Dienstag, 17. Juli 2012

Die Burgruine Wohldenberg bei Hildesheim

Eingang zur Burgruine Wohldenberg
Auf der diesjährigen Suche nach reifen Kirschbäumen, die an den Strassenrändern geerntet werden können, kam ich Ende Juni in die Nähe des Wohldenberges. Nach der morgendlichen Kirschenernte nahm ich mir zweimal die Zeit (am Montag, den 2. Juli, und am Mittwoch, den 11. Juli 2012), die Burgruine zu besichtigen. Dazu benutzte ich den gemütlichen Fußweg, der sowohl zur katholischen Jugendbildungstätte als auch zur Burgruine führte (die auf dem 218 m hohen Wohldenberg liegt). Fotos "Burgruine Wohldenberg"
Hinweisschild

Der Fussweg

Die Suche nach der Burgruine gestaltete sich als nicht so einfach, denn ich landete zuerst einmal auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte. Später wurde mir klar, dass ich mich an dem Hinweisschild für die katholische Kirche St. Hubertus hätte orientieren können, denn diese liegt ja auf dem Gelände der Burgruine.
Erklärungstafel
Hutewald
Schottische Hochlandrinder im Hutewald
 Allerdings zeigte sich der Weg zur Burgruine als sehr interessant, denn er führte an einem sogenannten Hutewald vorbei. Dies ist ein lichtes Waldstück mit Eichen und Buchen. Die dargestellte Erklärungstafel beschreibt sehr schön die Zusammenhänge. Ein bis zweimal pro Jahr wird eine kleine Gruppe schottischer Hochland-Rinder in den Hutewald getrieben. Diese sorgen dafür, dass dieser sich normal entwickelt. (Fotos "Hochlandrinder")

Älterer Grabstein

Dann entdeckte ich auch noch den kleinen, katholischen Friedhof, auf dem ich gerne verweilte, denn ich fand mehrere ältere Grabsteine. In der Ferne hörte ich gegen 9 Uhr die Glocken der Kirche St. Hubertus. Bei meiner ersten Besichtigung der Burgruine war sie bereits wieder verschlossen. Bei meinem zweiten Versuch (am 11. Juli) war ich früher dran und fand sie geöffnet.

Burg Wohldenberg im 17. Jahrhundert

Der Bergfried

Sottrum
Der erste Eindruck von der Burgruine Wohldenberg war für mich etwas verwirrend, denn der Eingangsbereich befand sich in einem sehr gut erhaltenen Zustand, während vom Rest der Burg nur noch der 32 m hohe Bergfried vorhanden ist. Dieser kann gegen einen Obulus von 50 Cent bestiegen werden. Das Ganze lohnt sich, denn man hat von dort eine sehr schöne Aussicht.

Einige interessante Hintergrundinformationen fand ich auf der Web-Seite der Gemeinde Holle, zu der Wohldenberg mit der Burgruine gehört (Gemeinde Holle) :
  
Auf der Burgruine Wohldenberg fühlt sich der Besucher in die Ritterzeit zurückversetzt. Von dem alten quadratischen Burgturm hat man einen wunderschönen Rundblick über die Gemeinde bis hin zum Harz und zum Brocken. Von hier aus führen zahlreiche Wanderwege durch die Wälder von Holle.

Die Burg Wohldenberg wird erstmals 1172 als Besitz von Ludolfs de Waldeberch erwähnt, ehe sie 1275 dem Hildesheimer Bischof Otto I. übereignet wurde. Später ging sie wieder an die Grafen Wohldenberg und wurde während des 30-jährigen Krieges fast völlig zerstört. Von dieser Anlage sind heute noch das alte Pforthaus mit seinen 2 Flankentürmen und der alte Bergfried, ein quadratischer Turm, erhalten geblieben. Ebenfalls sehenswert ist die 1731 erbaute Hubertuskirche, die dem Schutzheiligen der Jäger gewidmet ist. Im ehemaligen Amtshaus wohnte bis 1896 der Schriftsteller Oskar Meding, heute ist hier die Jugendbildungsstätte der  Diözese Hildesheim untergebracht.
Die katholische Kirche St. Hubertus
Der Altar
Seitenaltar

Marienfigur mit Jesus
Die Orgel
Eine große Freude bereitete mir der Besuch der Kirche St. Hubertus (aus dem Jahre 1731), denn ich war der einzigste Besucher und genoß die leise Meditationsmusik, die im Hintergrund spielte. Dies brachte mich in die Stimmung mehrere, schöne Photos von den Altären, der Marienfigur und der Orgel aufzunehmen. (Kath. Kirchengemeinde St. Hubertus)
Trompetenblumen
Blumen
Sonnenblume
Das Gelände der Burgruine will erobert werden: So entdeckte ich sehr schöne Blumen im Garten des Pfarrhauses und auch einen Kräutergarten, durch den in regelmässigen Abständen sonntags Führungen stattfinden. Vielleicht wäre das eine sehr schöne Idee, den Besuch des Kräutergartens mit der Heiligen Messe in der Kirche  St. Hubertus sonntags um 11 Uhr zu kombinieren. Zum Unterschied der beiden nahegelegenen Schlösser Söder und Derneburg (sie gehören ebenfalls zur Gemeinde Holle), in deren Nähe ich gerne fotographiere, ist hier eine Besichtigung zumindest der Reste der Burg möglich. Man kann hier seiner Phantasie freien Lauf lassen. Wer nicht den Fussweg nutzen will, kann auch bis vor den Eingang der Burgruine fahren. (Reisetipp "Burgruine Wohldenberg")

Siehe auch meinen BILDBAND: "Burgruine Wohldenberg..."

Fotos und Text: Klaus Metzger 


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