Sonntag, 27. Februar 2011

HAMBURG ist immer eine Reise wert (I)!

Meine erste Reise nach Hamburg fand unter äußerst dramatischen Lebensumständen statt. Als ein kleines Baby im Alter von 3 Monaten war ich im Februar 1945 mit meiner Mutter alleine auf der abenteuerlichen Flucht aus Danzig - kurz bevor diese Stadt von den Russen erobert wurde. Mit dem Kriegsschiff TANGA (ursprünglich sollten wir mit der WILHELM GUSTLOFF herausgebracht werden - aber meine Mutter bekam keinen Platz mehr auf dem Unglücksschiff) kamen wir bis nach Swinemünde (in meinen Reisebericht "Swinemünde" habe ich darüber berichtet).

Von Swinemünde fuhr meine Mutter mit mir mit dem Zug im Februar 1945 weiter in das zerstörte Hamburg (siehe den entsprechenden Abschnitt aus dem obigen Reisebericht).

Der weitere Ablauf der Flucht ist schnell erzählt! Nach unserer Abreise wurde mein Vater zur Bewachung eines U-Boot-Bunkers nach Hamburg abkommandiert. Meine Mutter lernte im Zug eine junge Frau aus Hamburg-Barmbek kennen, die Unterkunftsmöglichkeiten für uns hatte. Alleine suchte meine Mutter ihren Mann in Hamburg. Am dritten Tag fand sie ihn. Sie konnten noch einmal zwei Tage miteinander verbringen. Dann reiste meine Mutter mit mir weiter zu den Eltern meines Vaters, die in Brühl bei Mannheim lebten. Mein Vater kam am 2. Mai 1945 in der Nähe von Lüneburg in englische Gefangenschaft. Das Sammellager lag an der Elbe und er konnte am anderen Ufer russische Soldaten sehen, die dort patrollierten. Anfang September 1945 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen. Er hatte sich einen schwarzen Vollbart zugelegt. Als ich ihn erstmals sah, soll ich weinend davongelaufen sein.

Viele Jahre später (im August 1964) war ich wieder im Hamburg, an das ich allerdings keine Erinnerung hatte. Diesmal war ich fast 20 Jahre alt und alleine auf der Durchreise nach Stralsund in der damaligen DDR. Ich fuhr von Mannheim zum Hauptbahnhof Hamburg und stieg dort  in den Zug nach Stralsund um (in meinem Reisebericht "Stralsund" habe ich darüber berichtet).

Mit dem Zug fuhr ich über Hamburg nach Stralsund. Die Fahrt verlief ohne besonderen Vorkommnisse. Selbst das Buch "Hundejahre" von Günter Grass konnte ich für meine Tante Margot in die DDR schmuggeln. Mit dem bekannten Autor und Literatur-Nobelpreisträger, Günter Grass, gibt es interessante Berührungspunkte, über die ich bereits an anderer Stelle (siehe Reisebericht "Hannover") geschrieben habe.

Ergänzend möchte ich noch mitteilen, dass ich auf der Rückreise (nach 14 Tagen) - beim Eintreffen im nächtlichen Hamburg - mir als prägnanter Unterschied zu dem besuchten Stralsund (in der DDR) die beeindruckenden Leuchtreklamen in Erinnerung geblieben sind.

Beruflich verlebte ich mit meiner Familie in den Jahren von 1977 bis 1980 eine sehr schöne Zeit in der Nähe von Kopenhagen (Dänemark). Im Rahmen meiner Tätigkeit für Niro Atomizer A/S (einer Ingenieurfirma für Eindampf- und Sprühtocknungslagen) fuhr ich öfters mit meinem eigenen  Wagen zu Kundenbesuchen nach Süddeutschland. Dazu benutzte ich meistens den Autoreisezug von Hamburg nach Karlsruhe (in beiden Richtungen). In meinem Reisebericht "Frankreich" berichtete ich darüber.

Das Reisen mit dem Autoreisezug war sehr angenehm. Ich habe diese Möglichkeit während meiner Zeit in Dänemark öfters in beiden Richtungen genutzt. Am Samstagabend, den 24. Juni 1978, fuhr der Autoreisezug gegen 23 Uhr in Karlsruhe-Durlach ab und war am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr in Hamburg. Ich hatte also "im Schlaf" eine Strecke von 650 Kilometer zurückgelegt. Die restlichen 350 km nach Hause (Alleroed liegt nördlich von Kopenhagen) fielen mir dann relativ leicht - zumal ich auf der Fähre von Puttgarten nach Roedby wieder eine einstündige Ruhepause hatte.

Klaus (50) im Zug nach Hamburg
Der Fischhändler
Am Sonntag, den 21. Mai 1995, hatte ich erstmals mit Freunden Gelegenheit, Hamburg näher kennenzulernen. Massimo (ein junger Argentinier, der in Deutschland lebte), Angela, Heide und ich fuhren mit dem sehr günstigen Bahn-Gruppenticket (15,- DM für max. 5 Personen) von Hildesheim nach Hamburg (Hauptbahnhof). Wir starteten gegen 8 Uhr 49 und waren gegen 12 Uhr 30 am Ziel. Mit der S-Bahn (Linie 1) gelangten wir zu den Landungsbrücken an der Norderelbe. Zu Fuß gingen wir weiter zum Fischmarkt, der aber bereits geschlossen war.

Die Davidswache auf St. Pauli

Der Hamburger Hafen
Das Wetter klarte auf und es wurde sehr schön. In einer Cafe-Bar in der Nähe aßen wir zu Mittag. Es gab Chili con Carne. Danach wanderten wir in Richtung St. Pauli. Mit Massimo wagte ich mich in die "berühmt-berüchtigte" Herbertstrasse, wo wir einige recht attraktive Mädchen sahen. Dabei blieb es dann aber auch. Dann ging unser Fußmarsch weiter zur St. Michaeliskirche. Angela und ich machten uns die Mühe und bestiegen den Kirchturm. Wir wurden mit einer herrlichen Aussicht über das Hafengelände und die Stadt belohnt.

Danach fuhren wir mit der S-Bahn zum Rathausplatz. Massimo und ich konnten uns hier für das wunderschöne Hamburg regelrecht begeistern. Gegen 18 Uhr ging es mit dem Zug wieder heimwärts. Ein interessanter Tag zum Kennenlernen der Hafenstadt Hamburg ging zu Ende.

Ein  Jahr später änderte sich mein Leben schlagartig (und zwar im sehr positiven Sinne), denn am 20. Februar 1996 lernte ich meine spätere Frau Jutta kennen (ich war seit Dezember 1989 von meiner ersten Frau Ulla geschieden). In meinen Reisebericht "Bornholm" habe ich die "magischen" Ereignisse von damals beschrieben.

Nun hätte ich die finanzielle Unterstützung meiner Frau gebraucht. Aber sie verweigerte sich mit dem Hinweis auf ihre Rückenprobleme. Ich fand mich mit der Situation (Karriere zerstört, Haus verloren, Ehescheidung) ab und lernte, von "einem Apfel und einem Ei" zu leben. Und dann kam sehr überraschend im Jahre 1996 die Wende. Am 20. Februar sprach mich gegen 15 Uhr in der Hildesheimer Schuhstrasse eine attraktive, jüngere Dame an: "Hallo Klaus, wie geht's der Iris?" (Iris war meine damalige Freundin, von der ich mich seit einiger Zeit getrennt hatte). Ich antwortete: "Der geht's gut - wir haben uns getrennt!"

JUTTA war 12 Jahre jünger als ich (damals 52) und hatte sich schon längere Zeit in mich verliebt (wovon ich nichts wußte). Als Dipl.-Sozialpädagogin war sie nun die ideale Partnerin, mir finanziell zu helfen und wieder Ordnung in mein Leben zu bringen: Ich begann erneut zu arbeiten (allerdings nur "Tagelöhner-Jobs" bei Zeitarbeitsfirmen). Und 1999 beantragte ich auf ihren Rat hin meine Rente und war im Alter von 55 Jahren erfolgreich.

Genau am gleichen Tag unseres Kennenlernens haben wir zwei Jahre später am 20. Februar 1998 standesamtlich in Hildesheim und am 5. Juni 1999 in der evangelischen Kirche in Lechstadt (bei Hildesheim) christlich geheiratet. Mit Juttas besonderen finanziellen Gabe und Organisationsplanung begannen unsere zahlreichen Reisen, über die wir in interessanten Reiseberichten erzählt haben. Besondere Highlights wurden auch immer unsere Geburtstage und Hochzeitstage, die wir ganz besonders gefeiert haben. Meinen 60. Geburtstag verbrachten wir in Dresden. Und meinen 62. Geburtstag (am 13. November 2006) feierten wir in einem besonders festlichen Rahmen im erstklassigen Steigenberger Hotel in Hamburg. Im Oktober 2006 hatte ich begonnen, Hotelbewertungen ("Steigenberger Hotel") zu schreiben.

Der Schreibtisch im Steigenberger Hotel

Die Anfahrt am Sonntag, den 12. November 2006, mit dem PKW von Hildesheim war unkompliziert und wir fanden auch sehr schnell den Eingang zur Tiefgarage des Hotels. Aus der Freude heraus, dass alles so gut geklappt hat, ließen wir eine Flasche Sekt auf unser Zimmer kommen. Nach dieser Einstimmung richteten wir uns für den Besuch des Musicals "König der Löwen". Mit dem Taxi ließen wir uns gegen 18 Uhr zu den Landungsbrücken fahren, denn von dort brachte uns eine Barkasse auf die gegenüberliegende Seite  zum "Theater am Hafen", wo das interessante Ereignis stattfand (darüber habe ich einen Reisetipp ("König der Löwen") verfasst).


Jutta wartet auf das Musical "König der Löwen"

Bei den Landungsbrücken hatten wir noch ein wenig Zeit, um uns umzusehen. So entdeckten wir den Alten Elbtunnel und spazierten trockenen Fusses nach Steinwerder, um von dort das nächtliche Hamburg zu bewundern (siehe dazu meinen Reisetipp ("Alter Elbtunnel").

Nach dem berauschenden Musical "König der Löwen" liessen wir unsere Eindrücke im hauseigenen Bistro am Fleet des Steigenberger Hotels bei einer geschmackvollen Portion Räucherlachs und einem passenden Weißwein noch einmal Revue passieren. Und wir waren uns sicher: bei unserem nächsten Besuch in Hamburg werden wir wieder im Steigenberger Hotel übernachten. Die nächste Gelegenheit war fast viereinhalb Jahre später in Verbindung mit dem Besuch des Musicals "Sister Act" (siehe weiter unten).

Am Montag, der 13. November 2006, war dann mein eigentlicher Geburtstag. Ich war nun 62 Jahre alt geworden. An unserem Frühstückstisch wurde mir vom freundlichen Personal ein spezieller Geburtstagsteller mit einem kleinen Kuchen und einer Kerze serviert. Über diese sehr persönliche Geste habe ich mich aufrichtig gefreut.

Nach diesen schönen Ereignissen und dem ausgezeichneten Frühstück checkten wir gegen 10 Uhr 30 aus. Jutta hatte der blaue Regenschirm im  Zimmer mit dem Steigenberger Emblem so gut gefallen, dass sie ihn für 15 Euro kaufte. Da wir noch eine Hafenrundfahrt (allerdings bei sehr stürmischem Wetter) unternehmen wollten, konnten wir unser Auto bis zur Abreise noch in der Parkgarage stehen lassen. Diesmal gingen wir zu Fuß vom Hotel zu den Landungsbrücken. Nun konnten wir auch erkennen, wie günstig und zentral das Steigenberger Hotel lag. Über die Hafenrundfahrt habe ich ebenfalls einen Reisetipp ("Hafenrundfahrt") geschrieben.
Bilder "Hafenrundfahrt"


Die Hafenrundfahrt

Nun kannten wir den interessanten Teil von Hamburg schon etwas näher und es sollte  bis zum Wochenende vom 19. auf den 20. Februar 2011 dauern, bis wir wieder das wunderschöne Hamburg besuchten. Diesmal war der Anlass unser 13. Hochzeitstag (am 20. Februar 1998 haben wir standesamtlich in Hildesheim geheiratet). Wir starteten am Samstag, den 19. Februar 2011, mit unserem Opel Combo Tour gegen 11 Uhr und waren um 13 Uhr 30 in Hamburg vor dem Steigenberger Hotel (diesmal mußten wir es erst einmal suchen). Zu unserer Überraschung war das Parkhaus des Hotels besetzt. Ich wartete in der Parkverbotszone und Jutta erkundigte sich im Steigenberger Hotel nach Parkmöglichkeiten. Sie kam mit einem Hoteldiener im Livree zurück, der unsere Koffer auf den Gepäckwagen lud. Er brachte uns auf unser Zimmer und fuhr anschließend meinen Wagen in die Garage (das fand ich richtig standesgemäß).

Da wir noch kein Mittagessen eingenommen hatten, begaben wir uns in das bereits bekannte Bistro am Fleet, wo wir einen ausgezeichneten Salat aßen und zum Abschluß einen leckeren Kuchen genossen.  Gegen 18 Uhr richteten wir uns für den Besuch des neuen Musicals "Sister Act", das im Operettenhaus auf St. Pauli stattfand. Diesmal sparten wir uns das Taxi und fuhren die drei Stationen vom Rödingsmarkt nach St. Pauli (Fahrpreis 1,30 € p.P.) mit der U-Bahn. Die Veranstaltung (kurz nach der Premiere) war sehr gut besucht und wir hatten sehr schöne Plätze in Reihe 20 (Platz 17 und 18).
http://www.stage-entertainment.de/musicals/sister-act/sister-act.html

Bereit für das Musical "Sister Act" auf  St. Pauli
Mit derselben Begeisterung, mit der wir im November 2006 das Musical "König der Löwen" in Hamburg erlebt hatten, genossen wir nun das bekannte Musical  "Sister Act". Auch diesmal wollten wir anschließend nicht sofort schlafen gehen und wir wählten den Raucherbereich bei der Pianobar im Steigenberger Hotel für einen "Absacker". Wir blieben bis gegen 1 Uhr 30 und unterhielten uns vorzüglich. An der Garderobe beim Piano holte ich unsere Mäntel (es waren die letzten) auf dem Weg nach oben. Auf dem Zimmer stellte ich fest, dass es garnicht mein Mantel war. Ich ging sofort zur Hotelrezeption um das Personal über die Verwechslung zu informieren. Da morgens gegen 9 Uhr das Missverständnis noch nicht geklärt war, hatte ich meinen Mantel bereits abgeschrieben (ich hinterließ aber vorsorglich meine Visitenkarte). Gegen 10 Uhr klingelte auf dem Zimmer mein Handy: eine "kleine" Dame hatte an der Rezeption meinen Mantel abgegeben und sich für ihr Versehen entschuldigt.

Während unseres Frühstückes wiederholte sich die freundliche Zeremonie, die ich bereits an meinem 62. Geburtstag im Steigenberger Hotel kennengelernt hatte: diesmal gab es wieder einen dekorierten Teller - nun mit der Aufschrift "Zum Hochzeitstag". Der Tisch war sehr liebvoll mit roten Herzen dekoriert. Jutta gefiel das alles so gut, dass sie für ihren 55. Geburtstag ein Doppelzimmer für das Wochenende vom 7. bis 9. Oktober 2011 im Steigenberger Hotel reserviert hat. Dann wollen wir auch eine persönliche Stadtführung und einen Rundgang mit dem St. Pauli Nachtwächter unternehmen. Wir freuen uns schon darauf.

Fotos und Text: Klaus Metzger

siehe auch Teil II  "Hamburg II"
                  Teil III "Hamburg III"






 



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