Freitag, 27. Januar 2017

9. Von Kapstadt zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika

Im 1.Teil habe ich unter dem Thema Ein Flug in das Herz Südafrika's die Anreise und den ersten Tag in Johannesburg und Pretoria beschrieben. Die längere Reise Von Johannesburg zum Kruger Nationalpark in Südafrika wurde im 2. Teil behandelt. Die Erlebnistouren im Kruger Nationalpark fanden ihren Platz im 3. Teil   Wilde Tiere - hautnah in Südafrika. Im 4. Teil erzählte ich von unserer längeren Fahrt  Durch das Swasiland nach KwaZulu-Natal in Südafrika. Die Fortsetzung im 5. Teil erlebten wir Unter Flußpferden, Krokodilen und Nashörnern in Südafrika. Eine spannende Metropole erschloss sich uns im 6. Teil über Die Goldene Meile von Durban in Südafrika. Interessant war im 7. Teil die Fahrt Durch die "Kleine Karoo" in den Osten von Südafrika. Und die eindrucksvolle Rückreise folgt im 8. Teil Von Wilderness zurück nach Kapstadt in Südafrika.


Kap der Guten Hoffnung

Dies sollte wieder ein spannender Tag werden, denn die Besichtigung des "Kaps der Guten Hoffnung" stand auf dem Programm. Die Startbasis, das Capetonian Hotel  (Bewertung) haben wir bereits drei Tage vorher während unseres Zwischenstopp in Kapstadt auf dem Weg in die "Kleine Karoo"  kennengelernt.  Diesmal bekamen wir ein sehr viel schöneres, geräumigeres Zimmer im Capetonian Hotel (ideale Voraussetzungen für die drei letzten Nächte in Südafrika, die wir in diesem Hotel verbringen sollten). Allerdings stellten wir fest, dass unser Hotel nicht im "Ausgehviertel" lag, denn es trieben sich zahlreiche kriminelle Elemente herum, die man insbesondere nachts meiden sollte.



Vom Capetonian Hotel (A), das mitten im Stadtzentrum unter den Hochhäusern des Geschäftsviertel liegt, fuhren wir mit unserem Reisebus in westlicher Richtung an die Küste nach Sea Point (B).Von dort hatte man einen herrlichen Ausblick auf den Atlantik. Bei unserem Besuch des Tafelberges mit der Seilbahn (vorhergehenden Nachmittag) fiel ich immerwieder aus der Ferne das imposante, runde Stadion von Kapstadt auf. Es liegt im benachbarten Stadtteil Green Point.


Stadion von Kapstadt (Blick vom Signal Hill)

Bei dem kleinen Ort Clifton (auf dem Weg zum Kap)  konnte man bei herrlichem, dunstfreiem Wetter  konnte man einen sehr schönen Eindruck von der Bergkette "Zwölf  Apostel" gewinnen, die neben dem Tafelberg liegt. Diese Tour war ein fortwährender Traum mit wunderschönen Eindrücken. Dies zeigte sich in der folgenden Camps Bay (C), zu der uns eine interessante Geschichte erzählt wurde. Weil die Eindrücke so intensiv waren, legten wir unsere erste Pause ein. (Bilder: "Camps Bay")


Der Strand von Camps Bay

Um 1800 gehörte diese wunderschöne Bucht der Familie von Kamptz. Erst im Jahre 1884 wurde eine Verbindungsstrasse nach Clifton mit Hilfe von Sträflingen gebaut. Auf diesem Weg kamen wir auf der Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung zur heutigen "Camps Bay". Wir konnten sehr schnell erkennen, dass diese Bucht zu den schönsten und gefragtesten Plätzen von Kapstadt zählt. (Reisetipp: "Camps Bay")


Robbenfütterung in der Hout Bay

Mit dem nächsten Stopp, in der Hout Bay (D), wurde uns wieder eine besondere Attraktion geboten, die wir direkt am Hafenbecken mit erleben konnten: Es ist sicher sehr lustig, die dressierten Robben im Hafenbecken beim Schnappen nach den kleinen Fischportionen zu beobachten. Eine Bezugsperson kniet am Beckenrand mit dem Fisch in Mund und die Tiere springen geschickt aus dem Wasser, um die Beute zu übernehmen. Dieser Vorgang ist aber auch sehr gefährlich. Vor einiger Zeit wurde einer Touristin die Nase abgebissen als sie die Robben nach dieser Methode füttern wollte. Im Hafenbecken waren mehrere Robben unterwegs.(Bilder: "Robbenfütterung") Eine großere Ansammlung kann man auf der Robbeninsel Duiker Island beobachten. Vom Hafen fährt ein kleines Boot dorthin. Wir fanden den Dressurakt im Hafenbecken ausreichend. (Reisetipp: "Hout Bay")

 Hout Bay mit dem "Lion's Head" bei Kapstadt

Über den eindrucksvollen Chapman's Peak Drive (E) ging die Fahrt weiter zum Natureservat "Kap der Guten Hoffnung" mit der Südspitze. Diese einzigartige Panoramastrasse ist eine neun Kilometer lange Küstenstraße auf der Kap-Halbinsel südlich von Kapstadt. Er schlängelt sich in 114 Kurven unmittelbar zwischen Meer und steilen Felswänden entlang von Hout Bay nach Noordhoek (nördlich von Kommetjie) und führt über den Chapman’s Peak, einen 160 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt. Zahlreiche Touristen befahren täglich diese Strecke und viele Autokonzerne drehen vor dieser Kulisse Werbeaufnahmen.


Chapman's Peak Drive und der Tafelberg

Obwohl der Bau der Straße zunächst undurchführbar erschien, gelang es unter der Leitung des Geologen Charl Marais, das Projekt zu verwirklichen. Die Bauarbeiten begannen 1915 unter teilweise lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen auf den schroff ins Meer abfallenden Steinhängen. Sieben Jahre später, 1922, konnte die Straße für den Verkehr freigegeben werden. Trotz der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h war die Fahrt über den Chapman’s Peak Drive nicht ungefährlich. Immer wieder fielen Felsbrocken herab und erschlugen Menschen. Bei regennasser Fahrbahn kamen viele Autos ins Schleudern, prallten gegen die Felsen oder stürzten in die Tiefe.

Die Unfälle häuften sich und als im Januar 2000 dreißig Prozent der Strecke verschüttet wurden, sperrte man die Straße. Da die öffentliche Hand die Gelder für die Sanierung nicht aufbringen konnte, wurde die Straße für 30 Jahre an ein privates Konsortium verpachtet. Die Ltd. Entabeni  investierte über 150 Millionen Rand in den Umbau der Straße. Man installierte riesige Fangnetze für herabfallendes Gestein und sprengte an zwei besonders gefährlichen Streckenabschnitten einen Tunnel bzw. Halbtunnel in den Fels. Im Dezember 2003 konnte der Chapman’s Peak Drive wieder für den Verkehr geöffnet werden. Um die hohen Sanierungskosten zu amortisieren, kostet die einfache Fahrt für PKW über den Chapman’s Peak Drive derzeit 42 Rand Maut-Gebühr. Da wir auf der atlantischen Seite nach Süden wollten, kamen wir danach durch den kleinen Ort Kommetjie (F), der an wunderschönen, einsamen Sandstränden lag.


Die Sandstrände von Kommetjie

Nach dem Nordkap (1977) und Gibraltar (2012) war der Ausflug zum Kap der Guten Hoffnung besonders spannend. Wir nahmen uns Zeit und genossen von einer Bank aus bei herrlichem Wetter die Aussicht auf die Felsen, die den frühen Seefahrern auf dem Weg nach Indien soviele Schwierigkeiten bereitet haben. (Bilder "Kap der Guten Hoffnung") Ein bekanntes Beispiel war der Portugiese Bartolomeu Dias, der verzweifelt Frischwasser suchte und so in der östlich gelegenen Mossel Bay  landete. Im dortigen Dias-Museum findet sich ein Nachbau seiner Caravelle, mit der er 1487/1488 erstmals die Südspitze umsegelte. Interessant war auch der Wanderweg (Scenic Way) vom höhergelegenen Parkplatz zum Strand mit der Vogelinsel. (Reisetipp: "Kap der Guten Hoffnung") Schließlich gab es noch eine Erinnerugsurkunde (für Frühbucher bis zum 31.08.2014).


Besuch des  "Kaps der Guten Hoffnung" am 17. Oktober 2015


 Am "Kap der Guten Hoffnung"


Ein wilder Pavian

Als wir dann entlang der "Cape Point Road" in Richtung Norden fuhren, begegneten wir überraschend einer Gruppe wilder Paviane, die wir nur aus dem Bus heraus fotografieren konnten. (Bilder: "Wilde Paviane") Unsere Rundreise ging weiter nach Simon's Town (Boulder's Beach) entlang der False Bay an der Ostküste, wo wir  Pinguine besichtigen wollten. (Reisetipp "Pinguine") Die ersten Pinguine am Boulders Beach tauchten 1983 als Paar auf. In der Zwischenzeit hat sich die Kolonie dieser afrikanischen Art beträchtig vergrössert. Die Strände sind sehr leicht über Holzstege zu erreichen und die Tiere verhalten sich sehr gelassen und lassen sich leicht beobachten. (Bilder: "Pinguine")


Pinguine am "Boulders Beach"

Fast zurück bis  nach Kapstadt (insgesamt hatten wir bei dieser Tour 130 km  zurückgelegt) mußten wir, um die letzte Attraktion des Tages, den Botanischen Garten von Kirstenbosch (I) zu besuchen. (Bilder: "Botanischer Garten") Der Bergwerks-Magnat und Premierminister der Kapregion, Cecil Rhodes (den ich bereits mehrfach erwähnt habe), kaufte 1895 das Gebiet östlich des Tafelberges, um eine weitere Besiedlung zu verhindern. Nach seinem Tod kam das Gebiet 1902 in die Hände des Staates. Am 1. Juli 1913 wurde auf diesem Gelände die Kirstenbosch National Botanical Gardens gegründet.  Heute ist dies eine herrliche Anlage mit einer schönen Sammlung bunter Protea-Gewächse (der Nationalblume Südafrika's). (Reisetipp: "Botanischer Garten")


Im Botanischen Garten von Kirstenbosch

Das Essen im Capetonian Hotel (J) war nicht besonders abwechslungsreich und wurde im relativ kleinen Clubraum serviert (um Klassen besser fanden wir das Frühstück  im normalen Restaurant). Deshalb freuten wir uns auf das erstklassige Abendessen, das uns im renommierten Restaurant Balducci  serviert werden sollte. Es liegt an der V&A Waterfront. Die Victoria & Alfred Waterfront (kurz: V&A Waterfront) ist eine Waterfront, bestehend aus einem restaurierten Werft- und Hafenviertel rund um die beiden historischen Becken des Hafens von Kapstadt in Südafrika.


V&A Waterfront in Kapstadt

Das Essen schmeckte vorzüglich - nur leider hier auch einen Wermutstropfen. Aus irgendwelchen Grunden hatte die Reiseleitung zu wenig Plätze reserviert. Wir konnten also nicht am gemeinsamen Tisch sitzen und man brachte uns einen kleinen Tisch. Dies hatte den Vorteil, dass wir freundlich und zuvorkommend bedient wurden.








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