305 m) und der ALTAR (5.270 m). Drei davon sind immer noch aktiv: der COTOPAXI (5.896 m - der höchste aktive Vulkan der Erde), der TUNGURAHUA (5.033 m) und der SANGAY (5.322 m). Alexander von Humboldt versuchte mit seinem Freund Bonpland 1802 den CHIMBORAZO (Reisetipp "Chimborazo") zu besteigen. Er kam bis auf eine Höhe von 5.000 m. Auch Simon Bolivar versuchte es später. Die Besteigung gelang 1880 dem englischen Bergsteiger Edward Whymper. Die Bezeichnung dieses bekannten Berges stammt aus der Quechuasprache und heißt "Schneeberg". Bilder "Ecuador"
Beim Weiterflug nach Chile gelangen mir atemberaubende Aufnahmen vom schneebedeckten Chimborazo. Der Untertitel meines Reiseberichtes (Venezuela) lautet "Auf den Spuren des Südamerika-Forschers Alexander von Humboldt". Dort erinnerte ich an seine mühseligen Höhenmessungen im Jahre 1799, die er auf der AVILA-Gebirgskette bei Caracas durchgeführt hat. Und nun flog ich am Chimborazo vorbei, den er 1802 fast bis zum schneebedeckten Gipfel bestiegen hat. Welche unglaublichen Leistungen hat dieser Forscher für die Nachwelt (auch in Südamerika), die ihn schätzt und verehrt, vollbracht.
Bei idealem Flugwetter ging es weiter in Richtung Süden. Wir flogen an der Küstenlinie der Atacama-Wüste entlang. Auf einer Stecke von 965 km - zwischen Arica und Copiapo - erstreckt sich die Atacama-Wüste (Reisetipp "Atacama-Wüste") ohne Vegetation und wenig Regen. Nur ein Fluß, die Loa, passiert die Wüste auf dem Weg von den Anden zur See. Die Felsen der trockenen Küstenlinie steigen bis auf eine Höhe von 600 bis 900 m an. Die PANAMERICANA verbindet die wenigen Städte in der Wüste bis zum Aconcagua-Tal, wo ein Abzweig nach Santiago de Chile und ein weiterer über den La Cumbre - Pass nach Mendoza (siehe Reisebericht "ARGENTINIEN - Land meiner Träume!") führt. Argentinien Beim Überfliegen konnte man sogar einen größeren Sandsturm erkennen.
Bilder "Atacama-Wüste"

Auf diesem Flug widmete sich der fleißige Vagn ausgiebig seinen Berichten für seine Firma NIRO ATOMIZER A/S in Kopenhagen, während ich mit dem Beobachten und Fotographieren der Landschaft unter uns beschäftigt war. Aber ich konnte mich mit ihm auch ausgiebig über eine sehr interessante Entwicklung unterhalten: Über die "Buschtrommel" hatte ich erfahren, daß für eine neue Stelle eines deutschen Koordinationsingenieurs in seinem dänischen Ingenieurbüro ein Spezialist für  Eindampfanlagen meiner befreundeten Firma WIEGAND GmbH Karlsruhe (von dieser bezahlt) gesucht wurde. Nach Angeboten über mehrjährige Tätigkeiten in Australien und Neuseeland, für die ich mich aus privaten Gründen nicht bewarb, fand ich diese Tätigkeit (auch unter Berücksichtigung der Möglichkeiten für meine Familie) sehr attraktiv.

Ich wollte mich deshalb bei meiner Rückkehr nach Deutschland in meiner Firma WIEGAND GmbH Karlsruhe bei meinem damaligen Abteilungsleiter Brand für diesen Posten bewerben. Deshalb befragte ich Vagn auf unserem Flug nach Chile sehr ausführlich über die Lebensbedingungen in Dänemark. Als ich mich nach meiner 3. Südamerika-Reise am Montag, den 20. September 1976, wieder bei Herrn Brand zurückmeldete, fiel er "mit der Tür sofort ins Haus": "Die Dänen wollen Sie haben!" Und genau darüber wollte ich ja mit ihm sprechen. Es waren also meine dänischen Ingenieur-Kollegen (insbesondere Hans Justesen), mit denen ich bereits seit Jahren in der weltweiten Molkereiwirtschaft unterwegs war, die sich für meine "Berufung" eingesetzt haben.

Nach etwas komplizierten Verhandlungen mit meiner deutschen Firma, die insbesondere die Bezahlung anbelangte (meine Frau musste ihre Tätigkeit in Karlsruhe aufgeben) , begann ich am 5. Januar 1977 mit meiner neuen Tätigkeit als Koordinationsingenieur (Fachgebiet: Eindampfanlagen) bei NIRO ATOMIZER A/S in Kopenhagen. Der Umzug von Karlsruhe nach Farum bei Kopenhagen fand in der Zeit vom 1. bis 3. Februar 1977 statt. In einem der ersten Gespräche mit meinen dänischen Kollegen, in der wir die gemeinsame Sprache (Deutsch oder Englisch) festlegten, teilte ich mit, dass ich umgehend Dänisch lernen wolle. Die Dänen waren sehr überrascht und es klappte dann mit der dänischen Sprache überraschend schnell und gut. Es begann eine sehr eindrucksvolle und spannende Zeit (auch für meine erste Frau ULLA und meinen damals 6-jährigen Sohn Jochen), die ich zu einem der schönsten Abschnitte in meinem abwechslungsreichen Leben zählen kann.

Aber nun wieder zurück zu meinem Flug nach Santiago de Chile, der chilenischen Hauptstadt. Chile erstreckt sich als schmaler Landstreifen über 4. 225 km an der Westküste Südamerikas. Die schneebedeckten Kordillieren sind dabei ein fester Bestandteil dieser Landschaft. In Santiago de Chile hat man den Eindruck, sie befänden sich bereits an der Stadtgrenze! Auf meinen beruflichen Reisen durch Mittel- und Südamerika verlor ich die Kordillieren (Reisetipp "Kordillieren") nie aus meinem Blickfeld.

Nach einer unproblematischen Landung, am Nachmittag des 26. August 1976 (ein Donnerstag), vermittelte mir die große Zahl bewaffneten Militärs im Ankunftsterminal das unangenehme "Bauchgefühl": "Du bist in einem Land mit einer brutalen Militärdiktatur gelandet!". Und dieses  Gefühl wurde ich auch später nicht mehr los. Abendliche Ausgänge endeten mit dem Beginn der "Curfew" (dieses Wort begegnete mir hier zum ersten Mal - es bedeutet "Ausgangssperre") ab 22 Uhr, die bis zum nächsten Morgen 6 Uhr dauerte. Wer während der "Curfew" auf den Strassen erwischt wurde, landete im Gefängnis. Bilder "Santiago de Chile"

Santiago de Chile wurde am 12. Februar 1541 durch Pedro de Valdivia unter dem Namen Santiago de la Nueva Estremadura gegründet. Er kam mit 150 Spaniern und 1000 Indianern von Peru her. Heute gibt es in Santiago de Chile, das auf 900 m Höhe liegt, ca. 4 Millionen Einwohner. Mein Hotel CARRERA lag im Stadtzentrum in der Nähe des Plaza de la Constitution (Platz der Verfassung). Bei meinem Stadtbummel wurde ich dort mit der neueren Geschichte Chiles konfrontiert, denn an der südlichen Seite dieses Platzes befand sich die Ruine des ausgebrannten Palacio de la Moneda (LA MONEDA). (Reisetipp "La Moneda") Ich wußte bereits einiges über den chilenischen Präsident Allende (1908 bis 1973): Er gewann mit seiner Sozialistischen Partei und einer Koalition mit linken Gruppierungen 1970 die Wahlen. Mit der Verstaatlichung von Industrie und Handel stieß er auf Widerstand bei den rechten Parteien. Die Einflussnahme der Vereinigten Staaten, die ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen nicht verlieren wollten, führten zur Eskalation.

Und die chilenische Mittelklasse protestierte gegen den Präsidenten und sein sozialistisches Wirtschaftsprogramm. Am 11. September 1973 kam es unter der Führung von General Pinochet zu einem blutigen Militärputsch, bei der auch der Präsidentenpalast "LA MONEDA" bombardiert wurde. Dabei fand Präsident Allende den Tod. Im Jahre 2000 veröffentlichte der amerikanische Geheimdienst CIA Berichte, die auch auf die geplante Verhinderung der Wahl von Allende im Jahre 1970 hinwiesen.

In Chile lernte ich auch einiges über die Meinungsbildung durch die Medien (Presse, Fernsehen). In Deutschland hatte ich sehr viel über die negativen Aspekte (Militärdiktatur, Massenverhaftungen usw.) der gewaltsamen Beseitigung der demokratisch gewählten ALLENDE-Regierung erfahren. Über unseren chilenischen Vertreter Dodson (ein Engländer), der sich dem Mittelstand zurechnete, erfuhr ich, dass man sehr froh über die Beseitigung der ALLENDE-Regierung war, denn nun herrschte wieder Ordnung und die Wirtschaft florierte. War es zu Beginn des Dritten Reiches ab 1933 in Deutschland unter Hitler nicht ähnlich (die Arbeitslosen verschwanden von den Strassen und die Sozialisten und Kommunisten landeten in den Konzentrationslagern)?
Ähnlich wie in Paris mit dem Montmartre mit der Kirche Sacre-Coeur befand sich im Zentrum von Santiago de Chile (ca. 2 km östlich vom Plaza de la Constitution gelegen) der Cerro Santa Lucia (Santa-Lucia-Hügel). Er ist ein konischer Felsen, der steil bis zu einer Höhe von 70 m aufragt. Auf der Spitze des Hügels befindet sich das Denkmal eines AURACA-Indianerhäuptlings (zur Erinnerung an die chilenischen Ureinwohner). Von der Aussichtsplattform hat man einen sehr guten Blick über die Stadt, über der leider immer ein Smog-Schleier liegt. Am Fusse des Santa-Lucia-Hügels gibt es einen Springbrunnen mit mehreren Fontänen. Und passend dazu findet sich in der Nähe die Kirche Los Sacramentos, die in ihrem Aussehen sehr stark der Kirche Sacre-Coeur ähnelt.
Auf dem Santa-Lucia-Hügel (Reisetipp "Santa-Lucia Hügel") hatte man nicht nur eine schöne Aussicht über die Stadt, sondern auch eine vorzügliche Möglichkeit, die zahlreichen Besucher zu beobachten und zu fotographieren. Natürlich musste man dabei sehr diskret und vorsichtig vorgehen (bei meinem Besuch in Bolivien 1972 hatte ich dies gelernt). Sehr interessant ist auch der Cerro San Christobal (San Christobal-Hügel), der in der Nachbarschaft zu sehen ist und mit 300 m Höhe ebenfalls gute Aussichtsmöglichkeiten bietet. Man kann über eine Mautstrasse oder eine Seilbahn auf den Berg gelangen. Auf seiner Spitze befindet sich eine  22 m hohe Statue der Jungfrau Maria aus Marmor.

Am Freitag, den 27. August 1976, flogen wir (unser chilenischer Vertreter Dodson, Vagn und ich) in den Süden Chiles nach Puerto Montt. Die Entfernung betrug ca. 1.064 km. Die gesamte Ausdehnung von Chile in Nord-Süd-Richtung beträgt 4.225 km bei einer Breite von max. 200 km. Auf halbem Wege überflogen wir Conception. Zur Orientierung: Über die Entfernung von mehr als 4.225 km in südlicher Richtung wird das Land Chile in 5 unterschiedliche Zonen eingeteilt: 1. Die ersten 960 km von der peruanischen Grenze bis Copiapo bestehen aus der regenlosen Wüste mit braunen Hügeln ohne Vegetation. Hier liegen die Nitratvorkommen und die grossen Kupferminen. 2. Von Copiapo bis Illapel (Entfernung 650 km) existiert eine "Halb-Wüste". Im Winter gibt es leichte Regenfälle, aber grosse Teile des Landes sind ohne Vegetation. Hier gibt es Eisenvorkommen.

3. Von Illapel bis Conception besteht das "Herzland" Chiles. Hier leben die meisten Menschen und befinden sich die drei grössten Städte. Im Winter fällt reichlich Regen. Die Sommer sind nahezu trocken. 4. Die vierte Zone ist die "Waldzone" Chiles und erstreckt sich von Conception bis Puerto Montt. Hier finden sich grosse Seen, zahlreiche Flüsse und ursprüngliche Wälder. Es gibt ausgiebige Regenfälle während mehrerer Monate im Jahr. Hier ist das Lieblingsgebiet vieler Touristen und Angler. 5. Die fünfte Zone erstreckt sich von Puerto Montt bis nach Kap Hoorn über eine Entfernung von 1.600 km. Diese Gegend ist nahezu unbewohnt. Ab Puerto Montt (wo die PANAMERICANA endet) gibt es keine Strassenverbindungen in Richtung Süden.

Wie kamen also beim Überfliegen von Conception in die Waldzone (Reisetipp "Waldzone") Chiles, die sich bis Puerto Montt erstreckt (4. Zone). In diesem Bereich kommt es aber auch immer wieder zu Erdbeben. Dazu schrieb ich in meinem Reisebericht "Von Costa Rica über San Andres nach Nicaragua!" ua.:...Während ich diese Erlebnisse niederschreibe (April 2010) möchte ich auch von mehreren Erdbeben berichten, die sich erst kürzlich zugetragen haben: auf Haiti (am 12.1.2010 mit ca. 300.000 Toten und 1,2 Millionen Obdachlosen), in Chile (am 28.2.2010 mit 300 Toten und über 2 Millionen Obdachlosen) und erneut in China (am 14.4.2010 mit 600 Toten und 10.000 Verletzten). Auf meiner 3. Südamerika-Reise durch Chile (26. August bis 3. September 1976) sah ich den schneebedeckten Osorno-Vulkan in der Nähe von Puerto Montt. In ca. 400 km Entfernung (in nördlicher Richtung) lag das Epi-Zentrum (bei Conception) des letzten Erdbebens in Chile!



Auf dem Weg vom Flughafen Puerto Montt (mit einem Mietwagen) zur Universitätsstadt Valdivia (wo wir zwei Fachvorträge hielten) passierten wir das Gebiet, in dem sich Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausschließlich Deutsche ansiedelten. Der Baustil der Holzhäuser in dieser Gegend entspricht in einem großem Masse dem Stil in Süddeutschland und in der Schweiz. Bei Valdivia bilden zwei Flüsse den Rio Valdivia. 18 km entfernt liegt der Hafen Puerto Corral an der Pazifik-Küste. Valdivia (Reisetipp "Valdivia") ist die Hauptstadt der seit März 2007 neu geschaffenen XIV. Region de los Ríos und der Provinz Valdivia und hat 145.000 Einwohner (2006). Valdivia liegt 820 km von Santiago de Chile entfernt. Der Ort wurde 1552 von Pedro de Valdivia (dem Stellvertreter des spanischen Eroberers Francisco Pizarro) gegründet. Die Universität Austral de Chile besteht seit 1954. Bilder "Südchile"

Während des folgenden Wochenenendes (vom 28. August bis zum 27. August 1976), das ich zusammen mit meinem dänischen Ingenieur-Kollegen, Vagn Westergaard, und unserem chilenischen Vertreter Dodson im zentral gelegenen Hotel OSORNO in Osorno (Reisetipp "Osorno") verbrachte, bot sich mir auch die Gelegenheit, ein Platzkonzert (Reisetipp "Platzkonzert") mit einer zivilen Musikgruppe zu beobachten, die vorwiegend deutsche Militär-Marschmusik spielte. Auch das war für mich ein Hinweis, daß in diesem Teil Chiles deutsche Traditionen - auch die Sprache - intensiv gepflegt werden. Auf der südlichen Halbkugel (und dort liegt Chile) ist der Winter in der Mitte des Jahres und der Sommer zum Jahreswechsel. Deshalb beginnt der Vorfrühling in Südchile im August. Zu dieser Jahreszeit befanden wir uns in Osorno und nutzten die Zeit zu einem Spaziergang durch einen Ort mit vielen Holzhäusern, wie wir sie auch vom Schwarzwald her kennen. Bilder "Osorno"


Die Einwanderung hat in Chile nicht die große Bedeutung wie in den anderen südamerikanischen Ländern, wie z.B. in Argentinien. Allerdings gab es im 19. Jahrhundert eine bemerkenswerte Immigrationswelle von Deutschen, die nach der gescheiterten Revolution 1848 ihr Heimatland verließen. Davon siedelten sich ca. 10.000 Einwanderer im Raum Valdivia bis Puerto Montt an. Heute gibt es in diesem Gebiet über 100.000 deutschstämmige Chilenen, die der deutschen Sprache immer noch mächtig sind. Auf dem halben Wege von Valdivia nach Puerto Montt liegt Osorno, das wiederum von Santiago de Chile 950 km entfernt ist. Die Stadt wurde 1553 vom spanischen Eroberer Pedro de Valdivia am Zusammenfluss des ruhigen Damas in den reißenden Rahue gegründet. Die wilden Auraca-Indianer zerstörten 1602 die Siedlung vollständig. Auf Weisung des irischen Glücksritters Ambrosio O'Higgins wurde die Stadt 1776 bis 1796 wieder aufgebaut. Die Eisenbahnlinie nach Osorno wurde 1895 fertiggestellt, was insbesondere dem Zustrom deutschstämmiger Einwanderer sehr förderlich war. Heute hat Osorno 143.000 Einwohner.


Die Molkerei DOS ALAMOS ("Zwei Pappeln") liegt in Los Lagos. Dies ist ein kleinerer Ort in der Nähe von Valdivia. Im Rahmen unserer Rundreise durch Südchile besuchten wir am Montag, den 30. August 1976, diesen Betrieb, um technische Fragen zu besprechen. Danach fuhren wir wieder zu unserem Standquartier im Hotel Osorno zurück. Erfreulicherweise hatte dieses Quartier einen offenen Kamin. Diese alte Tradition kannte ich schon von meinen zahlreichen Reisen in Irland. Auch dort pflegte ich mich nach den anstrengenden Kundenbesuchen mit ein oder zwei Glas Whisky vor dem Kamin zu entspannen. Und in Chile war es trotz des anstehenden Frühlings immer noch kühl und feucht, so daß man sich am Kamin sehr bequem aufwärmen konnte. (Reisetipp "Kaminfeuer")



Nachdem wir an den darauffolgenden Tagen auch die Molkereien CALO OSORNO und LECHERA DEL SUR besucht hatten, begaben wir uns am Donnerstag, den 2. September 1976, wieder auf den Heimweg. Auf dem Weg von Osorno zum Flughafen Puerto Montt entdeckten wir einen herrlichen See (Lago): Der Lago Llanquihue (Reisetipp "Llago Llanquihue") bedeckt eine Fläche von 870 km². Er wird von einer 187 km langen Strasse umrundet. Die Stadt Puerto Varas liegt in der südlichen Ecke des Lago Llanquihue. Der Ort ist etwa 1.000 km von Santiago de Chile entfernt; bis Puerto Montt sind es ca. 20 km. Zusammen mit dem Lago Todos Los Santos der in östlicher Richtung liegt, bilden beide die südlichst gelegenen und bestbekanntesten Seen des chilenischen Seengebietes. Atemberaubend ist der Anblick des schneebedeckten Osorno-Vulkanes (Reisetipp "Nueva Braunau") am östlichen Ufer des Lago Llanquihue. (Reisetipp "Puerto Montt")

Der Hafen von Puerto Montt wird in erster Linie von Fischerbooten und Küstenschiffen benutzt. Hier gehen auch die Fährschiffe zur Chiloe-Insel, nach Puerto Aisen und für den langen Trip in südlicher Richtung nach Puntarenas ab. Puerto Montt liegt 1.064 km von Santiago de Chile entfernt. Zum Abschluss unserer Geschäftsreise in den Süden Chiles führte uns der lokale Vertreter zu einer Bootswerft im Hafen von Puerto Montt. Dort sahen wir auf dem Trockendock ein Segelboot aus Holz, das für einen Fluchtversuch aus der PINOCHET-Diktatur gebaut worden war. Der Stapellauf hat nie stattgefunden, denn der Eigentümer verliess wohl auf eine andere Art und Weise Chile. (Reisetipp "Fluchtboot")


Ursprünglich wollten wir von Santiago de Chile nach Bogota in Kolumbien fliegen, um den Kunden PRODELBO zu besuchen. Ein Direktflug war nicht möglich, da alle Plätze im Flugzeug belegt waren. Da das Gespräch aber für den Montag, den 6. September 1976, geplant war, nutzten wir den "unfreiwilligen" Zwischenstopp (mit einer Übernachtung auf den Sonntag, den 5. September 1976) in Lima zu einem ausgiebigen Stadtbummel.

Lima liegt beiderseits des Flusses Rimac, der in den Pazifik mündet und ist die Hauptstadt von Peru. Sie war des Zentrum des spanischen Kolonialreiches in Südamerika seit seiner Gründung im Jahre 1535 bis zur Erlangung der Unabhängigkeit im frühen 19. Jahrhundert. Die Stadt ist im Schachbrettmuster angelegt und besitzt prachtvolle Bauten aus der Kolonialzeit. Das Zentrum ist der Plaza mit der imposanten Kathedrale, die in den Jahren 1535 bis 1625 (und 1746 nach

dem schweren Erdbeben mehrfach restauriert) gebaut wurde. Dort befindet sich ein Glassarg mit der angeblichen Leiche des Gründers von Lima, Francisco Pizzaro. Weiterhin gibt es hier den Präsidentenpalast, der 1938 gebaut wurde. Sehr eindrucksvoll ist auch das Erzbischöfliche Palais mit den Holzbalkonen. Über die Jiron de la Union gelangt man in südlicher Richtung zum Plaza San Martin mit dem Denkmal des Befreiers von Peru. Lima hat ca. 7,5 Millionen Einwohner. (Reisetipp "General San Martin")

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Im Jahre 1532 begann die Eroberung Peru's durch die spanischen Konquistadoren Francisco Pizarro und Diego de Almagro mit einer Streitmacht von 180 Mann. Sie brachten das INKA-Reich mit einem verwegenen Unternehmen (Festnahme und Ermordung des INKA-Königs ATAHUALPA) unter spanischen Besitz. Im Jahre 1535 gründete Pizarro am Fluss Rimac die peruanische Hauptstadt Cuidad de los Reyes (spanisch : Stadt der Könige), das heutige Lima. Im Jahre 1541 wurde Pizarro vom Sohn des abtrünnigen und hingerichteten Almagro ermordet. Aufgrund des grossen Silberaufkommens entwickelte sich Peru im 17. Jahrhundert zur wichtigsten Kolonie des spanischen Imperiums in Südamerika. Es gab zahlreiche Auseinandersetzungen mit den Indianern. (Reisetipp "Kolonialbauten")

Und im frühen 19. Jahrhundert fanden diese auch Sympathisanten unter den in Südamerika geborenen Spaniern - den Kreolen. Diesen kam General Jose de San Martin im Befreiungskampf zu Hilfe. Er war am 7. September 1820 im südlichen Peru gelandet (er kam mit den Schiffen von Lord Cochrane aus Chile, wo er die Spanier geschlagen hatte). Am 28. Juli 1821 proklamierte er in Lima die Unabhängigkeit, obwohl ein Großteil des Landes sich immer noch in den Händen des spanischen Vizekönigs, La Cerna, befand. Bilder "Lima"


Der zweite Befreier Südamerikas, Simon Bolivar (siehe Reisebericht "Venezuela" ) kam ihm zu Hilfe und schlug den Vizekönig am 24. Mai 1822 bei Pichincha. General San Martin traf noch Bolivar in Guayaquil, um sich wieder nach Argentinien zu begeben (wo er am 25. Februar 1778 in Yapeya geboren worden war). Er war hier mit den politischen Verhältnissen nicht einverstanden und begab sich ins selbstgewählte Exil nach Boulogne in Frankreich, wo er am 17. August 1850 enttäuscht verstarb.


Obwohl Lima ca. 2.000 km südlich des Äquators liegt, wird das Klima entscheidend vom kalten Humboldt-Strom (15 grd. C) (Reisetipp "Humboldt-Strom") beeinflusst, der vor der peruanischen Küste vorbeiströmt. Deshalb kommt es zu einer Abkühlung der Meeresluft und dadurch zu einer Nebelschicht-Bildung in einer Höhe von 400 bis 800 m Höhe. Bei diesen angenehmen Temperaturen (allerdings ohne Sonnenschein) war die Besichtigung der genannten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum eine Freude. Weniger erfreulich empfanden wir die nicht zu übersehende Kinderarbeit: an jeder Strassenecke gab es Verkaufsstände, an denen Kinder ihre Waren an  die Touristen verkauften. Die Polizei sah das nicht gerne und vertrieb die judendlichen Verkäufer, die ihre Verkaufsstände (meistens nur eine Decke als Unterlage) sofort wieder an einer anderen Stelle aufbauten. (Reisetipp "Strassenkinder")

Zum Unterschied der armen Strassenkinder in Bogota (Kolumbien), die wirklich auf den Strassen lebten, hatten die Kinder in Lima ein zu Hause in einer jämmerlichen Vorstädten. Anstelle des  Schulbesuches fuhren sie jeden Tag mit dem Bus ins Stadtzentrum von Lima, um dort den reichlich vorhandenen Touristen ihr Waren zu verkaufen. Auf diese Weise sorgten sie entscheidend für den Lebensunterhalt ihrer Familien. Zu den Strassenkindern von Bogota (vor denen man sich in Acht nehmen muss, da sie sehr aggressiv sind) flogen wir am Sonntagvormittag, den 5. September 1976 (siehe Reisebericht "Kolumbien" ).

Fotos und Text: Klaus Metzger

Siehe auch BILDBAND:
(Der lange Weg von Honduras nach Chile)
BILDBAND:
(IMPRESSIONEN bei Nacht..)
BILDBAND: 
(Unterwegs mit dem Flugzeug)
 

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