Freitag, 10. Februar 2017

Ein eindrucksvolles Wochenende in WIEN



Blick auf die Hofburg

Diese Reise zeichnete sich durch zahlreiche Schwierigkeiten im Vorfeld aus. Wir wollten am Sonntag, den 24. April 2016 nach Wien fliegen und am Mittwoch darauf wieder zu Hause sein. Am Freitagabend erfuhren wir in den lokalen TV-Nachrichten, dass infolge von Gleisbauarbeiten auf der Strecke bei Hannover die Fahrpläne geändert werden und teilweise auch Züge ausfüllen würden.

Diese Variante mit dem Zug war uns nun zu unsicher und wir entschlossen uns kurzfristig, mit unserem Wagen von Hildesheim zum Flughafen Hannover zu fahren. Den passenden Parkplatz haben wir online reserviert. Aber auch diese Variante hatte ihre Tücken, denn am Sonntagnachmittag  kam US-Präsident Obama am Flughafen an und die Zufahrtsstraße war vorübergehend gesperrt. Als wir etwas später zum Flughafen kamen, waren die Absperrungen bereits wieder aufgehoben und wir gelangten problemlos zum überdachten Parkplatz 7 und von dort mit dem Bus zum Terminal C. Beim späteren Abflug nach Wien sahen wir den geparkten Präsidenten-Jumbo vor dem Terminal-Bereich.

Mit AIR BERLIN landeten wir gegen 18 Uhr 30 wohlbehalten in Wien. Bis zu unserem Hotel mussten wir ins Stadtzentrum fahren. Als besonders attraktiv wurde der City Airport Train CAT für 12 Euro p.P. im Flughafengebäude angepriesen. Dieser fuhr allerdings nur bis Wien Mitte (Landstraße) und es musste für die U-Bahn U4 noch zusätzlich 2,20 Euro p.P. gelöst werden. Mit der S-Bahn S7 und der gleichen U-Bahn U4 kostete die Fahrt vom Flughafen bis Pilgramgasse 4x2,20 entsprechend 8,80 Euro für 2 Personen. Dies bedeutete eine Ersparnis von 19,60 Euro. Dasselbe galt für die Rückreise am Mittwoch. Von der U-Bahnstation Pilgramgasse führte ein kurzer Fußweg bis zum Hotel.

Das gebuchte Penta Hotel ("Bewertung") war zuerst einmal eine große Enttäuschung. Die Räume waren sehr dunkel und unser Zimmer unterm Dach sehr klein und die Geräusche in der Nacht kaum zu ertragen. Wir beschwerten uns am folgenden Morgen und bekamen nun nach dem kleinen Zimmer 507 das sehr viel größere Zimmer 322 in einer ruhigeren Lage. In Kapstadt (Südafrika), wo wir uns im Oktober 2015 befanden, ist uns mit dem Zimmer im "Capetonian Hotel" etwas ähnliches passiert.

Am Montag wollten wir uns die Wiener Innenstadt erwandern. Durch das Studium des interessanten Buches über Metternich wußte ich einiges von Wien zur Zeit des Wiener Kongresses (1814 bis 1815) und der Hofburg. Auch das Schloss Schönbrunn spielte damals eine wichtige Rolle, da dort der siegreiche Napoleon übernachtete.


Jutta auf dem Naschmarkt

Unsere erste Station war der Naschmarkt (B), der nicht allzweit von unserem Penta Hotel (A) lag. 1916 wurde der Naschmarkt angelegt. (Reisetipp: "Naschmarkt") Dazu wurde die heutige U-Bahn Nr. 4 abgedeckt. Es ist heute immer noch ein Vergnügen über den Markt oberhalb der U-Bahn zu marschieren. (Bilder: "Naschmarkt") Über den Karlsplatz gelangten wir zu Fuß zum Stephansdom (C). (Bilder: "Vom Karlsplatz zum Stephansdom"


Außenfassade des Stephansdomes

Der Stephansdom (eigentlich Domkirche St. Stephan zu Wien) am Wiener Stephansplatz (Bezirk Innere Stadt) ist seit 1365 Domkirche (Sitz eines Domkapitels), seit 1469/1479 Kathedrale (Bischofssitz) und seit 1723 Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. Der von den Wienern mitunter auch kurz Steffl genannte römisch-katholische Dom gilt als Wahrzeichen Wiens und wird häufig auch als österreichisches Nationalheiligtum bezeichnet. Namensgeber ist der heilige Stephanus, der als erster christlicher Märtyrer gilt.


Opferkerzen im Stephansdom

Das Bauwerk ist 107 Meter lang und 34 Meter breit. Der Dom ist eines der wichtigsten gotischen Bauwerke in Österreich. Teile des spätromanischen Vorgängerbaues von 1230/40 bis 1263 sind noch erhalten und bilden die Westfassade, flankiert von den beiden Heidentürmen, die etwa 65 Meter hoch sind. Insgesamt besitzt der Stephansdom vier Türme: Der höchste ist der Südturm mit 136,4 Meter, der Nordturm wurde nicht fertiggestellt und ist nur 68 Meter hoch. Im ehemaligen Österreich-Ungarn durfte keine Kirche höher als der Südturm des Stephansdoms erbaut werden. So wurde beispielsweise der Mariä-Empfängnis-Dom in Linz um zwei Meter niedriger gebaut.
 
Der Südturm ist ein architektonisches Meisterwerk der damaligen Zeit; trotz seiner bemerkenswerten Höhe ist das Fundament weniger als vier Meter tief. Im Südturm befinden sich insgesamt 13 Glocken, wovon elf das Hauptgeläut des Stephansdoms bilden. Die Pummerin, die zweitgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas, befindet sich im Nordturm unter einer Turmhaube aus der Renaissance-Zeit.

Unser Fiaker nach der interessanten Kutschfahrt

Auf dem Weg zur Hofburg kamen wir an der Katholischen Kirche St. Peter (D) vorbei und sahen dort mehrere Pferdekutschen. Mit einem der Fiaker (Kutscher) verhandelten wir den Preis für die einstündige Rundfahrt (Reisetipp: "Fiaker-Rundfahrt") durch die "Innere Stadt" auf 100,- € herunter. Es hat sich gelohnt: Denn trotz des relativ kühlen, aber trockenen Wetters bekamen wir einen sehr guten, ersten Eindruck von den Wiener Sehenswürdigkeiten im Zentrum. Die Verständigung war während der Fahrt wegen der Nebengeräusche allerdings etwas schwierig. Aber mit Hilfe des Stadtplanes mit den dreidimensional dargestellten Gebäuden konnten wir uns sehr gut orientieren. Wir starteten am Petersplatz bei der Kirche und kamen auch dorthin wieder zurück. (Bilder: "Fiaker-Rundfahrt")


 Eingangsschild am Kohlmarkt

Nach der Kälte, die wir über eine Stunde in der offenen Pferdekutsche ertragen hatten, wollten wir uns unbedingt wieder aufwärmen:  Als besondere Attraktion hatten wir uns vor dem Besuch der Hofburg den  K. u. K. Hofzuckerbäcker DEMEL (E) am Kohlmarkt für eine Kaffeepause mit Kuchen ausgesucht. Bereits auf dem Weg zur 1. Etage, wo wir einen freien Tisch fanden, entdeckte ich das Personal hinter Glaswänden, die fleißig als Konditoren werkten. Als wir gegen 12 Uhr 40 wieder dort vorbeigingen, war kein Personal mehr zu sehen und ich konnte nur einen Klumpen Rohmasse entdecken und fotografieren. Die bunten Geschenkartikel am Ausgang fanden wir etwas teuer. (Bilder: "Hofzuckerbäcker DEMEL")


Die Hofburg

Nach dem heißen Kaffee und dem ausgezeichneten Kuchen waren wir gestärkt für den Besuch der Hofburg (F), die in der Nähe lag. Allerdings hatten wir uns für die Besichtigungen den folgenden Tag vorgenommen. Diesmal wollten wir uns nur von den Gebäuden beeindrucken lassen, die zur Hofburg gehören. (Reisetipp: "Hofburg") Vor 200 Jahren fand in der Hofburg der Wiener Kongress statt. Nach dem Sieg über Napoleon wurde der Frieden in Europa dort verhandelt. Das Ganze dauerte 9 Monate (1814/1815). Der russische Zar Alexander wohnte in der Hofburg und der Österreicher Metternich leitete die Verhandlungen. Im Rahmen der Besichtigungen des Sisi Museums und der Kaiserappartements, die wir am folgenden Tag durchführten, konnte man einen sehr guten Eindruck über die damaligen Räumlichkeiten gewinnen. (Bilder: "Hofburg")

Über den Museumsplatz (G), der in der Nähe lag, gelangten wir über die U-Bahnen U3 und U4  bequem am frühen Nachmittag in unser Penta Hotel. Dieser erste Tag in Wien hat sich wirklich gelohnt, denn wir bekamen einen sehr guten Eindruck von der Wiener Innenstadt und das nicht nur vor 200 Jahren (während des Wiener Kongresses) sondern auch von der heutigen Zeit.



Der zweite Tag in Wien war zuerst einmal dem Schloss Schönbrunn (B) gewidmet. Dazu  fuhren wir mit der U-Bahn U4 die kurze Strecke bis zum Schloss. Kaiserin Maria Theresia ließ das Jagdschloss zur Sommerresidenz ausbauen. (Reisetipp: "Schloss Schönbrunn") Napoleon Bonaparte residierte hier 1805 und 1809. Napoleons und Marie-Louises (aus östereichischem Kaiserhaus) Sohn Napoleon II starb im Schloss Schönbrunn 1832 mit 21 Jahren. Im Rahmen der Imperial Tour haben wir 22 Räume besichtigt - begleitet durch ein Bandgerät mit passenden Ansagen. (Bilder: "Schloss Schönbrunn")


Schloss Schönbrunn

Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung des Sommerschlosses fuhren wir mit der U-Bahn U4 und U1 zum Stephansplatz (C) im Stadtzentrum. Nach einem kurzen Fussmarsch auf der bereits bekannten Route über den Kohlmarkt gelangten wir zur Hofburg (D). Die Silberkammer der Hofburg kann kostenlos besichtigt werden. (Reisetipp: "Silberkammer") Sie liegt im Erdgeschoss und von dort ist das Sisi-Museum im ersten Obergeschoss zu erreichen (das Eintritt kostet). In der Silberkammer sind eindrucksvolle Arbeiten zu besichtigen und man ist von der Fülle und der Bedeutung für die Habsburger überrascht. (Bilder: "Silberkammer und Sisi-Museum")


 Ausstellungsgegenstände in der Silberkammer

Im Café der Hofburg tranken wir bei herrlichem  Sonnenschein einen leckeren Kaffee und genossen den ausgezeichneten Kuchen. Danach freuten wir uns auf das Sisi-Museum im ersten Stock und die spärlichen Räume, die Kaiser Franz Joseph während seiner langen Regierungszeit (1848 bis 1916), teilweise zusammen mit Kaiserin Elisabeth, benutzt hat. Medienstar wurde Sisi (die österreichische Kaiserin Elisabeth) erst lange nach ihrem Tode. Ihre Ehe mit Kaiser Franz Joseph war ein großes Unglück und sie litt ihr Leben lang unter Depressionen. Entsprechende Informationen finden sich im Sisi Museum in der Hofburg. Man kann auch ihre Gemächer und die von ihrem Gatten besichtigen. (Reisetipp: "Sisi-Museum")


Sarkophag von Kaiser Franz Joseph in der Kaisergruft

Wir haben uns in Wien ein sehr interessantes Buch Familie Habsburg 1273 - 1918 von Dorothy Gies McGuigan gekauft und konnten beim Studium unsere Eindrücke von den Wiener Tagen vertiefen und uns die historischen Zusammenhänge besser verdeutlichen. In diesem Sinne war auch der Besuch der Kaisergruft (E) eine Möglichkeit, eine andere Betrachtungsweise für das Leben und Sterben der Habsburger zu erhalten. (Reisetipp: "Kaisergruft")


Sarkophag Maria Theresia und Kaiser Franz I.

Die Kaisergruft in der Kapuzinerkirche war nicht leicht zu finden. Aber die Mühe hat sich gelohnt: In zahlreichen Sarkophagen haben die österreichischen Regenten des Habsburger-Geschlechtes und deren Angehörigen die letzte Ruhe gefunden. Am Eindrucksvollsten empfanden wir den Sarkophag Maria Theresias und ihrem Gatten Kaiser Franz I. An einem derartigen Platz relativieren sich die Mühseligkeiten unseres Lebens. (Bilder: "Kaisergruft")  Danach begaben wir uns wieder in unser Penta Hotel (F).

Die Rückreise am Mittwoch erwies sich wieder als problematisch. Es wurde an sechs deutschen Flughäfen gestreikt und wir wußten nicht, ob unser Flughafen in Hannover davon auch betroffen ist. Uns fiel ein Stein vom Herzen als wir erfuhren, dass AIR BERLIN planmässig nach Hannover fliegen würde. Allerdings erwischte es uns auf der Heimfahrt über die Autobahn, denn vor uns gab es einen längeren Stau. Wir entschlossen uns durch Hannover zu fahren. Dies war auch keine gute Entscheidung, denn wir benötigten wegen des Feierabendverkehrs über zwei Stunden. Trotz all dieser beschriebenen Hindernisse haben wir entschieden:

Auf Wiedersehen in WIEN!




 
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